Vor und während der Periode: Warum bin ich so müde?
Was Sie tun können, um sich in allen Zyklusphasen fitter und wacher zu fühlen

Sie wollen am liebsten den Tag auf dem Sofa verbringen, fühlen sich gereizt und haben Heißhunger auf Süßes? So oder ähnlich geht es vielen, kurz bevor die Periode einsetzt. Und auch während der Menstruationsblutung sind Müdigkeit und Erschöpfung oft groß. Aber woran liegt das eigentlich und was können Sie tun, um sich besser zu fühlen?
Welche Zyklusphasen gibt es?
Der durchschnittliche Zyklus dauert etwa 28 Tage. Individuell gibt es dabei allerdings deutliche Unterschiede: Manche Zyklen sind kürzer, andere länger, bei einigen Menschen dauert der Zyklus immer gleich lang, bei anderen variiert er von Monat zu Monat.
Grundsätzlich lässt sich der Zyklus in drei Phasen einteilen.
Diese Phase beginnt am ersten Tag der Menstruationsblutung. Die Blutung dauert meist vier bis acht Tage, die Follikelphase insgesamt etwa dreizehn Tage. In dieser Zeit reifen Follikel in den Eierstöcken heran. Follikel sind mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, in denen die Eizellen wachsen.
Während der Ovulationsphase steigt der Spiegel des luteinisierenden Hormons: Dieses Hormon bewirkt die Freisetzung der Eizelle. In der Regel dauert diese Phase 16 bis 32 Stunden.
Die letzte Zyklusphase beginnt nach dem Eisprung und dauert etwa vierzehn Tage. In dieser Phase steigen Progesteron- und Östrogenspiegel und die Gebärmutter bereitet sich auf die Einnistung eines Embryos vor. Nistet sich keine befruchtete Eizelle ein, sinken Progesteron- und Östrogenspiegel wieder und die Gebärmutterschleimhaut löst sich ab. Ein neuer Zyklus beginnt.
Warum bin ich vor und während der Periode so müde?
Viele Menschen fühlen sich in bestimmten Zyklusphasen besonders müde. Bei einigen tritt die Müdigkeit eher kurz vor der Periode auf, bei anderen während der Menstruationsblutung. Die Ursachen dafür sind nicht vollständig geklärt. Der schwankende Hormonspiegel spielt dabei vermutlich eine wichtige Rolle: Kurz vor der Periode gibt es einen Abfall von Östrogen und Progesteron. Dies wiederum wirkt sich auf den Serotoninspiegel aus, der einen direkten Einfluss auf die Stimmung hat.
Während der Periode kann es besonders bei starken und langanhaltenden Blutungen außerdem zu Eisenmangel kommen. Auch dieser kann dafür sorgen, dass Sie sich müde und energielos fühlen.
Welche weiteren Symptome können vor der Periode auftreten?
Müdigkeit ist eine der häufigsten Beschwerden kurz vor der Periode. Darüber hinaus können sich weitere körperliche und psychische Symptome bemerkbar machen:
Zeigen sich mehrere solcher Beschwerden regelmäßig vor der Periode und beeinträchtigen sie das Wohlbefinden oder den Alltag, kann ein prämenstruelles Syndrom (PMS) dahinterstecken.
Was kann ich tun, um mich besser zu fühlen?
Gewisse Schwankungen des Energielevels während des Zyklus sind völlig normal. Sie können aber selbst einiges tun, um diese Schwankungen abzufedern.
Vor und während der Periode haben viele Heißhunger auf Süßes und Fettiges. Eine zucker- und fettreiche Ernährung kann die Müdigkeit zusätzlich verstärken. Setzen Sie deshalb auf eine frische, ausgewogene Ernährung, die Sie ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Übrigens: Eine antientzündliche Ernährung kann dazu beitragen, den Hormonspiegel zu stabilisieren.
Dehydration, also ein Mangel an Flüssigkeit, kann ebenfalls dazu beitragen, dass Sie sich erschöpft fühlen. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken – und zwar in allen Zyklusphasen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich mindestens 1,5 Liter zu trinken. Am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
Wenn Sie bereits müde sind, haben Sie vermutlich wenig Lust, sich zu bewegen. Bewegung kann jedoch dafür sorgen, dass Sie sich fitter und wohler fühlen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihr Energielevel achten und Ihr Training entsprechend anpassen. Haben Sie schon von zyklusbasiertem Training gehört?
Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und gute Schlafhygiene helfen Ihnen, auch vor und während der Periode möglichst ausgeruht zu sein. Wie Sie entspannter einschlafen? Das erfahren Sie
Wenn Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass er Ruhe braucht, nehmen Sie sich bewusst Zeit für Erholung – zum Beispiel mit einer kurzen Meditation, Atemübungen oder einem warmen Bad.
Während der Periode verlieren Sie regelmäßig Blut. Oft hat dies einen Eisenmangel zur Folge, der ebenfalls Müdigkeit verursachen kann. Wenn Sie deshalb häufig müde sind: Wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis, um Ihre Eisenwerte überprüfen zu lassen.
Auch pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer oder Johanniskraut können eingesetzt werden, um das Befinden zu verbessern. Sie können jedoch Neben- und Wechselwirkungen haben. Johanniskraut beispielsweise kann die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel stark abschwächen. Bevor Sie also pflanzliche Mittel einnehmen: Lassen Sie sich ärztlich beraten und informieren Sie sich über mögliche Neben- und Wechselwirkungen.
In einigen Fällen können auch hormonelle Verhütungsmittel oder Antidepressiva sinnvoll sein. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob eine solche Behandlung für Sie infrage kommt.
Wann sollte ich meine Zyklusbeschwerden ärztlich untersuchen lassen?
Wenn Sie immer wieder starke Beschwerden vor der Periode haben, die Ihren Alltag beeinträchtigen: Sprechen Sie mit Ihrer gynäkologischen Praxis darüber. Bei starken psychischen Beschwerden kann es sich auch um eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) handeln. Mehr darüber erfahren Sie
Starke oder wiederkehrende Schmerzen während der Periode können auf Endometriose hinweisen.
Hören Sie auf Ihren Körper
Jeder Körper ist individuell und jeder Zyklus ist anders. Wichtig ist deshalb vor allem: Finden Sie heraus, was Ihnen guttut. Probieren Sie aus, ob Ernährung, Bewegung oder etwas anderes Ihnen Energie gibt und Ihr Befinden vor und während der Periode verbessert. Und wenn Sie keine Verbesserung spüren: Holen Sie sich ärztlichen Rat ein.
FEMNA Care – Ihr digitales Coaching für Zyklusbeschwerden und Wechseljahre
Sie wünschen sich eine einfühlsame Beratung zu Zyklusbeschwerden oder -veränderungen? FEMNA Care ist ein digitales Angebot rund um den weiblichen Zyklus, das Sie als App oder am Desktop nutzen können. FEMNA Care begleitet Sie innovativ und individuell mit drei digitalen Coachings und jeder Menge Fachwissen. Erfahren Sie mehr über die Ursachen hinter PMS, prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS), Regelschmerzen, Endometriose, polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) und über die Wechseljahre. Als Versicherte der SBK erhalten Sie FEMNA Care kostenfrei.


