Haben Männer Wechseljahre?
Was steckt hinter dem Begriff „Andropause“, welche Beschwerden können auftreten und was können Männer selbst tun?

Mit dem Alter verändert sich der Körper – und vielleicht auch die Leistungsfähigkeit oder das Lebensgefühl. Sind das die Wechseljahre? Die meisten verbinden sie vermutlich mit Frauen. Doch auch bei Männern wandelt sich im Laufe des Lebens der Hormonhaushalt. Deshalb spricht man manchmal von „Wechseljahren beim Mann“. Doch was unterscheidet sie von den Wechseljahren bei Frauen und was passiert dabei im Körper?
Wechseljahre beim Mann – Mythos oder medizinische Realität?
Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Auch bei Männern verändert sich mit zunehmendem Alter der
Beide Veränderungen können mit körperlichen und psychischen Beschwerden einhergehen. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie sich bemerkbar machen, ist bei Männern und Frauen individuell sehr unterschiedlich.
Warum sinkt der Testosteronspiegel im Alter?
Testosteron wird hauptsächlich in den Hoden gebildet. Gesteuert wird die Produktion allerdings im Gehirn. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Zusammenspiel: Die Signale aus dem Gehirn verändern sich und die Hoden reagieren weniger stark darauf.
Hinzu kommt: Ein Teil des Testosterons ist im Blut an Eiweiße gebunden, insbesondere an das sogenannte Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG). Mit dem Alter nimmt häufig die Menge des Bindungseiweißes zu. Dadurch wird mehr Testosteron gebunden und steht dem Körper nicht frei zur Verfügung.
Wie äußern sich die Wechseljahre bei einem Mann?
Müder, weniger belastbar oder schneller gereizt: Solche Veränderungen können bei Männern in der Lebensmitte auftreten – sie müssen es aber nicht. Nicht jeder Mann bemerkt die hormonellen Veränderungen. Und längst nicht jede Beschwerde hat mit Hormonen zu tun. Je nachdem, welche Veränderungen auftreten, können ganz unterschiedliche Faktoren dahinterstecken.
Ein sinkender Testosteronspiegel ist also nur ein Teil des Bildes. Und ein niedrigerer Wert bedeutet noch keinen Testosteronmangel. Erst wenn der Testosteronspiegel nachweislich zu niedrig ist und gleichzeitig entsprechende Beschwerden auftreten, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem Testosteronmangel. Dieser wird auch Hypogonadismus genannt. Davon ist nur ein kleiner Teil der Männer betroffen: Bei den 40- bis 79-Jährigen liegt der Anteil bei etwa zwei bis sechs Prozent.
Infobox: was Sie selbst für mehr Wohlbefinden tun können
Viele Faktoren, die Energie, Leistungsfähigkeit und Stimmung beeinflussen, lassen sich im Alltag mitgestalten.
Halten Müdigkeit, Leistungsabfall, Erektionsprobleme oder eine gedrückte Stimmung länger an, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. So lassen sie sich erkennen und gezielt behandeln.
Wie kann man einen Testosteronmangel feststellen?
Ob der Testosteronspiegel tatsächlich zu niedrig ist, lässt sich nur mit einer Blutuntersuchung feststellen.
Für die Beurteilung eines möglichen Testosteronmangels betrachten Ärztinnen und Ärzte jedoch nicht nur die Laborwerte. Sie beziehen auch Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und andere gesundheitliche Faktoren mit ein. Erst anhand dieses Gesamtbildes lässt sich beurteilen, ob tatsächlich ein Testosteronmangel vorliegt und ob dieser die Beschwerden erklären kann.
Wann ist eine Testosterontherapie sinnvoll?
Eine Testosterontherapie kommt bei einem ärztlich festgestellten Testosteronmangel und entsprechenden Beschwerden infrage. Ob sie sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Denn die Behandlung kann auch Risiken mit sich bringen. Unter anderem kann Testosteron die Bildung roter Blutkörperchen anregen und dadurch den Hämatokrit erhöhen. Steigt dieser zu stark, nimmt das Risiko für Gefäßverschlüsse zu. Zudem kann die Therapie die Spermienproduktion beeinträchtigen und damit die Fruchtbarkeit einschränken. Je nach Präparat und Dosierung können außerdem Hautreaktionen, Wassereinlagerungen oder ein erhöhter Blutdruck auftreten. Deshalb kontrollieren Ärztinnen und Ärzte vor und während der Behandlung unter anderem Blutbild, Blutdruck und Prostata.
Die zusätzliche Gabe von Testosteron ist keine allgemeine Anti-Aging-Behandlung. Sie sollte immer ärztlich begleitet werden.
Häufige Fragen zu den Wechseljahren beim Mann
Persönlicher Health Check
Wissen, worauf es ankommt
Hormone sind nur ein Teil der Gesundheit. Der


