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Haben Männer Wechseljahre?

Was steckt hinter dem Begriff „Andropause“, welche Beschwerden können auftreten und was können Männer selbst tun?

Artikel nach Kategorien filtern #Männergesundheit #Medizin
Mann sitzt am Fenster.

Mit dem Alter verändert sich der Körper – und vielleicht auch die Leistungsfähigkeit oder das Lebensgefühl. Sind das die Wechseljahre? Die meisten verbinden sie vermutlich mit Frauen. Doch auch bei Männern wandelt sich im Laufe des Lebens der Hormonhaushalt. Deshalb spricht man manchmal von „Wechseljahren beim Mann“. Doch was unterscheidet sie von den Wechseljahren bei Frauen und was passiert dabei im Körper?

  • Wechseljahre beim Mann – Mythos oder medizinische Realität?
  • Warum sinkt der Testosteronspiegel im Alter?
  • Wie äußern sich die Wechseljahre bei einem Mann?
  • Wie kann man einen Testosteronmangel feststellen?
  • Wann ist eine Testosterontherapie sinnvoll?
  • Häufige Fragen zu den Wechseljahren beim Mann
  • Wechseljahre beim Mann – Mythos oder medizinische Realität?

    Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Auch bei Männern verändert sich mit zunehmendem Alter der Hormonhaushalt. Mit den Wechseljahren bei Frauen lässt sich dieser Prozess jedoch nur bedingt vergleichen.

  • Frauen haben von Geburt an eine begrenzte Anzahl von Eizellen. Im Laufe des Lebens reifen Eizellen heran und werden beim Eisprung aus den Eierstöcken freigesetzt. Im Verlauf der Wechseljahre finden Eisprünge immer seltener statt und bleiben schließlich aus. Gleichzeitig bilden die Eierstöcke deutlich weniger Östrogen und Progesteron. Die Menopause bezeichnet einen konkreten Zeitpunkt: die letzte Regelblutung. Sie markiert das Ende der fruchtbaren Lebensphase einer Frau.
  • Bei Männern gibt es keinen vergleichbaren Vorgang. Die Hoden stellen die Testosteronproduktion nicht ein, sondern produzieren das Hormon auch im höheren Alter weiter. Die Menge kann jedoch allmählich abnehmen. Für die sogenannte Andropause gibt es deshalb keinen definierten Zeitpunkt.
  • Beide Veränderungen können mit körperlichen und psychischen Beschwerden einhergehen. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie sich bemerkbar machen, ist bei Männern und Frauen individuell sehr unterschiedlich.
     

    Warum sinkt der Testosteronspiegel im Alter?

    Testosteron wird hauptsächlich in den Hoden gebildet. Gesteuert wird die Produktion allerdings im Gehirn. Mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Zusammenspiel: Die Signale aus dem Gehirn verändern sich und die Hoden reagieren weniger stark darauf.

    Hinzu kommt: Ein Teil des Testosterons ist im Blut an Eiweiße gebunden, insbesondere an das sogenannte Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG). Mit dem Alter nimmt häufig die Menge des Bindungseiweißes zu. Dadurch wird mehr Testosteron gebunden und steht dem Körper nicht frei zur Verfügung.

    Wie äußern sich die Wechseljahre bei einem Mann?

    Müder, weniger belastbar oder schneller gereizt: Solche Veränderungen können bei Männern in der Lebensmitte auftreten – sie müssen es aber nicht. Nicht jeder Mann bemerkt die hormonellen Veränderungen. Und längst nicht jede Beschwerde hat mit Hormonen zu tun. Je nachdem, welche Veränderungen auftreten, können ganz unterschiedliche Faktoren dahinterstecken.

  • Die sexuelle Lust kann nachlassen und Erektionsprobleme können häufiger auftreten: Testosteron beeinflusst das sexuelle Verlangen. Sinkt der Spiegel, kann auch die Lust auf Sex nachlassen. Eine Erektion ist allerdings ein komplexer Vorgang: Dafür müssen unter anderem Nerven, Blutgefäße und Psyche zusammenspielen. Deshalb können Erektionsprobleme viele Ursachen haben – etwa Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, bestimmte Medikamente oder psychische Belastungen.
  • Muskelmasse kann abnehmen, das Gewicht zunehmen: Testosteron wirkt auf Muskeln und Fettgewebe. Es fördert den Aufbau und Erhalt von Muskelmasse und beeinflusst, wie der Körper Fett speichert und abbaut. Sinkt der Testosteronspiegel, kann sich Muskelmasse deshalb leichter abbauen und der Körper mehr Fett einlagern. Das ist jedoch keine Einbahnstraße: Die Körperzusammensetzung beeinflusst auch den Hormonhaushalt. Besonders Übergewicht und viel Bauchfett gehen häufig mit niedrigeren Testosteronwerten einher. Wie sich Hormone, Muskeln und Körperfett gegenseitig beeinflussen, hängt zudem von Faktoren wie Alter, Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stress ab. 
  • Energie und Leistungsfähigkeit können nachlassen: Niedrige Testosteronwerte können mit Müdigkeit, Erschöpfung und geringerer Leistungsfähigkeit einhergehen. Wie genau diese Beschwerden mit dem Hormonspiegel zusammenhängen, ist jedoch weniger eindeutig. Denn Energie und Leistungsfähigkeit hängen von vielen Faktoren ab. Schlafmangel, Stress, Erkrankungen oder wenig Bewegung können sich genauso bemerkbar machen.
  • Auch die Psyche kann betroffen sein: Hormone wirken auch im Gehirn und können Stimmung, Antrieb und Wohlbefinden beeinflussen. Niedrige Testosteronwerte können etwa mit Antriebslosigkeit oder gedrückter Stimmung einhergehen. Einen einfachen Zusammenhang nach dem Motto „weniger Testosteron = schlechte Stimmung“ gibt es jedoch nicht. Psyche und Hormone beeinflussen sich gegenseitig, hinzu kommen Schlaf, Stress, körperliche Erkrankungen sowie Veränderungen im privaten oder beruflichen Leben.
  • Ein sinkender Testosteronspiegel ist also nur ein Teil des Bildes. Und ein niedrigerer Wert bedeutet noch keinen Testosteronmangel. Erst wenn der Testosteronspiegel nachweislich zu niedrig ist und gleichzeitig entsprechende Beschwerden auftreten, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem Testosteronmangel. Dieser wird auch Hypogonadismus genannt. Davon ist nur ein kleiner Teil der Männer betroffen: Bei den 40- bis 79-Jährigen liegt der Anteil bei etwa zwei bis sechs Prozent.

    Infobox: was Sie selbst für mehr Wohlbefinden tun können

    Viele Faktoren, die Energie, Leistungsfähigkeit und Stimmung beeinflussen, lassen sich im Alltag mitgestalten.

  • Den Körper gezielt fordern: Regelmäßiges Krafttraining kann dem altersbedingten Abbau von Muskelmasse entgegenwirken. Ausdauertraining stärkt zusätzlich die Fitness und Mobility-Training hält den Körper beweglich.
  • Ausgewogen essen: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß versorgt die Muskeln mit wichtigen Bausteinen.
  • Erholung ernst nehmen: Ausreichend Schlaf und regelmäßige Pausen können sich positiv auf Leistungsfähigkeit, Stimmung und sexuelles Wohlbefinden auswirken.
  • Halten Müdigkeit, Leistungsabfall, Erektionsprobleme oder eine gedrückte Stimmung länger an, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. So lassen sie sich erkennen und gezielt behandeln.

    Wie kann man einen Testosteronmangel feststellen?

    Ob der Testosteronspiegel tatsächlich zu niedrig ist, lässt sich nur mit einer Blutuntersuchung feststellen.

    Für die Beurteilung eines möglichen Testosteronmangels betrachten Ärztinnen und Ärzte jedoch nicht nur die Laborwerte. Sie beziehen auch Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und andere gesundheitliche Faktoren mit ein. Erst anhand dieses Gesamtbildes lässt sich beurteilen, ob tatsächlich ein Testosteronmangel vorliegt und ob dieser die Beschwerden erklären kann.

    Wann ist eine Testosterontherapie sinnvoll?

    Eine Testosterontherapie kommt bei einem ärztlich festgestellten Testosteronmangel und entsprechenden Beschwerden infrage. Ob sie sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Denn die Behandlung kann auch Risiken mit sich bringen. Unter anderem kann Testosteron die Bildung roter Blutkörperchen anregen und dadurch den Hämatokrit erhöhen. Steigt dieser zu stark, nimmt das Risiko für Gefäßverschlüsse zu. Zudem kann die Therapie die Spermienproduktion beeinträchtigen und damit die Fruchtbarkeit einschränken. Je nach Präparat und Dosierung können außerdem Hautreaktionen, Wassereinlagerungen oder ein erhöhter Blutdruck auftreten. Deshalb kontrollieren Ärztinnen und Ärzte vor und während der Behandlung unter anderem Blutbild, Blutdruck und Prostata.

    Die zusätzliche Gabe von Testosteron ist keine allgemeine Anti-Aging-Behandlung. Sie sollte immer ärztlich begleitet werden.

    Häufige Fragen zu den Wechseljahren beim Mann

    Persönlicher Health Check

    Wissen, worauf es ankommt

    Hormone sind nur ein Teil der Gesundheit. Der persönliche Health Check hilft Ihnen, weitere wichtige Faktoren in den Blick zu nehmen. Dafür beantworten Sie einfach Fragen zu Ihrem Wohlbefinden, Ihren Gewohnheiten und familiären Vorerkrankungen. Im Anschluss erhalten Sie ein persönliches Gesundheitsprofil mit auf Sie zugeschnittenen Empfehlungen – von gesunden Routinen bis hin zu passenden Vorsorge- und Versorgungsangeboten. Jetzt starten!

  • - Andropause--lessons from the European Male Ageing Study ( )
  • - Male Hypogonadism – EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health ( )
  • - Hypogonadism in Men ( )
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