Gürtelrose: Symptome, Behandlung, Impfung

Wie Sie Gürtelrose (Herpes Zoster) erkennen und wann eine Gürtelrose-Impfung sinnvoll ist

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Gürtelrose ist ein schmerzhafter Hautausschlag, verursacht durch eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren. Es handelt sich dabei um denselben Erreger, der in der Kindheit zu Windpocken führt. Gürtelrose heilt zwar in der Regel innerhalb weniger Wochen ab, sollte aber frühzeitig behandelt werden, um späteren Komplikationen vorzubeugen. Wie Gürtelrose entsteht, woran Sie diese erkennen und wie die Behandlung aussieht, erfahren Sie hier.

Was sind die Ursachen von Gürtelrose?

Gürtelrose ist eine Viruserkrankung, die sich entlang der Nervenbahnen ausbreitet und auf ihrem Weg zu einer Entzündung des Nervengewebes und schmerzhaftem Hautausschlag führt. Auslöser sind die Varizella-Zoster-Viren. Wer sich zum ersten Mal infiziert, erkrankt zunächst an Windpocken, meistens sind Kinder betroffen. Die Viren bleiben jedoch nach dem Abheilen ein Leben lang „schlummernd“ im Körper. Mehr als 95 Prozent der über 60-Jährigen haben sich als Kind angesteckt und tragen die Varizella-Zoster-Viren in sich. Unter manchen Umständen wachen die Viren auf, können sich erneut vermehren und die Gürtelrose verursachen.

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung von Gürtelrose?

Ein gesundes Immunsystem hat die „schlummernden“ Viren im Griff – sie bleiben inaktiv. Ein geschwächtes Immunsystem kann jedoch dazu führen, dass die Viren wieder „aufwachen“. Weil mit fortschreitendem Alter das Immunsystem schwächer wird, tritt Gürtelrose häufiger bei Menschen über 50 Jahren auf. Andere Gründe für die Lücke in der Immunabwehr können sein:

  • Großer Stress
  • Hohe UV-Strahlung, Sonnenbrand
  • Andere vorausgehende Infekte
  • AIDS
  • Krebserkrankung und Chemotherapie
  • Immunschwächende Medikamente
  • Angeborene Immundefekte

Ist Gürtelrose ansteckend?

Prinzipiell ja: Bei einer Gürtelrose beinhalten die Hautbläschen Varizella-Zoster-Viren. Sind die betroffenen Hautstellen gut abgedeckt, ist die Ansteckungsgefahr gering. Kommt jedoch eine Person mit der Bläschenflüssigkeit in Kontakt, die bislang noch nie zuvor diesen Viren begegnet ist, kann sie an Windpocken erkranken, nicht an Gürtelrose. Man steckt also niemanden mit Gürtelrose an, kleine Kinder möglicherweise aber mit Windpocken.

Und Windpocken selbst? Diese sind hochansteckend: Die Weitergabe findet über die Luft durch Tröpfcheninfektion statt. Um sich anzustecken, reicht es aus, sich im Umkreis von mehreren Metern einer erkrankten Person aufzuhalten. 90 von 100 Personen infizieren sich in einer solchen Situation, es sei denn, sie hatten bereits Windpocken oder sind gegen die Kinderkrankheit geimpft. Eine Person, die bereits Windpocken hatte, steckt sich bei einer an Windpocken erkrankten Person aber nicht mit Gürtelrose an.

Impfung gegen Gürtelrose

Wer sich noch nicht mit dem Varizella-Zoster-Virus angesteckt hat, also noch keine Windpocken hatte, kann sich gegen Windpocken impfen lassen. Indem die Impfung vor Windpocken schützt, schützt sie auch vor einer eventuell nachfolgenden Gürtelrose.

Aber auch gegen Gürtelrose gibt es einen Impfstoff, der selbst dann eingesetzt werden kann, wenn man schon einmal Windpocken oder gar Gürtelrose hatte. Er senkt das Risiko, (erneut) an Gürtelrose zu erkranken, und hilft damit, schmerzhafte Langzeitfolgen und Komplikationen zu vermeiden. Immerhin jede dritte Person erkrankt einmal im Leben an Gürtelrose, wiederum jede dritte davon mit Komplikationen. Die Impfung wird von der STIKO daher allen Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Menschen mit einer Vorerkrankung oder Immunschwäche sollten sich bereits ab 50 Jahren impfen lassen.

Gürtelrose-Impfung bei der SBK

Für alle SBK-Versicherte ab 60 Jahren und für Versicherte mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko ab 50 Jahren ist die Impfung kostenfrei. Sie erhalten sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Legen Sie einfach Ihre SBK-Gesundheitskarte vor – und denken Sie an Ihren Impfausweis, damit Sie immer über Ihren aktuellen Impfstatus Bescheid wissen. Weitere Informationen, die Sie für Ihre Entscheidung für oder gegen eine Impfung nutzen können, finden Sie hier.

Gürtelrose: Symptome

Die Gürtelrose verdankt ihren Namen dem gürtelförmigen Hautausschlag, den die Infektion verursacht. Dabei bilden sich zunächst flüssigkeitsgefüllte Hautbläschen, die nach einigen Tagen platzen und gelbliche Krusten bilden. Die Bläschen bilden sich häufig am Rücken oder im Brustbereich, entlang der Nervenbahnen. Aber auch andere Körperteile wie Hals, Kopf und Gliedmaßen sowie die Hornhaut des Auges können betroffen sein. Der schmerzhafte Ausschlag ist meistens auf eine Körperseite beschränkt, je nachdem, wo der betroffene Hirn- oder Rückenmarksnerv verläuft. Es gibt allerdings auch Gürtelrose ohne Bläschen. Diese wird „Zoster sine herpete“ genannt. Weitere Gürtelrose-Symptome, die auftreten können:

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Leichtes Fieber
  • Hautkribbeln
  • Einschießende Schmerzen wie Brennen oder Stechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Lymphknotenschwellung
  • Müdigkeit, Erschöpfung

Gürtelrose: Diagnose

Zumindest wenn die Bläschen auftreten, lassen die typischen Symptome der Gürtelrose eine schnelle und sichere Diagnose zu. Nur im Anfangsstadium oder bei fehlenden Bläschen kann die Erkrankung nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Dann können PCR- oder Antikörpertests zum Einsatz kommen, die Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen. Wie PCR-Tests und Antikörpertests funktionieren, haben wir am Beispiel des Coronavirus beschrieben.

Gürtelrose: Behandlung

Wer glaubt, an Gürtelrose erkrankt zu sein, geht am besten rasch zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Sind Auge oder Ohr betroffen, sollte auch eine Augenarzt- beziehungsweise HNO-Praxis aufgesucht werden, um Komplikationen in diesen Bereichen vorzubeugen. Der SBK-Terminservice organisiert Ihnen gern einen Termin bei einer Fachärztin oder einem Facharzt in Ihrer Nähe. Die Behandlung sollte spätestens 72 Stunden nach dem Auftreten von Hautveränderungen einsetzen, um die Heilung zu beschleunigen und möglichen dauerhaften Beschwerden oder gar Komplikationen entgegenzuwirken. Bei der Behandlung können folgende Mittel eingesetzt werden:

  • Virustatika – Medikamente, die eine Vermehrung von Viren verhindern
  • Schmerzmittel bei starken Schmerzen
  • Desinfizierende Puder, die eine Entzündung der Bläschen verhindern und den Juckreiz lindern
  • Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion

Was tun bei anhaltenden Schmerzen nach der Gürtelrose?

Wenn drei Monaten nach einer Gürtelrose-Erkrankung immer noch Schmerzen auftreten, spricht man von einer postzosterischen oder postherpetischen Neuralgie. Typisch ist eine überempfindliche, juckende Haut. Diese Schmerzen können chronisch werden und Monate, sogar Jahre andauern. Um dies zu verhindern, ist eine rechtzeitige Behandlung so wichtig. Konnte der postzosterischen Neuralgie nicht vorgebeugt werden, kann diese mit bestimmten Medikamenten aus der Anfallsbehandlung, mit Schmerzmitteln und schmerzbetäubenden Pflastern behandelt werden.

Häufige Fragen zur Gürtelrose-Impfung

Alles, was Sie zur Gürtelrose-Impfung wissen sollten – damit Sie gut informiert entscheiden können

Sie möchten wissen, ob eine Gürtelrose-Impfung für Sie infrage kommt? Hier finden Sie weitere wichtige Informationen.

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