Prostatakrebs – Symptome, Behandlung und Vorsorge

Was Sie zum Thema Prostatakrebs wissen sollten und wie Sie sich durch regelmäßige Vorsorge schützen können.

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Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern: Über 60.000 sind in Deutschland jährlich betroffen. Daher besitzt die Prostata-Vorsorge einen besonderen Stellenwert. Je früher im Rahmen der Vorsorge Prostatakrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Vorsorge und verbesserte Behandlungsmöglichkeiten führen dazu, dass die Sterberate infolge von Prostatakrebs-Erkrankungen in Deutschland sinkt – im vergangenen Jahrzehnt um 7,4 Prozent.

Im Folgenden erklären wir Ihnen, welche Prostatakrebs-Symptome es gibt, wer häufig betroffen ist, welche Faktoren eine Erkrankung verursachen können und welche Möglichkeiten es im Rahmen der Prostata-Vorsorge gibt.

Prostatakrebs: Symptome

Bei vielen Männern entwickelt sich Prostatakrebs, ohne dass sie es bemerken. Die Prostatakrebs-Symptome, die im weiteren Verlauf auftreten können, weisen häufig nicht eindeutig auf Prostatakrebs hin, sondern können auch andere Ursachen haben. Zu den Symptomen zählen:

  • Beschwerden beim Wasserlassen
  • Vermehrter Harndrang
  • Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
  • Schmerzen in den Knochen

Da diese Symptome unspezifisch sind, ist es umso wichtiger, dass Sie bei Beschwerden Ihren Hausarzt oder Urologen aufsuchen. Dieser kann erkennen, worauf die Symptome zurückzuführen sind, und gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen. Rufen Sie bei Bedarf auch unsere Experten vom SBK-Gesundheitstelefon an.

Prostatakrebs: mögliche Ursachen

Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist nicht bekannt. Es gibt aber einige Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Prostatakrebs zu erkranken.

AlterDas Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Prostatakrebs. Im Schnitt sind Männer 72 Jahre alt, wenn sie an Prostatakrebs erkranken.
Familiäre VeranlagungWenn Vater, Großvater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls zu erkranken.
HormoneDas männliche Sexualhormon Testosteron fördert das Wachstum eines bestehenden Karzinoms, es löst Prostatakrebs aber nicht aus.
HerkunftGlobal gesehen gibt es mehr Erkrankungen im Westen – besonders in den USA – als im Osten. In Europa ist Prostatakrebs im Norden häufiger als im Süden. Diese Unterschiede werden auf die Ernährung sowie auf sozioökonomische und genetische Faktoren zurückgeführt.
RauchenDer Zusammenhang von Tabakkonsum und dem gehäuften Auftreten von Prostatakrebs gilt als erwiesen, wird aber noch weiter erforscht.
LebensstilUngesunde Ernährung, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol und Tabakkonsum können nicht nur zu einem höheren Prostatakrebs-Risiko, sondern auch zu einem höheren Krebsrisiko insgesamt beitragen.

Prostatakrebs: Diagnose

Urologen sind spezialisiert auf Erkrankungen wie Prostatakrebs. Um eine zuverlässige Diagnose zu stellen, sind mehrere Untersuchungsmethoden möglich.

  • Tastuntersuchung: Der Urologe tastet mit einem Finger über den Enddarm die Prostata des Mannes ab. Diese Untersuchung ist in der Regel völlig schmerzfrei.
  • Ultraschalluntersuchung: Um Bilder der Prostata zu erhalten, wird diese per Ultraschall untersucht.
  • PSA-Wert-Bestimmung: Dieser Wert im Blut kann einen Hinweis auf Prostatakrebs liefern.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Manchmal wird eine MRT vorgenommen, um detailliertere Bilder als beim Ultraschall zu erhalten.

Wenn diese Untersuchungen den Verdacht auf Prostatakrebs erhärten, wird eine Gewebeprobe entnommen. Die Gewebeentnahme aus dem verdächtigen Bereich – auch Prostatabiopsie genannt – ist die einzige sichere Möglichkeit, um eventuell vorhandenen Prostatakrebs festzustellen.

Prostatakrebs: Behandlung

Prostatakrebs wächst häufig eher langsam. Daher sind nicht in jedem Fall Eingriffe wie eine Prostata-OP notwendig. Es kann beispielsweise sein, dass von einem Tumor nur ein geringes Gesundheitsrisiko ausgeht. Wenn die behandelnden Ärzte zu dieser Einschätzung gelangen, wird der Prostatakrebs lediglich durch regelmäßig stattfindende Untersuchungen überwacht. Wenn der Tumor rechtzeitig entdeckt, aber als Gesundheitsrisiko eingeschätzt wird, steht möglicherweise eine Prostata-OP an. Bei einer Prostata-OP ist eine vollständige Heilung möglich. Eine Alternative zur Prostata-OP ist die Strahlentherapie, die sich gegen Tumorzellen richtet. Bei Prostatakrebs in einem fortgeschrittenen Stadium kommen eine Hormon- beziehungsweise Chemotherapie infrage.

Prostatakrebs: Vorsorge

Damit Prostatakrebs möglichst frühzeitig erkannt wird, ist die jährliche Prostata-Vorsorge für alle Männer ab 45 Jahren empfehlenswert. Diese wird beim Urologen durchgeführt und von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Untersuchung beinhaltet Fragen zu möglichen Prostatakrebs-Fällen in Ihrer Familie und eine Tastuntersuchung der Prostata. Bei Auffälligkeiten kommen ein PSA-Test und gegebenenfalls eine Gewebeentnahme hinzu. Was Sie außerdem wissen sollten und wie Sie die Prostata-Vorsorge in Anspruch nehmen können, erfahren Sie hier.

Was ist ein PSA-Test?

PSA ist die Abkürzung für prostataspezifisches Antigen. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das nur die Zellen der Prostata herstellen und im Blut nachgewiesen werden kann. Ist der PSA-Wert erhöht, kann dies ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Da es aber auch harmlose Ursachen gibt, sind Patienten manchmal ohne Grund beunruhigt. Daher ist der PSA-Test keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob ein PSA-Test für Sie dennoch sinnvoll ist. Die Kosten für diese sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) übernehmen Sie privat. Sie wollen mehr über die Prostata-Vorsorge wissen? Häufige Fragen und alle Antworten finden Sie hier.

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