Mit Hochdruck gegen Bluthochdruck

Eine Ärztin erklärt, wie Sie Bluthochdruck erkennen und vorbeugen, und gibt Tipps, um den Blutdruck zu senken.

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In Deutschland leiden 20 bis 30 Millionen Menschen an Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt. Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine. Regelmäßige Messwerte von mehr als 140/90 sind eindeutige Hypertonie-Symptome, mit denen Betroffene als Hochdruckpatienten eingestuft werden. Sie tragen ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.

Die Ärztin Dr. Gabriele Stumm erklärt im Video, wie Hypertonie entsteht, welche Risiken damit verbunden sind und durch welche Symptome sich Bluthochdruck erkennen lässt. Die gute Nachricht: In vielen Fällen kann durch eine bewusste Lebensweise Hypertonie vorgebeugt werden, bevor diese entsteht, oder bereits bestehender Bluthochdruck gesenkt werden, ohne auf eine Behandlung mit Medikamenten zurückgreifen zu müssen. Frau Dr. Stumm gibt Tipps für die richtige Ernährung, um den Blutdruck zu senken, und wie man durch regelmäßige Bewegung Hypertonie vorbeugen kann.

Was sagen die gemessenen Blutdruckwerte aus?

Dreh- und Angelpunkt ist das Herz. Bei jedem Schlag pumpt es rund 70 Milliliter Blut in die Blutgefäße. Bei einem gesunden Menschen sind es im Schnitt knapp fünf Liter pro Minute. Mit dieser beachtlichen Pumpleistung hängt der Blutdruck zusammen.

Blutdruckwerte werden immer in zwei Zahlen angegeben. Der systolische Druck ist der höhere Wert, der diastolische Blutdruck der niedrigere. Der systolische Druck wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel während des Herzschlags zusammenzieht, um Blut aus dem Herzinneren in die Arterien zu pumpen. Dabei steigt der Blutdruck in den Arterien. Der diastolische Druck hingegen beschreibt den Blutdruck zwischen den Herzschlägen. Zu diesem Zeitpunkt erschlafft der Herzmuskel und die Herzkammern füllen sich wieder mit Blut. Der Druck in den Arterien erreicht dabei seinen Tiefstand. Der höhere Wert der Blutdruckmessung gibt damit die aktuelle Maximal- und der niedrigere Wert die aktuelle Minimalbelastung der Gefäße an.

Die Maßeinheit, in der der Blutdruck gemessen wird, ist „mmHg“ (Millimeter Quecksilbersäule). Im Ruhezustand gilt ein Blutdruck von etwa 120/80 mmHg als normal. Allerdings ist dies nur ein Richtwert, denn jeder Mensch hat einen individuellen Blutdruck. Die Werte können in Abhängigkeit von hormonellen Einflüssen, körperlicher Fitness sowie körperlicher und psychischer Belastung schwanken.

„Bluthochdruck stellt sich selten von heute auf morgen ein“, erklärt Dr. Gabriele Stumm. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie von Bluthochdruck betroffen sind, können Sie Ihren Blutdruck auch selber regelmäßig zu Hause messen und die Werte protokollieren. Blutdruckmessgeräte für den Hausgebrauch erhalten Sie in der Apotheke oder in einem Sanitätshaus. Das ersetzt zwar keine Blutdruckmessung durch medizinisches Fachpersonal, kann aber einen Anhaltspunkt liefern, ob Sie eine Arztpraxis aufsuchen sollten, um Ihre Werte abklären zu lassen.

Das SBK-Gesundheitstelefon

Sie haben an einem Sonntag eine medizinische Frage? Sie sind sich nicht sicher, ob Sie von Bluthochdruck betroffen sind, oder ratlos, ob Sie zur Risikogruppe gehören? Auch außerhalb von Praxisöffnungszeiten tauchen manchmal Fragen auf. Das SBK-Gesundheitstelefon gibt Ihnen die Sicherheit und das gute Gefühl, zu jeder Zeit optimal beraten zu sein.

Mit Mittelmeerkost Bluthochdruck vorbeugen

Zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird auch im medizinischen Kontext die sogenannte Mittelmeerkost oder auch Kreta-Diät empfohlen. Bei dieser Ernährungsweise bilden pflanzliche Lebensmittel die Basis und dürfen reichlich verzehrt werden. Olivenöl, in Maßen verwendet, bildet bei der Zubereitung der Speisen die Hauptfettquelle. Tierische Lebensmittel wie Milchprodukte, Fisch, Geflügel oder Eier stehen nur wenige Tage in der Woche auf dem Speiseplan – rotes Fleisch wie Rind oder Schwein sogar nur einmal pro Monat. Diese Art der Ernährung ist nicht nur reich an Vitaminen und Ballaststoffen, sondern auch an hochwertigen Fetten. Damit tun Sie nicht nur Ihrem Herz-Kreislauf-System etwas Gutes, sondern Ihrem gesamten Körper.

Die SBK bietet ihren Mitgliedern individuelle Beratung für eine optimale Ernährung. Alle Informationen zu der SBK-Ernährungsberatung finden Sie hier.

Im Alltag Bluthochdruck vorbeugen: So geht’s

Als gesunde „goldene Mitte“ gilt ein Verzehr von fünf bis sechs Gramm Kochsalz pro Tag – das entspricht einem gestrichenen Teelöffel voll. Besonders in Fertiggerichten, Fast Food, Konserven, Wurstwaren, Käse und Brot versteckt sich häufig reichlich Salz, sodass die empfohlene Menge bereits nach kleinen Portionen der genannten Lebensmittel überschritten ist. Bereits zwei Scheiben Brot können beispielsweise 1,4 Gramm Salz enthalten. Das entspricht einem Drittel des Tagesbedarfs.

Unser Tipp: Kochen Sie am besten selbst und werten Sie Ihr Essen mit Gewürzen und frischen Kräutern auf. Wie wäre es zum Beispiel mit Rosmarin, Thymian, Majoran, Basilikum, Petersilie, Koriander oder mit Pfeffer, Chili, Curry und Ingwer. In getrockneter Form lassen sich Kräuter hervorragend lagern und machen jedes Essen zu einem Geschmackserlebnis – auch ohne Salz.

Wer beim Essen auf Gemüse und frische Salate setzt, macht schon vieles richtig. Ein großer Vorteil: Die Portion darf üppig ausfallen, auch wenn Sie gerade den Risikofaktor Übergewicht in Angriff nehmen. Bevorzugen Sie ungesättigte Fette. Gute Quellen dafür sind – maßvoll verwendet – Oliven- und Rapsöl, Avocado, Nüsse, Ölsaaten und fetter Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele. Gesättigte Fette, wie sie meist in tierischen Produkten vorkommen, oder gehärtete Fette, die beispielsweise beim Frittieren entstehen, sollten dagegen nur gelegentlich auf den Teller kommen.

Schon lockeres Ausdauertraining wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern wirkt sich gesundheitsfördernd aus. Um den Blutdruck zu senken, werden mindestens dreimal 30 Minuten in der Woche Ausdauerbewegung empfohlen. Unser Tipp: einfach konsequent die Rolltreppe oder den Aufzug durch die Treppe ersetzen und mehr Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. So wird Bewegung ganz nebenbei zur Gewohnheit.

Darüber hinaus ist regelmäßige Bewegung in Kombination mit einer gesunden Ernährungsweise die beste Methode, um Übergewicht nachhaltig abzubauen und damit das Risiko für Bluthochdruck zu senken. Bauchfett sondert Hormone ab, die hohen Blutdruck, Diabetes und Arteriosklerose begünstigen – was einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zur Folge haben kann. „Wer seinen Bauchumfang durch eine gesündere Lebensweise reduziert, kann häufig seinen Bluthochdruck senken, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen“, erklärt die Expertin.

Arteriosklerose wird auch durch das Rauchen ausgelöst. Rauchen verengt die Blutgefäße und kann so zu Bluthochdruck führen. Hilfe zur Nikotinentwöhnung finden Sie kostenfrei bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Als SBK-Mitglied unterstützen wir Sie ebenfalls aktiv bei der Raucherentwöhnung. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

Anhaltender Stress ist eine Belastung für Körper und Seele – und treibt den Blutdruck in die Höhe. „Reservieren Sie sich Zeit für Entspannung mit beispielsweise Atemübungen, Yoga, autogenem Training oder auch einfach mit regelmäßigen Pausen, um in Ruhe die Zeitung zu lesen“, rät Dr. Gabriele Stumm.

SBK-Leistung

Ernährungsberatung

Individuelle Beratung für eine optimale Ernährung.

Mit der richtigen Ernährung fühlt man sich einfach besser. Außerdem hat die richtige Ernährungsweise einen positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit und kann Heilungsprozesse günstig beeinflussen. Eine Ernährungsberatung hilft Ihnen, Ihre Essgewohnheiten nachhaltig umzustellen. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Alle Informationen zu der SBK-Ernährungsberatung finden Sie hier.

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