Was macht eigentlich... ein SBK-Data Scientist?

Dr. Ivan Kondofersky gibt Einblicke in seine Arbeit bei der SBK.

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Bei der SBK arbeiten mehr als 1.600 Menschen – 1.600 Persönlichkeiten mit einem eigenen Kopf, eigenen Ideen und Zielen und einer ganz eigenen Motivation, genau diesen Beruf auszuüben. Jede von ihnen hat spannende Geschichten rund um ihren Arbeitsalltag im Gepäck – und viele sind bereit, Ihnen, liebe Leser, auch ein paar private, sehr persönliche Einblicke zu geben. So wie Dr. Ivan Kondofersky, der bei der SBK als Data Scientist arbeitet und sogar in seiner Freizeit künstliche Intelligenz nutzt.

Künstliche Intelligenz oder einfach nur KI ist ein Schlüsselthema in unserem Digitalzeitalter. Man kann ihren Nutzen ein bisschen mit berühmten Spürnasen wie Sherlock Holmes, Hercule Poirot oder Columbo vergleichen: Sie sehen das, was alle anderen auch sehen, können aber bestimmte Muster erkennen, daraus Schlüsse ziehen und Lösungen finden, die uns Normalsterblichen verborgen bleiben. Dr. Ivan Kondofersky ist zwar kein Meisterdetektiv, aber seine Arbeit beruht durchaus auf einem scharfen Spürsinn, Kombinationsgabe und detektivischer Akribie. In der SBK gehört er zu einem deutschlandweit verteilten Team aus 13 Analytikern und ist dort Spezialist für künstliche Intelligenz. 

„Früher hätte ich mich ganz nüchtern als Statistiker bezeichnet“

Data Scientist – von diesem Berufsbild haben Sie noch nie gehört? Dann soll es uns Dr. Kondofersky gleich selbst erklären. „Früher hätte ich mich noch ganz nüchtern als Statistiker bezeichnet. Aber ein Datenwissenschaftler, wie man auf Deutsch sagen würde, verknüpft statistisches Wissen auch mit anderen Feldern wie Mathematik und Informatik und – das möchte ich besonders deutlich hervorheben – dabei verliert er nie den Bezug zu den Daten, die er gerade analysiert. Bei der SBK nutze ich moderne Analysetechniken der Mustererkennung und der statistischen Modellierung. So können wir Data Scientists SBK-Kunden durch Datenanalyse konkret helfen, etwa indem wir unsere internen Prozesse optimieren und die Anliegen unserer Kunden noch schneller bearbeiten können.“

Der Weg zur SBK verlief ziemlich geradlinig. Der 36-jährige Datenanalytiker hat Statistik studiert und anschließend sechs Jahre in der Forschung gearbeitet. In der Bioinformatik und computationalen Biologie beschäftigte er sich unter anderem mit der Simulation von Zellprozessen. „Die menschliche Biologie hat mich schon immer fasziniert. Doch die Entscheidungszyklen im Ergebnis der Forschung erstrecken sich über sehr viele Jahre. Ich wollte aber mit meinen Fähigkeiten möglichst vielen Menschen in kürzerer Zeit helfen. Und bei der SBK werden KI-Projekte sehr schnell realisiert.“

Moment, da hat also jemand gigantische Datenmengen auf seinem Rechner und versucht, daraus Verbesserungen für die Kunden der SBK und die Arbeit der Krankenkasse abzuleiten? „Genau, meine größte Herausforderung ist es, in den Dateninformationen einen roten Faden zu finden. Mir macht es Spaß, eine Story zu erkennen, aus der sich Vorteile für unsere Kunden ziehen lassen.“ 

Wie das funktioniert? „So zahlt sich zum Beispiel bei der Prüfung von Krankenhausrechnungen künstliche Intelligenz aus: Jede achte Krankenhausrechnung, die bei uns eingeht, ist fehlerhaft. Dazu kommt noch eine enorme Dunkelziffer“, erklärt Dr. Kondofersky. „Das seit Januar 2020 geltende MDK-Reformgesetz gestattet uns jedoch nur noch eine stark begrenzte Zahl von Beanstandungen. Dank KI reklamieren wir jetzt exakt die Rechnungen, bei denen der Erfolg einer Rückerstattung am größten ist. Schließlich sind wir unseren Kunden gegenüber zu einem verantwortlichen Umgang mit Finanzmitteln und damit zu einer möglichst niedrigen Kostenbelastung verpflichtet.“

So oder ähnlich verlaufen typische KI-Projekte, von denen die SBK 2019 ganze zehn in Gang gesetzt hat. Neue Aufgaben für den Datenspezialisten ergeben sich fast von allein. „Ich hospitiere manchmal einen halben Tag bei den Kundenberatern oder Fachexperten der SBK und höre mir deren Wünsche und Anregungen an. Oder ich halte Vorträge und frage meine Kollegen, auf welche Weise wir Data Scientists sie unterstützen können. So erfuhr ich auch von einer Mitarbeiterin, dass Anträge für Kinderkrankengeld oft handschriftlich eingereicht werden. Meine Kollegen müssen also unter anderem die langen IBAN-Nummern auf mehreren tausend Belegen pro Jahr manuell prüfen – für qualifizierte Mitarbeiter schon recht zeitraubend. In dieser Zeit hätten sie sich viel lieber um das wirklich Wichtige, unsere Kunden, gekümmert. Mit dem Einsatz von KI können handschriftlich eingehende Anträge in Zukunft automatisch und mit geringer Fehlerquote gelesen werden. Und wenn sich die Maschine doch nicht sicher ist, dann gibt sie das ohne Schaden für ihr Ego zu und der Mensch kann eingreifen. Die Hauptsache dabei ist, dass wir die Anliegen unserer Kunden möglichst schnell bearbeiten können.“

„Mein größtes Glück sind meine beiden Töchter“

Dr. Ivan Kondofersky erzählt all das sehr entspannt, unterhaltsam und auf den Punkt gebracht. Wer glaubt, ein Data Scientist sei ein reiner Computer-Freak, täuscht sich gewaltig. Und privat? „Mein größtes Glück sind meine beiden drei und sieben Jahre alten Töchter Jana und Lea. Ich mache viel Sport, zweimal im Jahr reisen wir in ein europäisches Land – völlig ohne Computer und Mathematik.“ Ob er denn die Vorzüge der künstlichen Intelligenz auch persönlich nutzt? Der Daten-Doktor lacht: „Ja, schon, ich bin ein begeisterter Läufer und sammle bei jedem Trainingslauf eine Menge Daten wie Herzfrequenz, Geschwindigkeit oder Höhenmeter mit meiner Sportuhr. Durch KI kann ich dann Muster in den Daten erkennen und somit meinen nächsten Trainingslauf oder auch das anstehende Rennen genauestens planen und optimieren. Dabei kann ich genau meinen Erfolg quantifizieren und ich habe noch mehr Spaß beim Laufen!“

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