Kundengeschichte: „Ich würde mich nicht noch mal operieren lassen“

Wie Karl Glaser nach einer Fuß-OP, die nicht nach Plan verlief, auf die Unterstützung der SBK vertrauen konnte.

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Wir sind täglich im Austausch mit unseren Versicherten und hören viele individuelle, große und kleine Geschichten über die Erlebnisse unserer Kunden mit der SBK. In dieser Serie erzählen Versicherte ihre persönliche SBK-Geschichte und geben anderen Betroffenen und Angehörigen in ähnlichen Situationen wertvolle Tipps – von Mensch zu Mensch.

Ich hätte mich früher an die SBK wenden sollen.

Karl Glaser ist 68 Jahre alt und steht mitten im Leben. Der ehemalige Angestellte der Siemens Energy AG genießt seinen Ruhestand und ist leidenschaftlicher Wanderer. Nur sein Hallux valgus bereitet ihm Probleme: Durch eine Fehlstellung des großen Zehs werden die anderen Zehen verdrängt. So entstehen teilweise Ballen am Fuß. Auch eine Hammerzehe kann Folge eines Hallux valgus sein: Das bedeutet, dass diese Zehe krallenartig gebeugt ist. Herr Glaser fühlt sich durch den Hallux valgus beim Wandern eingeschränkt und lässt sich daher nach einer langen Bedenkzeit operieren.

Doch die Operation bringt nicht den gewünschten Erfolg: Die Wundheilung verläuft nicht wie geplant, ein Zeh droht abzusterben, und das Krankenhaus gibt ihm das Gefühl, mit seinen Sorgen nicht ernst genommen zu werden. Erst spät schaltet er die SBK ein, erlebt dann durch seine Kundenberaterin Angelina Wörner echte Unterstützung.

 

REDAKTION: Herr Glaser, Sie haben bei sich eine Hallux-valgus-Operation vornehmen lassen. Warum?

KARL GLASER: Ich hatte schon seit Jahren einen Hallux valgus. Als meine Wandertouren im Ruhestand länger und weiter wurden, begann er mich zu stören: Zwischen dem großen und dem danebenliegenden Zeh entstand beim Wandern immer eine wunde Stelle. Diese Wunde konnte nie richtig verheilen. Ich ließ mich also von Spezialisten beraten: Hier sagte man mir, dass der Hallux valgus nie besser und im Alter schlimmer werden könnte. Da auch die Heilung im Alter langsamer verläuft, entschied ich mich, den Fuß besser jetzt operieren zu lassen. Schließlich habe ich eine geeignete Klinik in der Nähe von Nürnberg gefunden. Mich überzeugte, dass dort von einem sehr spezialisierten Team mehrere hundert bis zu tausend Operationen dieser Art pro Jahr durchgeführt werden. Meine Vorstellung war, dass ich nach etwa sechs bis acht Wochen wieder in normale Schuhe schlüpfen kann.

R: Was lief bei der Operation nicht wie erwartet?

KG: Die Wundheilung verlief nicht so wie geplant. Den Zeh neben dem großen Zeh hat man gekürzt, weil dieser Zeh eine Hammerzehe war. Er wurde mit einem mehr als zehn Zentimeter langen Stift fixiert. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus musste ich alle zwei Tage beim Hausarzt den Verband wechseln lassen. Wenige Tage nach der Operation stellte der Hausarzt beim Verbandwechsel fest, dass der operierte Zeh stark schwarz verfärbt war. Er schickte mich gleich in die Klinik zurück, dort winkte man aber ab und erzählte mir, dass alles völlig normal sei. Schließlich bin ich – nach Rücksprache mit meinem Hausarzt und einer Hautärztin – in die Notaufnahme eines anderen Krankenhauses.

R: Wie hat man dort die Lage eingeschätzt?

KG: Die Ärzte dort haben festgestellt, dass die Blutzufuhr zu den Zehen abgedrückt war. Das lag nicht am eingesetzten Stift, sondern an den nun verschobenen Knochen. Diese drückten die Adern zu der Zehe ab und somit die Blutversorgung. Ich musste eine Woche lang stationär behandelt werden.

Wenn ich nicht so viel mit meiner Kundenberaterin telefoniert hätte, hätte ich von vielen Leistungen nie erfahren

R: Wie kam es dann zum Kontakt mit der SBK?

KG: Beim ersten Mal ging es um das Thema Taxikosten. Das Krankenhaus, das mich notbehandelte, meinte, ich müsste die Fahrtkosten selbst tragen. Zum Glück ist der Kundenberaterin bei der SBK aufgefallen, dass das Krankenhaus einen falschen Behandlungsgrund angegeben hatte – und so bekam ich schließlich die Kosten erstattet. Beim zweiten Mal ging es um eine Reha. Da ich ein halbes Jahr lang auf Krücken angewiesen war, litt ich unter starkem Muskelabbau, vor allem am operierten Fuß. Ich bemühte mich also um eine Reha und erfuhr dabei von der SBK, dass ich auch kurz nach der Operation eine Reha hätte bekommen können. Ich bin ganz überzeugt, das hätte mir damals extrem viel geholfen. Nun aber hat es mit der Reha geklappt. Auch weil die SBK immer offen für meine Wünsche war: Mir war zum Beispiel wichtig, dass ich auf der Reha auch die Möglichkeit habe, Wassergymnastik zu machen. Daher lehnte ich die Vorschläge der SBK zunächst ab. Als ich aber mit einem Gegenvorschlag kam, hat die SBK dies ganz unbürokratisch überprüft und die Kostenzusage erteilt.

Die SBK hat mir neue Optionen eröffnet.

R: Wie geht es Ihnen heute?

KG: Die Ärzte konnten meinen Zeh zwar erhalten, leider ist er aber seitdem steif und die Haut ist recht empfindlich. Auch die Wunde am großen Zeh ist erst nach rund einem halben Jahr verheilt. Man sprach von einer Unreinheit bei oder nach der Operation. Das Krankenhaus, in dem ich operiert wurde, verneinte dies alles und meinte immer wieder, dass alles normal und in Ordnung sei. Da der Fuß für lange Zeit immer neu verbunden werden musste, konnte er nicht so gut wie üblich mit einer Schiene fixiert werden. Die Wirksamkeit der Operation wurde so deutlich abgeschwächt. Die große Zehe drückt und reibt jetzt wie vor der OP. Ich kann bisher weder laufen noch hüpfen. Ich habe Schmerzen im Vorderfuß und muss seit der OP täglich Schmerztabletten einnehmen. Bis heute – immerhin mehr als ein Jahr nach der OP – kann ich zudem keine geschlossenen Schuhe tragen, da sie auf die Schrauben im Inneren des Fußes drücken.

R: Vielen Dank, Herr Glaser, für das Interview.

Meine Tipps für Betroffene mit ähnlichen Problemen

  • Wägen Sie jede Operation genau ab: Denn jede Operation birgt Risiken.
  • Nehmen Sie die Ärzte mehr in die Pflicht: Lassen Sie sich über mögliche Nebenwirkungen und Folgen aufklären.
  • Holen Sie sich gegebenenfalls eine ärztliche Zweitmeinung ein.
  • Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu Ihrer Krankenkasse auf: Denn viele Ärzte kennen einige Leistungen und Möglichkeiten gar nicht. Die SBK hat mir noch einmal neue Optionen eröffnet.
  • Selbst wenn man von den Ärzten und Kliniken im Stich gelassen wird, ist die Krankenkasse immer ein wichtiger Ansprechpartner, der im Notfall einspringen und helfen kann.

Rehabilitationskur (Reha)

Der beste Weg, nach einer Operation oder langen Krankheit wieder zu Kräften zu kommen.

Mit einer Rehabilitationskur, auch kurz Reha genannt, kommen Sie nach einer Operation wieder auf die Beine. In einer Reha bekommen Sie spezielle Behandlungen und Maßnahmen, um wieder fit für den Alltag zu werden. Eine Rehabilitation dauert in der Regel drei Wochen. Alle Informationen zu den Leistungen der SBK zum Thema finden Sie hier.

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