Kundengeschichte: Endlich wieder leicht ums Herz

So konnte ich dank meiner Familie und der SBK nach meinem Herzinfarkt wieder aufatmen.

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Wir sind täglich im Austausch mit unseren Versicherten und hören viele individuelle, große und kleine Geschichten über die Erlebnisse unserer Kunden mit der SBK. In dieser Serie erzählen Versicherte ihre persönliche SBK-Geschichte und geben anderen Betroffenen und Angehörigen in ähnlichen Situationen wertvolle Tipps – von Mensch zu Mensch.

Die Krankheit hat mich verändert. Ich bin nicht die Ines, die ich früher mal war – und das ist gut so.“

Als kaufmännische Projektmanagerin war Ines Brevis Nunez häufig auf Dienstreise, die Wochenenden nutzte sie für ein BWL-Zweitstudium. Zu Hause war sie als Mutter für ihre damals 16-jährige Tochter da. Ihr damaliges Leben war durch Stress und einen ungesunden Lebensstil geprägt. 2011 erleidet sie einen Herzinfarkt.

Heute, so sagt Ines Brevis Nunez selbst, ist sie eine andere Frau. Wie es ihr nach dem Krankenhausaufenthalt ging, warum sich ihr Leben nach dieser schweren Zeit grundlegend geändert hat und welche besondere Rolle ihre persönliche SBK-Kundenberaterin dabei spielte, erzählt sie in einem persönlichen Interview.

REDAKTION: Sie haben 2011 einen Herzinfarkt erlitten. Wie ging es nach dem Krankenhausaufenthalt weiter?

INES BREVIS NUNEZ: Nach dem Krankenhaus folgte der Aufenthalt in einer Reha-Klinik. Besonders für mich als alleinerziehende Mutter war diese Zeit sehr erholsam, denn alltägliche Pflichten wurden mir abgenommen. Durch das umfangreiche Entspannungsangebot und die psychologische Betreuung konnte die Genesung schnell voranschreiten. Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt.

R: Wie ging es nach der Entlassung aus der Reha für Sie zu Hause weiter?

Ich dachte, ich kriege wieder einen Herzinfarkt.

IBN: Mein gutes Gefühl änderte sich, als ich zu Hause war. Ich hatte bei jedem Herzpochen die Sorge, wieder einen Herzinfarkt zu bekommen. In der Reha hatte ich diese Ängste nicht, da ich ja ständig medizinisch betreut wurde. Zu Hause fehlte mir diese medizinische Kontrolle und ich entwickelte Phantomsymptome, wie ein enges Gefühl in der Brust oder Beklemmungsgefühle. Ich dachte, ich kriege wieder einen Herzinfarkt. Besonders schlimm war es, wenn ich abends alleine ins Bett gegangen bin. Ich war hilflos und wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Ich wollte meine Tochter natürlich mit diesen Sorgen nicht belasten, konnte mit meinen Ängsten aber auch nicht länger allein sein. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, für diese Zeit zu meinen Eltern zu ziehen. Seitdem ging es bergauf – auch dank der SBK.

R: Wie kam es nach Ihrem Reha-Aufenthalt denn zum Kontakt mit Ihrer Kundenberaterin bei der SBK?

Ich war von der Art dieser unbürokratischen Soforthilfe beeindruckt.

IBN: Das war für mich besonders bemerkenswert: Ich bin aus der Reha zurückgekommen und bereits zwei Tage später rief mich meine Kundenberaterin an, um zu fragen, wie es mir geht. Das fand ich wirklich außergewöhnlich. Neben meinen Erfahrungen in der Reha-Klinik erzählte ich ihr dann auch von meinen Ängsten und Sorgen, die mich begleiten, seitdem ich wieder zu Hause bin. Meine Kundenberaterin hörte mir aufmerksam zu, machte mir Mut und bot mir eine sofortige Unterstützung in Form einer psychologischen Beratung an. Die SBK hat mich zwar schon immer unterstützt und toll beraten, dennoch war ich von dieser Art der unbürokratischen Soforthilfe beeindruckt. Ich habe das Angebot sofort angenommen, was genau die richtige Entscheidung war.

Das tue ich heute, um einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen:

  • Stress im Berufs- und Familienleben dauerhaft reduzieren
  • regelmäßige Momente der Entspannung und Gemütlichkeit in den Alltag integrieren
  • meinen Bedürfnissen und meinem Bauchgefühl mehr Achtsamkeit schenken
  • mich gesünder und ausgewogener ernähren
  • mich regelmäßig an der frischen Luft bewegen
  • und natürlich alle Vorsorgeuntersuchungen bei meinem Hausarzt wahrnehmen

R: Normalerweise haben Therapeuten Wartelisten. Mussten Sie lange auf einen Gesprächstermin warten?

IBN: Nein, überhaupt nicht – das hat mich selber sehr überrascht. Meine Kundenberaterin hat sich um alles gekümmert und eine Therapeutin für mich gefunden, die mir telefonische Sprechzeiten anbieten konnte. Dank der Terminorganisation meiner Beratung ging alles sehr schnell.* Ich kann mich noch sehr genau an die Gespräche mit der Psychologin erinnern. Sie war sehr einfühlsam und ist sehr genau auf meine beschriebene Situation eingegangen. Wenn ich abends zu Bett gegangen bin, habe ich mir diese Ratschläge ins Gedächtnis gerufen. Das hat mich sehr beruhigt. Mir haben diese Gespräche damals wirklich sehr geholfen. Besonders tröstend war für mich, dass viele Herzpatienten nach einem Infarkt mit ähnlichen Symptomen zu kämpfen haben. Mit dieser Gewissheit habe ich mich einfach nicht mehr so auf mich allein gestellt gefühlt. Es ging mir von Tag zu Tag besser, bis meine Ängste schließlich ganz verschwunden waren. Unterstützt wurde meine Genesung natürlich auch von der Tatsache, dass ich meine Familie um mich herum hatte. Ich weiß nicht, ob ich mich zum damaligen Zeitpunkt selbst an eine psychologische Beratung gewandt hätte. Umso dankbarer bin ich, dass meine Kundenberaterin bei der SBK diesen Vorschlag gemacht hat.

R: Wie geht es Ihnen heute, neun Jahre nach dem Herzinfarkt? Was hat sich für Sie verändert?

IBN: Alles. Die Krankheit hat mich verändert. Ich bin nicht die Ines, die ich früher mal war. Früher hatte ich den Anspruch, in allen Bereichen einhundert Prozent zu geben. Heute weiß ich jedoch, dass das nicht möglich ist, denn mehr als zusammengenommen einhundert Prozent kann niemand leisten. Seit dem Infarkt bin ich viel ruhiger und achtsamer im Umgang mit mir selbst geworden. Ich schätze mein Leben noch mehr und bin sehr dankbar und glücklich, den Herzinfarkt überlebt zu haben. Probleme, die mich früher sehr gestresst hätten, sehe ich heute viel entspannter. Es wird schon eine Lösung geben, aber ich muss diese Lösung nicht sofort finden. Damit nehme ich mir selbst sehr viel Druck. 

R: Haben Sie nach Ihren eigenen Erfahrungen mit einem Herzinfarkt Ratschläge für Betroffene in einer ähnlichen Situation?

Kommunikation ist bei der Genesung ein zentrales Thema.

IBN: Wenn einem solch ein Schicksalsschlag widerfährt, spielt das soziale Umfeld eine entscheidende Rolle. Freunde, Familie oder eine funktionierende Partnerschaft spenden Wärme und vor allem Sicherheit in dieser schwierigen Zeit. Wer solch eine Verbindung nicht hat, sollte frühzeitig nach professioneller Unterstützung Ausschau halten. Wichtig ist auch, dass man einen Gesprächspartner hat, dem man vertraut. Kommunikation ist bei der Genesung ein zentrales Thema. Mir tat es gut, zu meiner Geschichte zu stehen. Ich habe auch vor Kollegen offen über meinen Herzinfarkt gesprochen. Das hat mir geholfen, das Erlebte besser zu verarbeiten. Darüber hinaus kann ich Betroffenen den Tipp geben, immer auf das eigene Körpergefühl und Befinden zu hören. Fragen, wie man zukünftig leben, essen oder arbeiten möchte, sollte man sich ganz neu stellen. Was tut mir gut und was kann ich jeden Tag für mein Wohlbefinden tun? Diese Achtsamkeit hat mir im Alltag sehr geholfen, mich gestärkt und sogar mutiger gemacht.

R: Vielen Dank, Frau Nunez, für dieses sehr persönliche und offene Interview.

* Anmerkung: Obwohl unsere Kundenberater alles tun, um einen schnellen Termin bei einem Therapeuten oder einem Facharzt für Sie zu finden, kann es dennoch zu Wartezeiten kommen.

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