Insektenhotel bauen mit Kindern

Ein neues Zuhause für Wildbienen

Wildbienen finden hierzulande immer weniger natürliche Schutzräume. Dabei brauchen sie als echte Einzelgänger ihr eigenes Zuhause. Ein Insektenhotel mit Kindern zu basteln, ist einfach und macht Spaß. Wie, zeigt das GORILLA Video.

Was unterscheidet die Wildbiene von der Honigbiene?

Die Wildbiene ist, anders als ihre sehr viel bekanntere Verwandte – die Honigbiene – eine klassische Einzelgängerin. Sie lebt lieber allein als mit mehreren hunderten anderen Bienen zusammen im Bienenstock. Ihr Äußeres ist auch ganz anders. Statt schwarz-gelb ist ihr Körper auch mal schwarz oder rötlich-braun. Manche sind sehr zierlich und tragen einen Pelz. Andere sehen eher aus wie fliegende Ameisen. Auch wenn sie einen Stachel tragen, ist dieser häufig doch so winzig, dass er unsere Haut gar nicht durchdringen kann.

Wildbienen sind keine Nutztiere und produzieren auch keinen Honig. Ihr Hauptziel ist die Fortpflanzung. Deshalb ist ihr Flugradius auch viel kleiner: Die Wildbiene fliegt nicht weiter als 500 Meter von ihrem Nistplatz weg. Die Honigbiene dagegen traut sich bis zu sieben Kilometer hinaus. Wildbienen haben manchmal Mühe, Futter zu finden, denn sie sind alles andere als Allesfresser, sondern – je nach Unterart – hochspezialisiert in ihrer Ernährung.

Die Wildbiene – warum braucht sie Schutz?

Die Wildbiene ist vom Aussterben bedroht. Sie ist sehr anfällig für Pestizide aus der konventionellen Landwirtschaft. Weil die Wildbiene eine wichtige Rolle beim Bestäuben von Pflanzen spielt, sollten wir ihr beim Überleben helfen. Es gibt in Deutschland rund 550 Wildbienenarten, von denen 30 gerne in einem Insektenhotel nisten. Die meisten anderen legen ihre Eier im Boden oder in Totholz ab. In der freien Natur bauen die Weibchen bis zu 30 Brutzellen. Dort schlüpfen vier bis zehn Tage nach der Eiablage die Larven, um sich dann zwei bis vier Wochen einzupuppen. In einem Insektenhotel sind sie gut geschützt vor Feinden wie Buntspechten oder Wespen.

Hilfe für die Wildbienen

Wer erst mal ein Insektenhotel nach unserer Anleitung selbst gebaut hat und Spaß daran findet, kann damit in Serie gehen. Es ist sinnvoll, gleich mehrere Insektenhotels in Gärten oder auf dem Schulgelände aufzuhängen. Außerdem eine gute Idee: Totholz im Garten liegen zu lassen, keinen chemischen Dünger für den Rasen oder die Pflanzen zu benutzen, auf torfhaltige Erde zu verzichten und wilde Ecken im Garten stehen zu lassen. Zu viel Ordnung im Garten ist nicht gut – jedenfalls nicht aus Sicht der Wildbiene.

Mehr zu GORILLA

Alle Informationen zu GORILLA und der Kooperation mit der SBK finden Sie unter sbk.org/gorilla. Dort erwartet Sie auch ein Interview mit den Gründern des Programms und ein spannender Hintergrundbericht zum Thema Bewegung und Ernährung im Kindesalter.

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