Sport mit Maske – Vorteil oder Gesundheitsrisiko?

Sport stärkt das Immunsystem und ist deshalb gerade in Coronazeiten wichtig. Worauf kommt es beim Training mit Maske an?

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Foto: fotostorm/iStock

Sport fördert die Abwehrkräfte. Mediziner empfehlen deshalb, trotz und gerade wegen der Corona-bedingten Beschränkungen Sport zu treiben, um Bewegungsmangel entgegenzuwirken und sich fit zu halten. Je nach Sportstätte und regionaler Verordnung gilt dabei eine Maskenpflicht. So war zeitweise das Training in Fitnessstudios wieder möglich, aber nur mit Maske. In manchen Großstädten müssen aktuell selbst Jogger auf beliebten Laufstrecken eine Maske tragen. Was sollten Sportler beim Trainieren mit Maske beachten? Bedeutet Sport mit Maske einen Trainingsvorteil oder gar ein Gesundheitsrisiko? Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wann ist Training mit Maske sinnvoll?

Beim Sport werden vermehrt Aerosole ausgestoßen, die das Coronavirus weitertragen können. Da die Ansteckung mit dem Coronavirus in geschlossenen Räumen besonders hoch ist, bieten medizinische Masken in Fitnessstudios und anderen Sportstätten Schutz vor Ansteckung. Findet das Training draußen statt, kann die Maske beim Sport ebenfalls helfen, sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen – etwa wenn der Abstand zu anderen nicht immer eingehalten werden kann.

Ist Sport mit Maske gefährlich?

Experten sind sich einig: Für gesunde Menschen stellt das Tragen einer Maske beim Sport grundsätzlich keine Gefahr dar. Gerade mit FFP2-Masken kann das Atmen jedoch gefühlt schwerer fallen. Nicht-repräsentative Studien haben dazu herausgefunden, dass die sportliche Leistung mit chirurgischer Maske oder FFP2-Maske um bis zu zehn Prozent abnimmt.

Wichtig ist deshalb, Überanstrengung zu vermeiden und auf körpereigene Signale zu achten: Wer beim Training mit Maske Schwindel, Schwäche oder Kopfschmerzen empfindet, sollte eine Pause einlegen, die Maske wenn möglich ablegen und tief durchatmen. Am sichersten ist es, das Trainingspensum mit Maske zu reduzieren.

Hintergrund: Durch die Maske kann es sein, dass mehr ausgeatmete Luft als üblich direkt wieder eingeatmet wird – und damit auch mehr Kohlenstoffdioxid. Dadurch kann es zu einer Übersäuerung des Blutes, einer sogenannten respiratorischen Azidose, kommen, welche die oben genannten Symptome hervorruft.

Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sollten beim Sport mit Maske besonders vorsichtig sein und zur Sicherheit vorab Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Bieten Masken einen positiven Effekt beim Training?

Auf einen positiven Zusatzeffekt sollten Sportler beim Training mit Maske nicht hoffen. „Außer vor Corona zu schützen, haben Masken beim Sport keinerlei positive Wirkung“, sagt Jonas Nienaber, Sportwissenschaftler und Fachexperte für Präventions- und Versorgungsangebote bei der SBK. Um den bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen und Nachteile durch das Training mit Maske zu vermeiden, empfiehlt er, so oft wie möglich ohne Maske zu trainieren. „Wenn es nicht ohne Maske geht, sollten Sportler die Trainingseinheit mit geringerer Intensität durchführen und eher für die Regeneration nutzen“, so Jonas Nienaber.

Worauf kommt es beim Sport mit Maske an?

Damit die Maske den Spaß am Sport nicht bremst, sollten Sportler auf ein paar Dinge achten:

  • Die Maske sollte bequem und sicher sitzen. Nur wenn sie eng am Gesicht anliegt und nicht rutscht, bietet sie den gewünschten Schutz.
  • Sobald die Maske durchfeuchtet ist, eine neue, trockene Maske aufsetzen.
  • Nur gereinigte oder desinfizierte Masken nutzen.
  • Sofern keine OP- oder FFP2-Masken vorgeschrieben sind, eignen sich feuchtigkeitsabweisende Masken aus leichtem, atmungsaktivem Stoff am besten für das Training.

Weiterhin sollten auch Sportler die Grundregeln Abstand, Hygiene und Lüften beachten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Welche Alternativen gibt es, wenn eine Maske beim Sport nicht infrage kommt?

Wer sich mit Maske beim Sport unwohl fühlt, kann sich dennoch beim Work-out bestmöglich schützen. Um die Ausdauer zu trainieren, bietet sich eine ausgedehnte Radtour im Grünen, eine Wanderung oder eine Joggingrunde auf einer wenig besuchten Strecke an. Falls Spaziergänger oder andere Sportler unterwegs sind, gilt es, Abstand zu halten. Wer seine Muskeln trainieren oder dehnen möchte, kann dies auch ohne die Geräte im Fitnessstudio zu Hause tun. Viele Kraftübungen lassen sich mit dem eigenen Körpergewicht durchführen. Spezielle Übungen helfen, im Homeoffice fit zu bleiben. Für Yoga oder Faszientraining braucht es lediglich eine Matte beziehungsweise einen Faszienball oder eine Faszienrolle.

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