PMDS – Wissenswertes zur prämenstruellen dysphorischen Störung

Diese Symptome treten bei PMDS auf, diese Behandlung ist möglich.

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Foto: fizkes/iStock

Jede dritte Frau verspürt in den Tagen oder Wochen vor der Menstruation Probleme. Der Rücken oder Kopf schmerzt, die Brust zieht, ein allgemeines Unwohlsein stellt sich ein: typische Anzeichen des prämenstruellen Syndroms, des PMS. Kommen jedoch noch psychische Probleme hinzu, spricht man von PMDS, der prämenstruellen dysphorischen Störung. Rund 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden daran – teilweise ohne zu wissen, dass ihre Krankheit einen Namen hat. Bei etwa sieben Prozent der Frauen sind die Probleme so stark ausgeprägt, dass sie auch den Alltag der Betroffenen massiv einschränken. Doch woran erkennt eine Frau, dass sie PMDS hat, welche Symptome ruft PMDS hervor, welche Behandlung eignet sich?  

Was ist PMDS? Welche Symptome treten bei PMDS auf?

Unter PMDS versteht man prämenstruelle, dysphorische Störungen. Mit dysphorisch wird ein emotionaler Zustand beschrieben, der mit einer bedrückten, depressiven Grundstimmung einhergeht. Einige Frauen werden zudem reizbar, unkonzentriert, erschöpft, teilweise auch aggressiv. Diese Symptome einer PMDS kommen teilweise, aber nicht immer, zu den beschriebenen prämenstruellen, körperlichen Symptomen hinzu. Die psychischen Symptome haben häufig auch Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben der Erkrankten.

Wie unterscheidet sich PMDS von anderen Krankheiten?

Von anderen psychischen Krankheiten, zum Beispiel Depressionen, unterscheidet sich PMDS, weil die Beschwerden an den Zyklus gebunden sind. Sie treten vier bis 14 Tage vor der Menstruation auf und sind beim Einsetzen der Monatsblutung verschwunden. Leidet eine Frau kurz vor und während der Periode unter krampfartigen Bauchschmerzen, kann es sich auch um eine Endometriose handeln. In diesem Fall ist es wichtig, rechtzeitig einen Arzt zu kontaktieren, damit diese Krankheit nicht weiter fortschreitet.

Wer ist häufig von PMDS betroffen?

Grundsätzlich kann jede Frau im gebärfähigen Alter PMDS-Symptome entwickeln, häufig tritt die Krankheit ab Ende 20 erstmals in Erscheinung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass einige Frauen stärker auf natürliche Hormonschwankungen während des Zyklus reagieren als andere. „Betroffen sind auch oft übergewichtige Patientinnen, weil das subkutane Fett reichlich Östrogene herstellt. Dies wiederum führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den beiden Eierstockhormonen Östrogen und Gestagen“, erklärt Frauenarzt Dr. Alexander Klostermann. Die Ursachen von PMDS sind noch nicht abschließend erforscht. Die Krankheit kann durch familiäre Veranlagung begünstigt sein oder auch durch Stress und Ernährung ausgelöst werden.

Kurz nachgefragt bei Dr. Alexander Klostermann

Dr. Alexander Klostermann ist Gynäkologe, ansässig in Hamburg, und fachärztlicher Mitarbeiter bei 4sigma. 4sigma ist ein Anbieter von Gesundheitsservices und Partner der SBK.

Herr Klostermann, welchen Arzt sollte ich aufsuchen, wenn ich glaube, an PMDS zu leiden?

Zunächst einmal sollten die betroffenen Frauen mit ihrem Hausarzt oder Gynäkologen über ihre Beschwerden sprechen. Dieser überweist sie dann bei Bedarf weiter an einen Endokrinologen, also einen Experten für Hormonerkrankungen, oder in selteneren Fällen auch an einen Neurologen.

Wie wird PMDS diagnostiziert?

Einen speziellen Test, um PMDS zu diagnostizieren, gibt es nicht. Die Diagnose ergibt sich aus der Eigenanamnese, dem Zeitpunkt des Auftretens – ab der Zyklusmitte – und beim Arzt eventuell auch über eine Sonografie oder einen Tastbefund.  

Was hilft gegen PMDS?

Zunächst einmal können Frauen über die Ernährung versuchen, die Symptome einer PMDS in den Griff zu bekommen, indem sie salzarmes Essen bevorzugen und darauf achten, viele Vitamine und Mineralien über die Nahrung zu sich zu nehmen. Auch Ausdauersport und Achtsamkeitsübungen sind angebracht. Darüber hinaus sollten Frauen, die an PMDS leiden, Alkohol, Nikotin, Koffein und auch Schokolade meiden. Wirken die genannten Maßnahmen nicht, so können Betroffene in Absprache mit dem Arzt auch medikamentös nachhelfen, um PMDS zu lindern. Je nach Symptomen und Ausprägung wird der Arzt unterschiedliche Medikamente empfehlen, zum Beispiel Mönchspfeffer oder Johanneskraut, oder gegebenenfalls ein individuell abgestimmtes Antidepressivum verschreiben.

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