Erprobungsstudie Liposuktion

Studie zur Liposuktion beim Lipödem in Vorbereitung

Eine Ärztin spricht mit ihrer Patientin
Bildquelle: simonkr / Thinkstock.de/iStock/

Ab Anfang 2020 startet eine klinische Erprobungsstudie zur Wirksamkeit der Liposuktion (operative Fettabsaugung) bei einem Lipödem. In dieser Studie soll die Liposuktion mit der nicht-operativen Standardbehandlung des Lipödems verglichen werden. Die Studie wird im Auftrag des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) durchgeführt. Der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) ermöglicht Betroffenen, sich für die Teilnahme an der Studie zu bewerben.

Frauen mit Lipödem der Beine können dann an der Studie teilnehmen, wenn die Beschwerden durch eine Standardbehandlung des Lipödems nicht ausreichend gelindert wurden. Wichtig für die Bewerbung an der Teilnahme an der Studie ist, dass es sich tatsächlich um ein Lipödem handelt. Ob eine Patientin an der Studie letztendlich teilnehmen kann, entscheidet der Studienarzt nach einer Untersuchung anhand medizinischen Bedingungen des Studienprotokolls.

Die Studie wird voraussichtlich an zehn Studienzentren (Kliniken oder Praxen) in Deutschland durchgeführt werden, etwa 450 Frauen können teilnehmen. Sollte es mehr Bewerberinnen als Plätze geben, entscheidet das Los. Die so ermittelten Frauen werden dann durch das ihrem Wohnort am nächsten liegende Studienzentrum zu einem Untersuchungstermin eingeladen.

Falls Sie Interesse an der Studienteilnahme haben, können Sie sich auf der speziell eingerichteten Webseite des GKV-Spitzenverbandes unter www.erprobung-liposuktion.de bewerben. Die Bewerbung ist vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2019 möglich. Jede Interessentin kann sich nur einmal bewerben. Auf der Webseite finden Sie auch weitere Informationen zur Studie und zu den Teilnahmebedingungen.

Informationen zum Lipödem und zur Liposuktion

Beim Lipödem handelt es sich um eine schmerzhafte, symmetrische und übermäßige Vermehrung des Fettgewebes an Armen oder Beinen. Das Lipödem tritt fast nur bei Frauen auf. Typisches Merkmal bei einem Lipödem ist die Neigung zu blauen Flecken – auch bei kleinen Verletzungen. Zusätzlich kann es zu vermehrten Wassereinlagerungen in den betroffenen Körperteilen kommen. Die Standardbehandlung ist die sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie. Bei dieser Behandlung werden Lymphdrainage, Kompression durch spezielle Strümpfe und Bewegungstherapie eingesetzt. Seit einigen Jahren bieten Ärzte auch die chirurgische Absaugung des Fettgewebes an den betroffenen Körperstellen an.

Die Liposuktion, also die Fettabsaugung, ist derzeit keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Grund hierfür ist, dass es bisher keinen wissenschaftlich eindeutigen Beleg dafür gibt, dass die Liposuktion wirksamer ist als die konservative Standardbehandlung des Lipödems. Man kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob die Patientinnen durch eine Operation nachhaltig von ihren Beschwerden befreit werden. Um hierzu eine Aussage treffen zu können, müssen die beiden Verfahren, also die Liposuktion und die Standardbehandlung, anhand von zwei Gruppen von Patientinnen untersucht und die Ergebnisse direkt miteinander verglichen werden.

Die Datenlage zur langfristigen Sicherheit der Liposuktion beim Lipödem ist ebenfalls noch unzureichend. So ist nicht auszuschließen, dass nach der Liposuktion Fettgewebe nachwächst oder dass der Eingriff im Unterhaut-Bindegewebe zu Narbenbildungen führt, die den Lymphabfluss behindern. Auch diese Fragestellungen sollen in der Studie untersucht werden.

Auch lesenswert

3