Klinik-Entlassung: Wie geht es jetzt weiter?

Betreuung nach einem Krankenhausaufenthalt. So gelingt die lückenlose Anschlussversorgung.

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Geschafft! Der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus ist gut überstanden. Viele Patienten fragen sich jetzt: Wie geht es für mich weiter? Genieße ich auch nach der Entlassung eine optimale therapeutische Versorgung? Und wer kümmert sich darum? Diese Aufgabe übernimmt – seit 2017 gesetzlich verankert – das Entlassmanagement des Krankenhauses in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse.

Das Entlassmanagement eines Krankenhauses sorgt dafür, dass Patienten im Anschluss an ihre stationäre Behandlung eine lückenlose Versorgung mit Hilfsmitteln, in der Reha oder der Pflege erhalten. Dazu wird rechtzeitig vor der Entlassung geprüft, welcher individuelle Versorgungsbedarf besteht – dieser bildet die Grundlage für einen Entlassplan, den das Krankenhaus mit Unterstützung der Krankenkasse des Patienten erstellt. Der Gang zum niedergelassenen Arzt ist damit in der Regel nicht mehr nötig.

Eine Partnerschaft, die weiterhilft

Weil das Gesetz noch jung ist, sammeln viele Kliniken gerade Erfahrungen und gehen bei der Umsetzung nicht einheitlich vor. Daher arbeitet die SBK mit mehreren Pilot-Krankenhäusern besonders eng zusammen. „So können wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wie sich die Übergangszeit nach dem Krankenhausaufenthalt noch patientenfreundlicher organisieren lässt“, erklärt Walter Haßelbacher, Projektleiter stationäre Versorgung bei der SBK. Zu diesen Qualitätspartnern gehört das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München – genauer die Klinik und Poliklinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie (Prof. Eckstein): eine erste Adresse für Patienten mit akuten und chronischen Gefäßerkrankungen. 

Entlassmanagement vom ersten Tag an

Wer in der Münchner Klinik beispielsweise einen Gefäßbypass am Bein erhalten soll, der kommt im Vorfeld der OP zu einem sogenannten prästationären Tag ins Krankenhaus. Unter anderem wird bereits jetzt mithilfe einer auf Erfahrungswerten basierenden Checkliste ermittelt, welche Hilfestellung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wichtig sein könnte. Für die Teilnahme am Entlassmanagement ist eine Einverständniserklärung des Patienten erforderlich.

Nach der Operation spricht ein sogenannter Entlassmanager mit dem Patienten über die spätere Betreuungssituation: Gibt es Pflegebedarf? Können Angehörige helfen? Sogar über die Höhe des Stockwerks, in dem die Wohnung des Patienten liegt, informiert sich der Entlassmanager. Auch die behandelnden Stationsärzte werden befragt. So ergibt sich ein Bild aller Maßnahmen, die in der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt aus medizinischer Sicht angebracht sind.

Klinikmanagerin Dr. Eva Knipfer: „Alle Informationen laufen bei unserer Entlassmanagerin zusammen. Sie setzt nun alle Hebel in Bewegung, um möglichst frühzeitig die Nachversorgung zu organisieren. Dabei klärt sie, ob etwa eine Anschlussbehandlung beantragt oder ein Wundversorger, ein Pflegedienst oder eine Reha-Klinik kontaktiert werden soll. Wird ein Gehstock, ein Rollstuhl oder irgendein anderes spezielles Hilfsmittel benötigt? Meine Kollegin telefoniert dann schon mal mit dem Sanitätshaus oder nimmt Verbindung mit einem Sozialdienst auf.“

Der Sozialdienst ist oftmals die Schnittstelle zwischen dem Krankenhaus und der SBK. Die SBK stellt auf Wunsch des Sozialdienstes die Verbindung zu kompetenten Ansprechpartnern und Einrichtungen aus ihrem Partnernetzwerk her. Als eine der größten Betriebskrankenkassen Deutschlands verfügt die SBK über bewährte Kontakte, die der Klinik und damit auch den Patienten zugutekommen. Das Ziel dieser Kooperation ist immer das maximale Wohlbefinden der Patienten nach einer stationären Behandlung. Vorteil für den Patienten: Er weiß genau, wie es nach dem Klinikaufenthalt weitergeht, und er kann sich den Gang zu einem niedergelassenen Arzt ersparen. So kann er sich ganz aufs Gesundwerden konzentrieren.

Unsere beispielhaft angeführte Münchner Klinik gibt ihren Patienten bei der Entlassung einen Begleitbrief mit, der alle wichtigen Kontaktdaten für die Anschlussversorgung enthält. Aktuell ruft im Rahmen eines Projektes zwei Tage später eine Mitarbeiterin noch einmal an und erkundigt sich, ob alles zur Zufriedenheit verläuft. Dabei steht immer eine Frage im Mittelpunkt: Was lässt sich in Zukunft noch besser machen? 

Zur Sicherheit: Fragen Sie bitte nach!

Nicht alle Krankenhäuser handhaben das Entlassmanagement wie das Klinikum rechts der Isar. Daher der Tipp des SBK-Experten Haßelbacher: „Wenn Sie sich zu einer stationären Behandlung ins Krankenhaus begeben – sprechen Sie das Ärzteteam auf ihr Entlassmanagement an. Dann können wir uns als SBK gezielt um Ihre Belange kümmern und zeitnah dazu beitragen, dass auch Sie direkt nach Ihrer Entlassung optimal in hoher Qualität versorgt sind.“

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