eHealth-Glossar

Die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Digitalisierung

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Anonymisierung und Pseudonymisierung von Gesundheitsdaten

Was ist Anonymisierung?
Anonymisierung ist eine Methode des Datenschutzes, die zum Beispiel zum Schutz von Gesundheitsdaten angewendet wird. Mithilfe der Anonymisierung von Daten soll verhindert werden, dass diese einer bestimmten Person zugeordnet werden können. Zwar können die Daten zu wissenschaftlichen Zwecken oder für statistische Erhebungen genutzt werden – von wem sie stammen, darf jedoch nicht rekonstruierbar sein. So können Persönlichkeitsrechte geschützt und Datenmissbrauch verhindert werden. Für Gesundheitsdaten ist das besonders wichtig. Sie gehören nach der Datenschutz-Grundverordnung zu den „besonderen Kategorien personenbezogener Daten“, die der höchsten Stufe im Datenschutz unterliegen. Genügte bisher oftmals die ärztliche Schweigepflicht, um Gesundheitsdaten zu schützen, besteht durch die Speicherung und Verarbeitung der Daten im IT-Zeitalter das Risiko, dass sie in unbefugte Hände geraten – zum Beispiel in die Hände von Wirtschaftsunternehmen, die die Daten für ihre kommerziellen Interessen nutzen könnten. Dem kann der Gesundheitsdatenschutz mit der Anonymisierung der Daten entgegenwirken.

Was ist Pseudonymisierung?
Im Gegensatz zur Anonymisierung wird bei dieser Methode die Zuordnung von Daten zu einer Person stark erschwert, aber nicht völlig ausgeschlossen. Erschwert wird die Zuordnung, indem zunächst der Name durch ein Pseudonym ersetzt wird – daher auch der Begriff „Pseudonymisierung“. Dies kann beispielsweise ein Code sein. Darüber hinaus müssen auch andere Identifikationsmerkmale, wie Anschrift, Beruf oder Alter ersetzt werden. Grundsätzlich kann der Bezug zur Person jedoch wiederhergestellt werden, zum Beispiel mithilfe einer Zuordnungstabelle. Eine solche Identifikationshilfe muss aber gesondert aufbewahrt werden, damit nur in Ausnahmefällen darauf zugegriffen werden kann. Würde es sich um die Daten einer schwer kranken Person handeln und würde mithilfe ihrer Daten ein wirksames Medikament entdeckt werden, könnte ein solcher Ausnahmefall gegeben sein. Die Pseudonymisierung würde es dann ermöglichen, die Person wieder zu identifizieren, zu kontaktieren und sie über die Möglichkeit einer Therapie zu informieren. Die Anonymisierung würde das auch in diesem Fall verhindern. 

Diagnose-Apps

Als Diagnose-Apps werden Applikationen fürs Smartphone bezeichnet, die bei der Diagnose von Krankheiten als mobile Medizinberater helfen sollen. Bereits heute kann sich jeder – ob Arzt oder Patient – eine solche App herunterladen. Eine Diagnose-App kann eine gute Ersteinschätzung für konkrete Symptomen geben oder auch in der Früherkennung von bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel Vorhofflimmern oder Hautkrebs unterstützend eingesetzt werden. Die konkrete Abklärung gehört jedoch in die Hände des Arztes.
Viele Experten hoffen, dass Diagnose-Apps künftig das Gesundheitssystem entlasten. Zum einen können sie Orientierung in Bezug auf Notwendigkeit und Dringlichkeit eines Arztbesuchs geben, zum anderen bieten sie die Möglichkeit, Ärzten bei der Erstdiagnose schnell und verlässlich notwendige Daten bereitzustellen. Nach wie vor polarisieren die Meinungen über Datenschutz und -sicherheit sowie die Frage der Evidenz und tatsächlichen Verlässlichkeit der Diagnoseergebnisse.

E-Health, Digital Health, mHealth

E-Health (Electronic Health) ist eine verallgemeinernde Bezeichnung für die Digitalisierung in der Medizin. Darum wird auch manchmal von Digital Health gesprochen. Der Begriff mHealth (mobile Health) bezeichnet die E-Health-Angebote, den man mit Mobilgeräten wie Smartphones nutzt. Unter mHealth fallen auch andere mobile Endgeräte wie zum Beispiel Patientenüberwachungsgeräte, persönliche digitale Assistenten und andere drahtlos vernetzte Geräte. Ob E-Health, Digital Health oder mHealth – in all diesen Begriffen spiegelt sich ein Trend wider: die Entwicklung zu digitalen Lösungen im Gesundheitswesen.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die eGA ist wie die ePA (Elektronische Patientenakte) eine digitale Akte der Versicherten und dient der Speicherung, Verwaltung und Übermittlung von Gesundheitsdaten. Wie die ePA wird sie von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt. Sie enthält neben Diagnosen und Behandlungsdaten weitere nützliche Daten wie zum Beispiel Notfallkontakte, Medikationspläne, Organspende-Ausweis oder Fitnesstracker-Daten – sofern diese Funktionen genutzt werden. Versicherte können außerdem Arztdokumente über die eGA anfordern.

E-Rezept

Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist ein digital übermitteltes Rezept, das den Ausdruck auf Papier ersetzen soll. Der für verschreibungspflichtige Medikamente erforderliche Austausch zwischen Arzt, Patient und Apotheke soll ab 2020 digital erfolgen.

Telematik

Der Begriff wurde aus den Wörtern Telekommunikation und Informatik gebildet. Er bezeichnet eine Technik, die man auch als „Datenautobahn für das Gesundheitswesen“ beschreiben kann. Diese soll Ärzte, Krankenhäuser, Therapeuten, Apotheken und Versicherte miteinander vernetzen, damit wichtige Gesundheitsinformationen einfacher und schneller ausgetauscht werden können. Ab voraussichtlich 2021 ist die ePA Bestandteil der Telematikinfrastruktur (TI). Dabei hat die Datensicherheit immer oberste Priorität. Zurzeit werden nach und nach alle Arztpraxen in Deutschland an die TI angeschlossen. Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards und den damit verbundenen Anforderungen an die Technik ist noch nicht absehbar, wie viel Zeit der Ausbau in Anspruch nehmen wird.

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