Einfach erklärt: Telematik

Was steckt hinter diesem Fachbegriff und wie profitieren Versicherte davon?

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Fachbegriffe, Fremdwörter, Krankenkassen-Slang – wer blickt da noch durch? Wenn Ihnen etwas unklar ist, fragen Sie unsere Expertinnen und Experten. Denn auch was kompliziert klingt, kann oft ganz einfach erklärt werden.

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Was bedeutet der Begriff Telematik?

Der Begriff „Telematik“ setzt sich aus den Wörtern „Telekommunikation“ und „Informatik“ zusammen. Damit wird die Vernetzung verschiedener IT-Systeme bezeichnet. Informationen aus unterschiedlichen Quellen können so miteinander verknüpft werden.

Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Telematikinfrastruktur (TI). Sie vernetzt die Beteiligten des Gesundheitswesens und gewährleistet den geschützten und verschlüsselten Austausch von Informationen. Zugang zur TI erhalten nur registrierte Nutzer, die einen elektronischen Heilberufs- und Praxisausweis besitzen. Versicherte benötigen eine elektronische Gesundheitskarte.

Wer hat die Telematikinfrastruktur entwickelt?

Für die Entwicklung der Telematikinfrastruktur verantwortlich ist die gematik, an der das Bundesministerium für Gesundheit, der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und weitere Spitzenverbände beteiligt sind. Die gematik hat für die TI ein Sicherheitskonzept entwickelt, um die sensiblen Gesundheitsdaten besonders zu schützen.

Welche konkreten Vorteile habe ich als Versicherter?

Als Versicherter profitieren Sie davon, dass Sie Ihre Daten in der TI sicher gespeichert wissen – und dennoch bei Bedarf anderen Beteiligten im Gesundheitswesen Zugriff erteilen können. Das spart Ihnen wertvolle Zeit, eventuelle Mehrfachuntersuchungen und sorgt für schnelles Handeln in Notfällen. Für Ihre Sicherheit sorgen zahlreiche Verschlüsselungen und Zwei-Faktor-Authentifizierungen. Christine Ott, Leiterin Datenmanagement bei der SBK, ist davon überzeugt, dass der Datenschutz zu jeder Zeit gewährleistet ist: „Wir sind in Deutschland in Sachen Datenschutz sehr gut aufgestellt. Wir haben Aufsichtsbehörden, die sehr stark darauf achten, dass wir mit den Daten richtig umgehen. Wir als Krankenkasse sind dazu verpflichtet, Daten auch nur so zu verwerten, wie es der Versicherte im Einzelfall möchte“, erklärt sie.

Wie kann ich die TI heute schon nutzen?

In der Telematikinfrastruktur befindet sich Ihre SBK-Patientenakte, auch elektronische Patientenakte oder ePa genannt. Dabei handelt es sich um eine besonders geschützte Plattform für Ihre sensiblen Gesundheitsdaten. Dazu zählen zurzeit ärztliche Dokumente, Formulare, eigene Dokumente und Notfalldaten. Sie selbst können Ihre Daten jederzeit über die ePa-App auf Ihrem Smartphone abrufen – geschützt durch ein mehrstufiges Anmeldeverfahren. Sollte es notwendig sein, können Sie Ihrem Arzt Informationen – auch zeitlich begrenzt – zugänglich machen.

Ebenfalls in die Telematikinfrastruktur eingespeist werden die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und ab 2022 das elektronische Rezept (E-Rezept).

Noch keine ePa-App? Laden Sie die SBK-Patientenakte aus dem Google Play Store oder dem Apple App Store herunter.

Telematik – die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Der Begriff Telematik setzt sich zusammen aus „Telekommunikation“ und „Informatik“.
  • Die Telematikinfrastruktur (TI) gewährleistet allen Beteiligten im Gesundheitswesen den geschützten Austausch von Informationen: durch zahlreiche Verschlüsselungen und Zwei-Faktor-Authentifizierungen.
  • Die gematik entwickelt die TI und handelt in gesetzlichem Auftrag.
  • Sie als Versicherter allein entscheiden, welche Daten Sie wem zugänglich machen.
  • Die Telematikinfrastruktur spart Ihnen wertvolle Zeit, eventuelle Mehrfachuntersuchungen und sorgt für schnelles Handeln in Notfällen.
  • Wie Sie heute schon die TI nutzen können, erfahren Sie hier.

Ihre SBK-Expertin

Christine Ott

Leiterin Datenmanagement

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