Sperma: Was ist eigentlich gesund?

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Endlich Eltern werden – das wünschen sich viele Paare. Doch manchmal möchte es mit der Schwangerschaft auch nach vielen Versuchen einfach nicht klappen. Dann stellen sich viele Männer die Frage: Ist mit meinem Sperma alles in Ordnung? Worauf Männer achten sollten, weiß Prof. Dr. Michael Zitzmann. Der Oberarzt für Andrologie am Universitätsklinikum Münster erklärt uns, was gesundes Sperma ist und warum Handys und Hoden keine Freunde sind.

Was ist gesundes Sperma?

Die Spermienqualität wird meistens dann zum Thema, wenn es um die Kinderplanung geht. Deswegen, so erklärt Prof. Dr. Zitzmann, wurden Spermien untersucht, die von der Norm abweichen. Die Frage dabei: Ab wann haben die Abweichungen Einfluss auf das Entstehen einer Schwangerschaft? Besonderes Augenmerk lag auf Form, Beweglichkeit und Menge der Spermien. „Ob jemand 200 Millionen Spermien oder 50 Millionen pro Milliliter Ejakulat hat, spielt keine Rolle. Erst bei weniger als 15 Millionen Spermien pro Milliliter ändert sich die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft.“ Allgemein lässt sich sagen:

  • Das Ejakulat sollte mehr als 39 Millionen Spermien enthalten.
  • Von den Spermien sollte sich mehr als die Hälfte vorwärtsbewegen können.
  • Mehr als vier Prozent der Spermien sollten normal geformt sein.  

Wie erkennt man gesundes Sperma?

Mit dem bloßen Auge ist schwer zu erkennen, ob die Spermien gesund sind. Es gibt allerdings Anzeichen, die hellhörig machen sollten. Ein Indiz ist, wenn der Schwangerschaftswunsch länger als ein Jahr unerfüllt bleibt. Aber auch die Optik gibt Aufschluss: Prof. Dr. Zitzmann erklärt: „Das Ejakulat-Volumen sollte mehr als 1,5 Milliliter betragen – etwa so viel wie ein Drittel eines Teelöffels. Es sollte trüb und milchig aussehen. Wenn das Sperma klar ist, kann ein Bestandteil aus den Nebenhoden fehlen. Eine gelbliche Farbe könnte beispielsweise auf eine Entzündung hinweisen.“

Spermienqualität verbessern

Sie wollen Ihr Sperma verbessern? Die Spermienanzahl erhöhen? Die Beweglichkeit Ihrer Spermien fördern? Oder die Spermienproduktion anregen? Dann verzichten Sie auf Zigaretten. Dazu Prof. Dr. Zitzmann: „Alkohol spielt tatsächlich weniger eine Rolle, aber Rauchen macht viel aus. Selbst bei zwei bis drei Zigaretten am Tag vermindert sich die Chance auf eine Schwangerschaft um die Hälfte.“ Zusätzlich gibt er den Tipp: „Was für die Gesundheit gut ist, ist auch für das Sperma gut. Essen Sie ungesättigte Fettsäuren, Nüsse, grünes Gemüse, kein Junk-Food und wenig Zucker.“ Ob sich die Spermienqualität durch Medikamente verbessern lässt, ist fraglich. Bevor Sie etwas einnehmen, sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gesundes Sperma: Was sollte vermieden werden?

Neben dem Verzicht auf Zigaretten sollte auch exzessiver Sport ausgeklammert werden. Dieser, so Prof. Dr. Zitzmann, beeinflusst den Hormonhaushalt. „Als Faustregel gilt: Drei- bis viermal die Woche 20 bis 30 Minuten Sport oder zwei- bis dreimal die Woche eine Stunde ist okay. Täglich zwei Stunden Training sind dagegen weniger ratsam.“ Ebenfalls zu vermeiden: eine Hodenüberhitzung. Wie der Name schon sagt, tritt sie auf, wenn die Temperatur der Hoden erhöht ist. Dies kann sich negativ auf die Spermienproduktion auswirken.

Sperma und Kinderwunsch: Worauf ist zu achten?

Die beste Familienplanung ist Enthaltsamkeit. Prof. Dr. Zitzmann rät zu zwei bis sieben Tagen Enthaltsamkeit vor dem Eisprung. Dies ist für die Spermienqualität der beste Zeitraum. „Wenn man zu lange wartet, sind viele tote Spermien im Ejakulat und wenn man nur kurz wartet, sind allgemein wenig Spermien vorhanden.“ Bleibt der Kinderwunsch länger als ein Jahr unerfüllt, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Welche Spermamythen stimmen?

Vom Handy in der Hosentasche wird Mann unfruchtbar oder Boxershorts sorgen für besseres Sperma? Und wie steht es eigentlich um die globale Spermienqualität? Hier einige Fakten!

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