Vom Corona-Ausnahmezustand in die neue Normalität

Eine Psychologin erklärt, welche Herausforderungen und Chancen uns die neue Normalität bringt.

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Die sogenannte neue Normalität hat begonnen. Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie wurden flächendeckend gelockert und dennoch ist unser Alltag ein anderer als noch vor einem halben Jahr. Das sichtbarste Zeichen: Der Mund-Nasen-Schutz ist zu unserem ständigen Begleiter geworden.

Wie sieht der neue Alltag aus, was hat sich geändert und wie können wir gestärkt aus der Krise herausgehen? Das hat uns Diplom-Psychologin Claudia Erzberger in einem persönlichen Interview geschildert.

Die generelle Unsicherheit

Die Münchner Psychologin mit eigener Praxis sieht bei den Menschen eine generelle Unsicherheit. „Fast jeder hat das Gefühl, Fehler zu machen“, erklärt sie. Das fängt schon bei der Frage an, ob wir uns aufgrund der Lockerungen womöglich leichter anstecken können oder unbewusst selbst jemanden infizieren.

Wie nah dürfen wir uns kommen? Darf ich den Freund zur Begrüßung umarmen? Wann genau muss ich eine Maske tragen? Können solche Fragen nicht geklärt werden, können Unsicherheiten entstehen. „Dies führt zu einer grundlegenden Verunsicherung bei Alltagstätigkeiten, die in der Vergangenheit selbstverständlich und völlig souverän ausgeführt werden konnten.“ Besonders wichtig ist es daher, eigene Wünsche und Vorstellungen klar zu definieren und zu kommunizieren.

Der Umgang mit der neuen Situation

„Wir müssen uns alle an eine neue Alltagsrealität gewöhnen“, ist Erzberger überzeugt. Sie akzeptieren und es uns trotz der Auflagen, Regeln und Vorkehrungen so angenehm wie möglich machen. „Es fängt im Kleinen an – und mag es noch so banal klingen. Dazu gehört zum Beispiel, eine hübsche und bequeme Maske zu finden oder sich den Arbeitsplatz im Homeoffice komfortabel und ansprechend auszustatten. Es ist wichtig, MIT der neuen Alltagssituation umzugehen, statt gegen sie zu kämpfen“, findet die Diplom-Psychologin.

Auch den Medienkonsum, gerade zum Thema Corona, einzuschränken, kann hilfreich sein. Zudem ist es sinnvoll, seine Ängste und Unsicherheiten zu reflektieren: Bin ich generell unzufrieden oder nur in bestimmten Lebensbereichen? Wer oder was könnte mich stabilisieren, mir Sicherheit geben?

Veränderungen als Chancen nutzen

In einer Krise steckt häufig auch eine neue Chance. So werden von vielen Menschen persönliche Kontakte wieder mehr wertgeschätzt: Sich bewusst Zeit nehmen, die gemeinsame Zeit präsent miteinander gestalten, das kann ein positiver Aspekt sein, den wir durch die Krise lernen. „Ich kann nur hoffen, dass dies nachhaltige Effekte hat und nicht schnell wieder vergessen wird und im Alltag untergeht“, sagt Erzberger.

Wie Claudia Erzberger persönlich und ihre Patienten die Zeit der Einschränkungen erlebt haben und welche Chancen sie – auch für ihr Fachgebiet, die Psychotherapie – sieht, das schildert sie im Video.

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