Wechselwirkungen – wenn Medikamente sich beeinflussen
Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Einnahme von Medikamenten achten sollten

Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen – und auch Lebensmittel können deren Wirksamkeit verändern. Hier erfahren Sie, was Sie über Wechselwirkungen wissen sollten und wie Sie diese verhindern können.
Wie wirken Medikamente?
Medikamente werden meist geschluckt, anschließend über den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn aufgenommen und im Körper verteilt. Hauptaufnahmeort der meisten Wirkstoffe ist die Darmschleimhaut, weshalb einige Tabletten eine säurefeste Hülle haben, die sich erst im Darm auflöst.
Wie gut Medikamente wirken, hängt auch davon ab, ob sie richtig eingenommen werden. Einige sollten Sie auf nüchternen Magen nehmen, da sie sich andernfalls an die Lebensmittel binden und ausgeschieden werden. Andere sollten Sie wiederum zum Essen einnehmen, weil die Verdauungsprozesse dem Körper dabei helfen, den Wirkstoff aufzunehmen. Achten Sie deshalb immer darauf, Ihre Medikamente wie empfohlen einzunehmen.
Auch die richtige Dosierung ist sehr wichtig. Sie sollte hoch genug sein, um zu wirken, aber niedrig genug, um Nebenwirkungen zu verhindern. Wichtig zu wissen: Medikamente können je nach Person unterschiedlich wirken, denn die Wirkung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise Größe, Stoffwechsel, Gesundheitszustand und Alter – und eben auch von der Einnahme anderer Medikamente und bestimmter Lebensmittel.
Das Geschlecht spielt bei der richtigen Dosierung ebenfalls eine wichtige Rolle, denn auch Hormone können die Verstoffwechselung von Medikamenten beeinflussen. Sie möchten mehr über geschlechtersensible Medizin erfahren?
Was ist der Unterschied zwischen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen?
Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die zusätzlich zur beabsichtigten Wirkung auftreten. Typische Nebenwirkungen sind: Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Hautausschläge oder Gewichtszunahme. Nebenwirkungen können sofort auftreten oder erst nach längerer Einnahme eines Medikaments.
Wenn verschiedene Medikamente zusammen eingenommen werden, können sie sich gegenseitig beeinflussen. Sie können beispielsweise ihre jeweilige Wirkung verstärken oder abschwächen. Auch Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel können solche Wechselwirkungen verursachen.
Was sind häufige Wechselwirkungen?
Hier finden Sie einige Beispiele für häufig auftretende Wechselwirkungen:
Falls Sie Blutverdünner einnehmen, sollten Sie auf Schmerzmittel mit Ibuprofen verzichten, da dies das Blut noch weiter verdünnt. Greifen Sie in diesem Fall lieber zu Paracetamol oder fragen Sie Ihre Hausarztpraxis, welche Schmerzmittel Sie alternativ einnehmen können.
Einige Antibiotika können die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel verringern. Wenn Sie daher Antibiotika einnehmen, sollten Sie für die Dauer des gesamten Zyklus zusätzlich verhüten.
Mehr Informationen zur richtigen Einnahme von Antibiotika finden Sie übrigens
Johanniskraut ist ein pflanzliches Mittel, das häufig bei depressiven Verstimmungen eingenommen wird. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn Johanniskraut führt zu Wechselwirkungen bei einer Vielzahl von Medikamenten. Dies betrifft beispielsweise Gerinnungshemmer, hormonelle Verhütungsmittel, Antipsychotika und Chemotherapeutika. Nehmen Sie Johanniskraut deshalb nur ein, wenn Sie sicher sind, dass Sie keine Medikamente einnehmen, die damit wechselwirken.
Grapefruit ist zwar sehr gesund, allerdings hemmt die Frucht das körpereigene Enzym CYP3A4, das am Abbau von Medikamenten beteiligt ist. Ist dieser Abbau gehemmt, kann es zu einer Überdosierung kommen. Bei manchen Arzneimitteln wiederum kann es zu einer Abschwächung der Wirkung kommen.
Nach dem Verzehr von Grapefruit dauert es einige Tage, bis das Enzym wiederhergestellt ist. Wenn Sie also Medikamente einnehmen, sollten Sie besser auf den Genuss dieser Frucht verzichten – oder jedenfalls sicherstellen, dass Ihr Medikament nicht mit Grapefruit wechselwirkt.
Milch und Milchprodukte enthalten Kalzium. Dieser Mineralstoff ist zwar wichtig für die Knochen, kann allerdings dafür sorgen, dass Ihr Körper bestimmte Stoffe schlechter aufnehmen kann. Davon betroffen sind beispielsweise manche Antibiotika, Osteoporosemittel oder das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin.
Alkohol wechselwirkt mit einer Vielzahl an Medikamenten. Bei der Einnahme von Antibiotika oder Beruhigungsmitteln beispielsweise sollten Sie deshalb unbedingt auf den Konsum von Alkohol verzichten.
Diese Getränke machen zwar wach, sie können allerdings die Aufnahme von Wirkstoffen im Darm behindern. Aus diesem Grund sollten Sie beispielsweise Eisentabletten oder manche Antidepressiva nicht gemeinsam mit Kaffee oder Tee einnehmen.
Wie kann ich Wechselwirkungen vermeiden?
Allgemein gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Je weniger Medikamente Sie gleichzeitig einnehmen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Wechselwirkungen. Außerdem können Sie auf folgende Dinge achten:
Ein Medikationsplan verschafft Ihnen und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten einen Überblick über die eingenommenen Medikamente. Ihr Medikationsplan kann auf der SBK Gesundheitskarte gespeichert werden und ist so jederzeit für Ihre medizinischen Ansprechpersonen zugänglich. Der Zugriff darauf erfolgt allerdings nur mit Ihrer Zustimmung.
Mehr über die Vorteile Ihrer SBK Gesundheitskarte erfahren Sie
Besprechen Sie die Einnahme von Medikamenten immer mit Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten oder mit Apothekerinnen und Apothekern. Informieren Sie sie dabei unbedingt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen. Nur so kann eine gute Beratung sichergestellt werden.
In der Packungsbeilage finden Sie Informationen dazu, ob Medikamente zum Essen oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden sollen. Auch mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln können in der Packungsbeilage zu finden sein.
SBK Gesundheitstelefon
Rat und Hilfe rund um die Uhr.
Sie haben an einem Sonntag eine Frage zu den Nebenwirkungen eines Medikaments, das Sie einnehmen? Sie haben mitten in der Nacht Bauchschmerzen bekommen und sind ratlos, was Sie dagegen tun können? Diese Art von Fragen halten sich nicht an Praxis-Öffnungszeiten.


