Übelkeit in der Schwangerschaft – Infos und Expertentipps

Wir beantworten häufige Fragen zu Übelkeit in der Schwangerschaft und erklären, was Hyperemesis gravidarum ist.

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Eine Schwangerschaft ist eine ganz besondere Phase im Leben: vollgepackt mit Vorfreude, Emotionen, Gedanken – und auch der einen oder anderen körperlichen Einschränkung. So sind fast alle Frauen hin und wieder von Übelkeit in der Schwangerschaft betroffen. Das kann unangenehm und belastend sein. Die gute Nachricht aber: Für das Baby und die werdende Mama ist eine leicht ausgeprägte Schwangerschaftsübelkeit in aller Regel harmlos. Meist treten die Beschwerden im ersten Drittel der Schwangerschaft auf und legen sich mit der Zeit wieder. Bei einigen Frauen jedoch ist die Übelkeit in der Schwangerschaft schwerer ausgeprägt, es kommt auch noch starkes Erbrechen hinzu. Dann spricht man von Hyperemesis gravidarum. In diesem Fall sollte unbedingt ein eine Ärztin oder Arzt zu Rate gezogen werden.

Mögliche Ursachen für Übelkeit in der Schwangerschaft

Die Hauptursache für Schwangerschaftsübelkeit ist, dass im Körper der werdenden Mutter eine – zum Teil etwas ungeordnete – Hormonumstellung stattfindet. Dies betrifft vor allem das Schwangerschaftshormon Beta-HCG: Es ist wichtig für die Erhaltung der Schwangerschaft und wird von der sich gerade entwickelnden Plazenta produziert. Darüber hinaus sind auch die Hormone Östrogen und Progesteron sowie die Schilddrüsenhormone von der Umstellung betroffen. Daneben können auch andere Ursachen für eine Übelkeit in der Schwangerschaft vorliegen: zum Beispiel eine Magen-Darm-Infektion, Adipositas oder psychische Erkrankungen.

Übelkeit in der Schwangerschaft – in diesem Zeitraum tritt sie besonders häufig auf

Schwangerschaftsübelkeit tritt etwa ab der 5. Schwangerschaftswoche auf. Rund um diesen Zeitpunkt kann dann auch schon das Schwangerschaftshormon Beta-HCG durch einen Test nachgewiesen werden. Mütter mit einer Mehrlingsschwangerschaft sowie Erstgebärende sind für Schwangerschaftsübelkeit besonders anfällig, ebenso Zweitgebärende, die bereits in der ersten Schwangerschaft an Übelkeit gelitten haben. Meist klingen die Beschwerden bis zu der 20. Schwangerschaftswoche wieder ab. Kommt zur Schwangerschaftsübelkeit auch noch Erbrechen hinzu, spricht man von schwerer Schwangerschaftsübelkeit, der Hyperemesis gravidarum. Hiervon betroffen sind rund 2 Prozent aller werdenden Mütter.

Wie Sie Hyperemesis gravidarum erkennen und was Sie jetzt tun sollten

Frauen, die hin und wieder Übelkeit in der Schwangerschaft verspüren oder sich übergeben müssen, sollten sich schonen, können aber beruhigt sein. Werdende Mütter jedoch, die regelmäßig drei- bis viermal am Tag oder noch häufiger erbrechen, leiden infolgedessen oft auch an starkem Durst, Gewichts- und Flüssigkeitsverlusten, welker Haut und einer sichtbaren Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Hinzukommt ein Ekel vor Gerüchen, zum Beispiel Parfüm, und häufig auch angebratenem Essen. Betroffene sollten unbedingt ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt zurate ziehen. In diesem Zusammenhang sollten auch die Elektrolyte im Blut (Säuren, Basen, Salze) kontrolliert werden. Der Facharzt oder die Fachärztin kann dann medikamentös helfen, zum Beispiel mit gezielter Vitamin-B-Unterstützung oder Präparaten wie EMESAN, PASPERTIN oder VOMEX. Darüber hinaus kann die Ärztin oder der Arzt andere Ursachen ausschließen und Frauen mit Hyperemesis gravidarum arbeitsunfähig schreiben. In einigen Fällen ist – neben den regulären Terminen zur Vorsorge – auch eine engmaschigere Betreuung angebracht, um sicherzustellen, dass es der werdenden Mutter und dem Baby gut geht.

Unser Tipp: Dokumentieren Sie für sich selbst Ihr Wohlbefinden während der Schwangerschaft, zum Beispiel mithilfe einer App.

Das hilft gegen Übelkeit in der Schwangerschaft

Oftmals sind werdende Mütter bereits am Morgen von Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Expertinnen und Experten empfehlen dann langsames Aufstehen. Häufig hilft es sogar, wenn die Frauen schon im Bett eine Kleinigkeit essen – hierfür eignen sich Joghurt, Toast, Bananen oder Salzkekse. Auf fetthaltige, stark gewürzte und scharfe Speisen sowie auf Koffein und Teein sollten Schwangere generell – und vor allem bei Hyperemesis gravidarum – verzichten. Auch Gerüche, die Übelkeit in der Schwangerschaft hervorrufen können, sollten sie möglichst vermeiden.

Hilfreich ist es, viel zu trinken, zum Beispiel Mineralwasser ohne Kohlensäure oder Kräutertee. Manche Frauen sind auch gut beraten, „sich durch den Tag zu mümmeln“: Das heißt, keine großen Portionen zu verzehren, sondern etwa alle zwei Stunden eine Kleinigkeit zu essen. Auch Ingwer kann helfen, die Übelkeit in der Schwangerschaft zu mindern – entweder roh zerkaut, in Form von Tee oder auch Kapseln. Zudem raten Expertinnen und Experten, zu Beginn der Schwangerschaft und in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf Vitaminpräparate zu verzichten. Diese sind in den meisten Fällen nicht nötig und können den Magen belasten. Lediglich Folsäure sollten die Frauen unbedingt zusätzlich einnehmen.

Neben einer gesunden Ernährung kann auch ausreichende Bewegung die Übelkeit in der Schwangerschaft lindern und zu einem guten Wohlbefinden beitragen.

Übelkeit in der Schwangerschaft – die häufigsten Fragen

Die gute Nachricht: Übelkeit in der Schwangerschaft ist für das Kind meist vollkommen unbedenklich. Eine Hyperemesis gravidarum jedoch – vor allem wenn sie mit Gewichts- und Flüssigkeitsverlust einhergeht – kann negative Folgen für das Baby haben, zum Beispiel eine Mangelversorgung. Hier ist eine engmaschige Betreuung durch die Gynäkologin oder den Gynäkologen unbedingt notwendig.

Etwa 80 Prozent der Frauen sind den ganzen Tag über von Schwangerschaftsübelkeit betroffen, nur etwa 2 Prozent der Frauen leiden ausschließlich unter Morgenübelkeit. Auch abends kann das flaue Gefühl im Magen auftreten, bei einigen Frauen verstärkt es sich zum Ende des Tages hin sogar noch einmal.

Sind Hausmittel wie Ingwer kein ausreichendes Mittel gegen Übelkeit in der Schwangerschaft, steht Frauen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung. Diese sollten jedoch immer nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

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