Wie das Arbeiten im Homeoffice besser gelingt

Drei Arbeitnehmer berichten, wie sich das Arbeiten in Corona-Zeiten verändert hat und welche Vorteile Homeoffice bringt.

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Zu wenig Kontakt zu Kollegen, zu wenig Bewegung, zu wenig Pausen – typische Herausforderungen im Homeoffice. Wie das Arbeitsleben in Corona-Zeiten trotzdem funktionieren kann und sich Stress, Kontakt- und Bewegungsmangel ausgleichen lassen, wissen diese drei Berufstätigen.

„Ich telefoniere in der Mittagspause öfter mit Freundinnen – das hilft mir sehr.“

Birgit Bulla ist Homeoffice gewöhnt: Im ersten Lockdown hat sie ihr erstes Buch geschrieben und ohnehin alleine zu Hause gearbeitet. Doch seit sie einen neuen Job hat, vermisst sie den echten Kontakt zu den Kollegen – und greift stattdessen zum Hörer.

„Es sind die Kaffeepausen, die Gespräche mit Kollegen, die mir fehlen. Aber eben auch eine richtige Einarbeitung in den neuen Job. Mir fällt es ab und zu schon schwer, mich zu motivieren. Morgens muss ich mich ein bisschen zwingen, mich ordentlich anzuziehen und mich zu schminken, um nicht den ganzen Tag im Schlafanzug vor dem Rechner zu sitzen. Gerade wenn man alleine am Platz Pause macht und die Wohnung gar nicht verlässt, fällt einem schnell die Decke auf den Kopf und man kommt aus dem Arbeitsalltag nur schwer raus.

Mit dem Wissen, dass es gerade vielen Menschen so geht, kann ich besser mit den Belastungen umgehen. Ich bin nicht die Einzige, die zu Hause sitzt und mit der Situation zu kämpfen hat. Ich telefoniere in der Mittagspause öfter mit Freundinnen und rede darüber – das hilft mir sehr.

Ich finde, die neue Arbeitssituation hat auch Vorteile: Durch die Programme wie Teams oder Zoom kann man trotzdem zusammenarbeiten, obwohl man nicht in einem Raum ist. Alles geht schneller, man spart sich oft längere und unnötige Wege und Meetings. Das finde ich super.“

„Als Ausgleich für die fehlende Bewegung sowie fürs Abschalten hilft mir das Joggen.“

David Schmitz ist schon vor der Corona-Pandemie bekennender Homeoffice-Fan gewesen. In seinem perfekt ausgestatteten Büro in den eigenen vier Wänden fehlt nur noch ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Er hofft, in Zukunft noch mehr Homeoffice machen zu können – Sport und gesunde Ernährung halten ihn dabei im Gleichgewicht.

„So sehr ich das Homeoffice schätze – die Bewegung kommt einfach zu kurz. Als ich noch ins Büro gegangen bin, war ich morgens bereits vor der Arbeit ein Stück zu Fuß unterwegs, dann in der Mittagspause draußen in Bewegung und später nach Feierabend wieder. Im Homeoffice mache ich außerdem wesentlich kürzere Mittagspausen. Oft esse ich nur schnell etwas im Stehen und steige sofort wieder in die Arbeit ein. Raus gehe ich praktisch nie in der Pause.

Deshalb hilft mir als Ausgleich für die fehlende Bewegung sowie fürs Abschalten das Joggen. Ich jogge leidenschaftlich gerne, und zwar wetterunabhängig immer draußen an der frischen Luft. Außerdem mache ich wirklich jeden Tag 10 bis 15 Minuten Übungen für den Rücken, für Kraft und Beweglichkeit. Seit Corona kaufe ich zudem regelmäßig frische Lebensmittel und regionale Bioprodukte auf dem Markt ein und achte auf eine gesunde Ernährung. Auf diese Entwicklungen bin ich sehr stolz.

Der Marktbesuch bringt zudem ein wenig Abwechslung in den Alltag.

Insgesamt überwiegen die Vorteile von Homeoffice für mich. Das Arbeiten zu Hause funktioniert hervorragend, finde ich. Statt anderthalb Stunden täglich ins Büro zu pendeln, gewinne ich wertvolle Lebenszeit, spare Kosten und kann mithelfen, die Umwelt zu schonen. Noch mehr Führungskräfte sollten den Mut haben, auf Kontrolle vor Ort zu verzichten, und stattdessen den Mitarbeitern Vertrauen schenken. Steuerungsmöglichkeiten für Führungskräfte aus der Ferne gibt es schließlich genug.“

„Ich plane mir feste Pausen ein, um dem Homeoffice besser standzuhalten.“

Larissa Böhl mag die Arbeit im Büro und vor allem den Kontakt zu den Kollegen. Die Umstellung aufs Homeoffice ist ihr nicht leichtgefallen. Doch mit festen Terminen für Pausen und zum Schwatzen kann sie auch dem Homeoffice Positives abgewinnen.

„Mir fehlen die Kurzgespräche auf dem Gang: ein ‚Wie geht’s dir?‘ und ‚Komm, wir gehen nach Feierabend noch in den Biergarten.‘ Nur telefonieren oder skypen ersetzt den persönlichen Kontakt im Büro nicht. Zudem geht die Zeit im Homeoffice gefühlt schneller vorüber. Ein Termin reiht sich an den anderen, manchmal ist nicht einmal Zeit für eine Tasse Kaffee zwischendurch oder dafür, in Terminen zu fragen, wie das Wochenende war. Ein Ende des Arbeitstages zu finden und sich selbst noch einmal zu motivieren, an die frische Luft zu gehen, fällt schwer.

Deshalb plane ich mir feste Pausen zwischen den Terminen sowie Mittagspausen mit Kollegen ein, um auch mal privat zu schwatzen. Regelmäßige Unterbrechungen und Verabredungen helfen, es im Homeoffice besser auszuhalten. Da ich in einer Fernbeziehung lebe, räume ich zudem am Abend bewusst Zeit ein, um mit meinem Partner zu telefonieren – obwohl ich manchmal nach den ganzen beruflichen Telefonaten platt bin. Wichtig ist auch, das Wochenende zu etwas Besonderem zu machen und aus den eigenen vier Wänden zu kommen – zum Beispiel mit einem Ausflug in die Berge.

Grundsätzlich schätze ich die Flexibilität, die einem das Homeoffice bietet: Man kann auch mal zwischendurch einen Arzttermin wahrnehmen oder einen Einkauf erledigen. Weggefallene Arbeitswege schaffen generell mehr Zeit. Daher wünsche ich mir für die Zukunft auch weiterhin die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, sofern es ein gutes Gleichgewicht zur Büroarbeit gibt.“

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