Fit bleiben in der kalten Jahreszeit

Trotz Minusgraden draußen trainieren? Sportwissenschaftlerin Dr. Stefanie Pietsch verrät, warum sich das lohnt und worauf Sie achten sollten.

Läuferin dehnt sich am Baum

Die Überwindung zum Lauftraining in der dunklen Jahreszeit fällt schwerer und das Sofa lockt?
Stefanie Pietsch hat gleich eine ganze Reihe Gründe parat, die den inneren Schweinehund besiegen und Lust aufs Laufen machen:
„Laufen bei Minusgraden schadet uns nicht – im Gegenteil, es ist wesentlich gesünder, bei null Grad zu laufen, als bei 30 Grad im Sommer, denn Atmung und Herz-Kreislauf-System arbeiten ökonomischer. Außerdem wäre es doch schade, die Fitness des Sommers zu verlieren und sie im Frühjahr wieder neu aufzubauen. Wer sich überwindet, wird mit einer Extraportion Glückshormonen belohnt – der beste Schutz gegen gedrückte Stimmung in der dunklen Jahreszeit.“

Dranbleiben lohnt sich

Das ist aber noch nicht alles: „Im Winter verbringen wir viel Zeit in überheizten oder klimatisierten Räumen und bewegen uns weniger als im Sommer. Sport im Freien ist daher gerade in der kalten Jahreszeit das Beste, was wir für unsere Gesundheit tun können.

"Wir kurbeln die Fettverbrennung an, stärken unsere Infektabwehr und beugen Osteoporose und Arthrose vor”, so Stefanie Pietsch. Gute Vorbereitung und die richtige Ausstattung beugen Verletzungen vor und sorgen dafür, dass das Wintertraining genauso viel Spaß macht wie im Sommer. Die Sportwissenschaftlerin empfiehlt: „Je niedriger die Temperaturen, desto wichtiger ist ein gründliches Aufwärmen, da der Muskel länger braucht, um warm zu werden. Bei starker Kälte ist es wichtig, betont langsam zu laufen und dabei durch die Nase zu atmen. Die kalte Luft wird dadurch erwärmt und angefeuchtet, das schont Luftröhre, Bronchien und Lunge.”

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So zeigen Sie dem Winter die kalte Schulter: 4 Tipps im Überblick

Funktionswäsche aus Mikrofaser transportiert Feuchtigkeit nach außen, ohne dass der Körper dabei abkühlt. Mehrere dünne Lagen übereinander und Reißverschlüsse in der oberen Schicht ermöglichen eine Frischluftzufuhr, wenn der Körper warm wird. Über Kopf und Nacken geben wir etwa 40 Prozent der Körperwärme ab, deshalb an Mütze und Rollkragen oder Halstuch denken.
Tipp von Stefanie Pietsch: "Nicht zu viel anziehen. Wenn man zu Beginn des Trainings leicht fröstelt, ist die Kleidung genau richtig gewählt."

Minustemperaturen, Feuchtigkeit und Laub können den Untergrund zur Schlitterpartie werden lassen. Winterlaufschuhe haben griffige Profilsohlen, sind wasserfest und sollten gut gefedert sein. Beim Kauf daran denken: Schuhe mit warmen Socken anprobieren!

Dieses Motto sorgt beim Training im Winter für Ihre Sicherheit. Um nicht von Pfützen oder heruntergefallenen Ästen überrascht zu werden, empfiehlt sich eine Kopflampe. Sie sorgt außerdem für die eigene Sichtbarkeit bei Rad- und Autofahrern. Gleiches gilt für Sportbekleidung in leuchtenden Farben mit Reflektoren sowie Leuchtbändern. 

Wenn es draußen zu eisig wird, bieten sich Laufband oder Fahrradergometer als Alternativen an. Stefanie Pietsch empfiehlt Abwechslung beim Fitbleiben im Winter:
"Schwimmen und Aquajogging garantieren ein schonendes, aber gleichzeitig forderndes und vielseitiges Kraftausdauertraining für den ganzen Körper. Auch Einheiten im Fitnessstudio oder Workout-Stunden stellen motivierende Alternativen dar. Es können aber auch ausgedehnte Winterspaziergänge oder eine Einheit auf Langlaufskiern eingebaut werden, um frische Luft und Wintersonne zu tanken."

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