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Hitzewelle: So schützen Sie Babys, Kleinkinder und ältere Menschen

Typische Symptome einer Hitzeerschöpfung erkennen

Artikel nach Kategorien filtern #Familie
Großeltern sitzen auf einer Bank im Garten und halten ihr Enkelkind im Arm.

Der Sommer lädt dazu ein, Zeit mit Familie und Freunden draußen zu verbringen und die langen Tage zu genießen. Sonnige Stunden und warme Temperaturen gehören einfach dazu. Gleichzeitig reagieren Menschen unterschiedlich auf Hitze: Der Hitzeknigge des Umweltbundesamts weist darauf hin, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen bei Hitze mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen. Besonders Babys, Kleinkinder und ältere Menschen ab etwa 65 Jahren reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen. In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie erste Anzeichen erkennen und wie Sie als Eltern, Angehörige oder Betreuungsperson gezielt unterstützen können.

  • Wie reagiert der Körper auf Hitze?
  • Warum sind Babys, Kleinkinder und ältere Menschen besonders gefährdet?
  • Was sind typische Symptome einer Hitzeerschöpfung bei der Risikogruppe?
  • Wann ist medizinische Hilfe notwendig?
  • Was hilft Babys und älteren Menschen bei Hitze?
  • Trinken bei Hitze – So beugen Sie Flüssigkeitsmangel vor
  • Wie reagiert der Körper auf Hitze?

    Normalerweise schafft es unser Körper, seine Temperatur ganz automatisch konstant zu halten. Sobald es draußen jedoch heißer wird, muss der Körper seine „Klimaanlage“ anschalten: Die Blutgefäße weiten sich und wir beginnen zu schwitzen. Das kühlt zwar, aber wir verlieren dadurch auch viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe.

    Besonders Babys, Kleinkinder und ältere Menschen können Temperatur und Flüssigkeit nicht so leicht ausgleichen und geraten deshalb bei Hitze schneller an ihre Grenze. Ihr Kreislauf macht schlapp und sie fühlen sich rascher erschöpft.

    Hält die Belastung länger an, kann das ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Zu typischen Hitzeschäden zählen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Damit Sie Ihre Liebsten im Sommer bestmöglich schützen können, schauen wir uns die Unterschiede genauer an:

  • Unter einem Sonnenstich versteht man die Reizung der Hirnhaut. Häufig wird dieser durch direkte Sonneneinstrahlung über einen langen Zeitraum verursacht. Die Symptome treten oft schleichend über mehrere Stunden auf.
  • Eine Hitzeerschöpfung ist eine Kreislaufstörung des Körpers, die durch langen Aufenthalt in der Hitze und Flüssigkeitsmangel entsteht. Klingen die Symptome nicht innerhalb einer Stunde ab, kann es zu einem Hitzschlag führen.
  • Ein Hitzschlag ist ein gefährlicher Temperaturanstieg des Körpers, den dieser selbst nicht mehr regulieren kann. Dabei steigt die Körpertemperatur innerhalb von 10 bis 15 Minuten rasant an.
  • In allen Fällen sollte die betroffene Person sofort in den Schatten gebracht werden. Um den Körper abzukühlen, helfen besonders feuchte Tücher auf Kopf und Nacken. Vermeiden Sie jedoch Kaltwasserbäder, da sie nur zu einem Anstieg der Körpertemperatur führen. Verschlimmern sich die Symptome, sollten Sie medizinische Hilfe hinzuziehen.

    Warum sind Babys, Kleinkinder und ältere Menschen besonders gefährdet?

    Während ältere Menschen Symptome wie Durst, Erschöpfung und Schwindel erst später wahrnehmen, können Babys und Kleinkinder diese nur eingeschränkt äußern. Oft können sie ihr körperliches Empfinden noch nicht sprachlich mitteilen und reagieren häufig über Veränderungen im Verhalten. Das zeigt sich zum Beispiel durch auffällige Unruhe oder ausgeprägte Müdigkeit. Daher sind sie alle auf besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung ihres Umfelds angewiesen. Wie sich die Warnzeichen konkret äußern, unterscheidet sich je nach Lebensalter:

    Auswirkungen von Hitze auf Babys und Kleinkinder

    Bei Babys und Kleinkindern ist das körpereigene Kühlsystem noch dabei, sich zu entwickeln. Dadurch schwitzen sie weniger und geben weniger Wärme ab als Erwachsene. Zudem besitzen sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine größere Körperoberfläche, wodurch die Körpertemperatur schneller steigt. Gleichzeitig verdunstet bei Hitze die Flüssigkeit im Körper rascher als bei Erwachsenen. Je jünger das Kind ist, desto schneller wirken sich hohe Temperaturen auf den Körper aus. Umso wichtiger ist daher ein verlässlicher Schutz im Alltag. 

    Auswirkungen von Hitze auf ältere Menschen

    Im höheren Lebensalter verlangsamen sich der Stoffwechsel und die Regulation der Körpertemperatur. Der Körper reagiert weniger flexibel auf hohe Außentemperaturen und das Durstgefühl fällt oft geringer aus. Dadurch kann sich unbemerkt ein Flüssigkeitsmangel entwickeln. Zusätzlich erhöhen chronische Erkrankungen oder bestimmte Medikamente die Belastung. Gerade deshalb ist es wichtig, auf erste Anzeichen einer Hitzeerschöpfung zu achten.

    Was sind typische Symptome einer Hitzeerschöpfung bei der Risikogruppe?

    Da Babys, Kleinkinder und ältere Menschen anders auf Hitze reagieren, treten bei ihnen teils unterschiedliche Symptome auf.

    Besondere Symptome bei Babys und Kleinkindern

  • Ungewöhnliche Müdigkeit oder starke Unruhe
  • Heiße, trockene Haut
  • Weniger nasse Windeln und Trinkverweigerung
  • Schnelle Atmung oder Fieber ohne Infekt
  • Besondere Symptome bei älteren Menschen

  • Erhöhte Temperatur von bereits 38 °C
  • Schwindel, Verwirrtheit, Kopfschmerzen
  • Schwächegefühl 
  • Niedriger Blutdruck, was zu Stürzen führen kann
  • Veränderte Atmung oder Herzfrequenz
  • Wann ist medizinische Hilfe notwendig?

    Werden Symptome einer Hitzeerschöpfung erkannt, stellt sich die nächste Frage: Was tun? In vielen Fällen lassen sich hitzebedingte Beschwerden durch Ruhe, Kühlung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr lindern. Halten die Beschwerden trotz erster Maßnahmen länger als eine Stunde an oder steigt die Körpertemperatur über 38 °C, sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Dies gilt insbesondere auch bei Anzeichen für einen Hitzschlag wie anhaltendes Fieber, Erbrechen, starker Schwindel oder ein deutlich erhöhter Puls.

    Illustration Norrufnummern mit Krankenwagen und Handy

    Wichtige Nummern auf einen Blick

    Bei starker Hitze können sich Beschwerden schnell verstärken. Doch wohin wendet man sich im Fall der Fälle? Wir haben für Sie wichtige Kontakte und Informationen zusammengestellt, damit Sie im entscheidenden Moment schnell die richtige Anlaufstelle finden. 

    Jetzt vorbereiten

    Was hilft Babys und älteren Menschen bei Hitze?

    Damit Sie die nächsten heißen Sommertage gemeinsam gut überstehen, helfen Ihnen folgende Tipps, Kinder und ältere Angehörige sicher und entspannt durch hohe Temperaturen zu begleiten. 

    Allgemeine Maßnahmen an heißen Tagen

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und tragen Sie regelmäßig Sonnenschutz auf.
  • Legen Sie Aktivitäten bevorzugt in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
  • Wählen Sie leichte, luftige Kleidung in hellen Farben.
  • Schützen Sie Kopf und Nacken mit einer geeigneten Kopfbedeckung.
  • Lüften Sie Räume in den Morgen- und Abendstunden und dunkeln Sie sie tagsüber ab.
  • Unterstützung für Babys und Kleinkinder bei Hitze

  • Bieten Sie Babys, die gestillt werden, häufiger die Brust an und achten Sie selbst auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Gestillte Babys benötigen bei Hitze kein zusätzliches Wasser. Andernfalls kann es in manchen Fällen zu einer Wasservergiftung führen. 
  • Bieten Sie Ihrem Kind regelmäßig Getränke an, auch ohne ausgeprägtes Durstgefühl. Kleinkinder bis zu drei Jahren sollten 0,9 bis 1 Liter Wasser pro Tag trinken. Bei älteren Kindern und Jugendlichen liegt der Richtwert bei 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Tag. 
  • Ergänzen Sie Mahlzeiten durch wasserreiche Snacks wie Wassermelone oder Gurke. Sie unterstützen zusätzlich die Flüssigkeitszufuhr.
  • Lassen Sie Ihr Kind niemals im parkenden Auto zurück – auch nicht für kurze Zeit und selbst bei geöffnetem Fenster. 
  • Halten Sie sich mit Ihrem Kind in der heißesten Tageszeit bevorzugt im Schatten oder in gut gelüfteten Räumen auf. Denken Sie auch im Schatten an ausreichend Sonnencreme, denn auch da kann es zu einem Sonnenbrand kommen. 
  • Nutzen Sie für den Schlaf den kühlsten Raum der Wohnung. 
  • Servieren Sie Getränke lauwarm oder kühl, aber vermeiden Sie eiskalte Varianten. 
  • Achten Sie darauf, Kinderwagen nicht abzudecken, um einen Hitzestau zu verhindern.
  • Unterstützung für ältere Menschen bei Hitze

  • Achten Sie darauf, dass ältere Menschen regelmäßig und ausreichend trinken – bei Hitze mindestens 2 Liter am Tag. Ein fester Trinkplan kann helfen, beispielsweise jede Stunde ein Glas Wasser (ca. 0,25 Liter). Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Schorlen.
  • Stimmen Sie bei einer Herz- oder Nierenerkrankung die Trinkmenge vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt ab. In diesem Fall könnte zu viel Wasser schädlich sein. 
  • Ergänzen Sie den Speiseplan durch wasserreiche Lebensmittel, wenn das regelmäßige Trinken schwerfällt.
  • Erkunden Sie sich regelmäßig nach dem Befinden und bleiben Sie in Kontakt – persönlich oder telefonisch.
  • Achten Sie aufmerksam auf Veränderungen im Gesundheitszustand.
  • Beziehen Sie das persönliche Umfeld ein und sensibilisieren Sie Nachbarn, Angehörige oder Pflegepersonal.
  • Sprechen Sie frühzeitig mit der hausärztlichen Praxis, um bei Bedarf die Medikation anzupassen.
  • Lagern Sie Medikamente entsprechend den Herstellerangaben und vermeiden Sie Temperaturen über 25 °C, sofern nicht anders angegeben.
  • Trinken bei Hitze – so beugen Sie Flüssigkeitsmangel vor

  • Bieten Sie regelmäßig etwas zu trinken an, auch ohne Durstgefühl. Als Orientierung gelten mindestens 0,6 Liter für Kleinkinder, rund 1,5 Liter für ältere Kinder und mindestens 2 Liter für ältere Menschen pro Tag.
  • Platzieren Sie Getränke immer griffbereit an mehreren Stellen in der Wohnung.
  • Verbinden Sie das Trinken mit festen Momenten im Alltag, zum Beispiel zu jeder Mahlzeit.
  • Nutzen Sie Erinnerungen wie eine Küchenuhr, einen Wecker oder eine Trink-App.
  • Nehmen Sie unterwegs stets eine Flasche Wasser mit.
  • Sorgen Sie für Abwechslung, beispielsweise durch verschiedene Getränke, oder motivieren Sie durch bunte Gläser und nachhaltige Strohhalme. 
  • SBK Gesundheitstelefon Familie

    Wenn Sie medizinischen Rat brauchen, ist das SBK Gesundheitstelefon Familie rund um die Uhr für Sie erreichbar. Sprechen Sie mit einem Expertenteam oder einer Ärztin bzw. einem Arzt unseres Partners 4sigma und erhalten Sie schnell eine professionelle Einschätzung.

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