Zecken und FSME – mit dem richtigen Schutz Infektionen verhindern

Eine FSME-Impfung kann Infektionen durch Zecken vorbeugen

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Frühlingszeit ist Zeckenzeit: Wenn die Temperaturen steigen, zieht es die kleinen Spinnentiere aus ihrem Winterversteck unter Laub und Schnee hinaus und sie begeben sich auf die Suche nach einem Wirt. Heimische Zecken sind nur wenige Millimeter groß und leben im Unterholz und auf Wiesen. Warm und feucht haben es die Zecken am liebsten.

Zeckenschutz - warum?

Ein Schutz gegen Zecken ist in vielen Regionen Deutschlands ratsam, da die kleinen Sauger insbesondere zwei Krankheiten übertragen können. Borreliose, eine bakterielle Infektion, die Muskeln, Gelenke, die Haut und das Nervensystem befällt, ist die eine. Die zweite übertragbare Krankheit ist FSME, eine Virusinfektion. FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut. Die Borreliose lässt sich bei frühzeitiger Diagnose gut behandeln, FSME dagegen durch eine FSME-Impfung vermeiden.

Seit dem Winter 2018/2019, so vermuten Experten, hat in Deutschland erstmalig auch eine neue Zeckenart überwintert: die Riesenzecke Hyalomma. Sie überträgt normalerweise in Afrika das Krim-Kongo-Virus, das sehr hohes Fieber auslösen und sogar tödlich enden kann. Bislang habe aber keines der in Deutschland entdeckten Exemplare der Riesenzecke das Virus in sich getragen, berichtet das Robert-Koch-Institut. Forscher vermuten, dass Zugvögel die etwa dreimal so große Hyalomma-Zecke eingeschleppt haben. Normalerweise kommen sie in Afrika, Asien und Südeuropa vor.

Die FSME-Risikogebiete

Jeder, der sich gern und viel in der freien Natur aufhält, ob zum Gärtnern oder Wandern, sollte als Erstes klären, ob er dies in einem FSME-Risikogebiet tut. Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen gehören seit Längerem zu den am meisten betroffenen Gebieten, in denen Zecken das FSME-Virus übertragen können.

Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Nun wird als erster Kreis in Niedersachsen der Landkreis Emsland zum Risikogebiet erklärt und ist damit das nördlichste deutsche Risikogebiet. Tendenziell scheinen sich die Risikogebiete Richtung Norden auszudehnen.

Zeckenstichen vorbeugen

  • Eine FSME-Impfung ist der erste sinnvolle Schritt zur Vorbeugung, alle Informationen zu dieser Impfung haben wir auf der Seite FSME-Impfung zusammengestellt.
  • Lange Kleidung mit festem Bündchen sowie geschlossene Schuhe sind ein wirksamer Schutz bei Wanderungen oder bei der Arbeit in hohem Gras, in einem Waldgebiet und im Unterholz.
  • Wird außerdem Insektenspray mit Zeckenschutz am ganzen Körper aufgebracht, haben es die Zecken noch schwerer. Für einen Tagesausflug lohnt es sich, das Spray mitzunehmen, da die Wirkzeit begrenzt ist.
  • Schließlich empfiehlt es sich, den Körper am Abend gründlich abzusuchen.

Zecken stechen nicht sofort, sondern wandern normalerweise erst einmal über die Haut auf der Suche nach einem besonders warmen und geschützten Platz. Bei heller Beleuchtung sind die winzigen Tiere auf der Haut gut sichtbar und können entfernt werden. Bevorzugte Stellen sind die Kniekehlen, Achseln, die Leistengegend sowie hinter den Ohren und am Haaransatz.

Sollte eine Zecke doch einmal einen Stich gesetzt haben, macht sich dies meist durch ein leichtes Jucken bemerkbar – ein guter Zeitpunkt, um das Spinnentier zu entfernen.

Zecken entfernen

In freier Natur ritzen Zecken die Haut ihres Wirtes ein, in der Regel Wild- oder Haustier, und graben dann ihren Stechrüssel ein, um sich nun mehrere Tage mit Blut vollzusaugen. Dabei vergrößert sich ihr Körper um ein Vielfaches, bis er die Größe einer Erbse erreicht hat, dann lässt sich die Zecke fallen.

Wer selber durch ein Jucken oder Kitzeln auf den Stich der Zecke aufmerksam wird oder den kleinen Sauger durch aufmerksame Sichtung entdeckt, braucht nichts weiter als ein Werkzeug zum Zecken entfernen und eine ruhige Hand.

In Apotheken oder Drogeriemärkten gibt es verschiedene Werkzeuge, die das Zeckenentfernen erleichtern. Eine Zeckenkarte beispielsweise wird auf die Haut gelegt und so an die Zecke herangeschoben, dass diese in der Mitte der Aussparung festsitzt. Durch die weitere Bewegung und vorsichtiges Anheben wird die Zecke aus der Haut gelöst. Mit einer Zeckenzange oder eine Pinzette kann die Zecke möglichst nah an der Haut gefasst und herausgezogen werden.

Ein vorheriges Betäuben der Zecke ist nicht nötig. Nagellack, Klebstoff oder Aceton wurden früher zur Betäubung der Zecke empfohlen – dies gilt inzwischen als überholt, da es eine unnötige Reizung hervorruft. Entscheidend ist es, die Zecke nicht zu quetschen, sondern gleichmäßig und ruhig aus der Haut zu ziehen. So wird vermieden, dass das Tierchen noch im letzten Moment Speichel in die Stichstelle abgibt. Auch dies ist ein wichtiger Infektionsschutz.

Was tun nach einem Zeckenstich?

Die Stichstelle wird desinfiziert und die Zecke verbrannt oder zerdrückt. Beim Zerdrücken ist allerdings Vorsicht geboten, denn die Tiere sind robust und eine Infektion kann auch jetzt noch erfolgen. Statt der Finger sollte also Stahl oder Glas auf festem Untergrund, wie zum Beispiel Badezimmerfliesen, verwendet werden. 

Sollten Teile der Zecke in der Haut zurückbleiben, die mit der Pinzette nicht zu fassen sind, besteht kein Anlass zur Sorge. Ein gesundes Immunsystem wird diesen Fremdkörper nach einigen Tagen einfach abstoßen. Allerdings wird dennoch sicherheitshalber der Gang zum Arzt empfohlen, denn beispielsweise bei Immunschwäche, Durchblutungsstörungen oder chronischen Hauterkrankungen funktioniert die Selbstheilung oftmals nicht so gut.

Unser Tipp: Eine Notiz im Kalender und ein Foto der Stichstelle kann helfen, mögliche spätere Symptome auf den Zeckenstich zurückzuführen.

Die Zecke ins Labor einzuschicken, um sie auf Erreger untersuchen zu lassen, gibt übrigens keinen Hinweis darauf, ob es auch zu einer Übertragung gekommen ist – deshalb wird dies nicht mehr empfohlen.

Zudem erkrankt nicht jeder Mensch, der die Viren oder Bakterien im Blut hat. Anstatt sich also nach einem Kontakt unnötig Sorgen zu machen, empfiehlt es sich, auf Symptome zu achten, wenn sie auftreten.

Wie zeigt sich eine Borrellien-Infektion durch eine Zecke?

Während sich die unterschiedlichen Anzeichen für eine Borreliose häufig mit erheblichem zeitlichem Abstand entwickeln, gilt als klarer Hinweis auf eine Infektion die ringförmige Rötung, die in fast jedem Fall rund um den Zeckenstich auftritt. Diese ist nicht zu verwechseln mit der leicht geröteten Einstichstelle, die naturgemäß durch den Stich und das Entfernen der Zecke gereizt ist.

Die sogenannte Wanderröte der Borreliose bildet einen klar erkennbaren Ring mit hellem Zentrum rund um die Stichstelle. Um langfristig Beschwerden zu vermeiden und die Infektion einzudämmen, verschreibt der Arzt nach der Diagnose ein passendes Antibiotikum.

Wie äußert sich FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis hingegen zeigt spätestens zehn Tage nach der Infektion die ersten FSME-Symptome, die häufig denen einer Grippe gleichen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen treten auf, selbst Lähmungen, Schluck-, Seh- und Sprachstörungen können in schweren Verläufen vorkommen.

Meist heilt eine FSME innerhalb einer Woche ohne weitere Folgen aus. Die Beschwerden können aber auch über Monate andauern. Es gibt bisher keine direkt gegen das FSME-Virus gerichteten Medikamente, die Symptome der Erkrankung können aber behandelt werden.

Wie hilft die SBK?

Anders als viele andere Krankenkassen übernimmt die SBK die Kosten für eine FSME-Impfung in jedem Fall, auch wenn der Versicherte nicht in einem ausgewiesenen Risikogebiet lebt. Gerade in der Ferienzeit ist es ratsam, sich über die FSME-Risikogebiete im Urlaubsland zu informieren und rechtzeitig an eine Impfung zu denken. Für Fernreisen steht die SBK-Auslandsberatung für Ihre Fragen zur Verfügung.

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