Erstmals in Deutschland: SBK integriert KBV-Arztterminservice direkt in die Kassen-App
Pressemitteilung: Pilotprojekt schafft einfachen Zugang zu GKV-Arztterminen und ebnet den Weg für zentrale Terminbuchung in der Primärversorgung (22.06.2026)
Lange Wartezeiten auf Termine, überfüllte Arztpraxen und fehlende Orientierung im Gesundheitssystem – für viele Patient*innen ist das der Versorgungsalltag. Vor diesem Hintergrund wird derzeit über die Einführung eines Primärversorgungssystems diskutiert. Ein wichtiger Schlüssel für das Gelingen des Vorhabens liegt in einer stärkeren Vernetzung und Digitalisierung. Die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse legt hierfür einen wichtigen Grundstein: Als erste gesetzliche Krankenversicherung Deutschlands integriert sie den 116117-Terminservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in ihre eigene App „Meine SBK“. Ab sofort können SBK-Versicherte Termine bei Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen suchen, buchen und verwalten – ohne die vertraute Kassenumgebung verlassen zu müssen.

Derzeit werden die Weichen für ein sogenanntes Primärversorgungssystem gestellt. Zentrales Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung qualitativ und strukturell weiterzuentwickeln. Sinkende Arztzeitkapazitäten und steigende Bedarfe einer alternden Gesellschaft machen einen zielgerichteten und bedarfsgerechten Ressourceneinsatz erforderlich. Damit die Versorgung sektorenübergreifend gut funktioniert, braucht es leistungsfähige Prozesse und digitale Schnittstellen zwischen den beteiligten Akteuren. Neben einer (digitalen) Ersteinschätzung, gezieltem Facharztzugang und der elektronischen Überweisung geht es auch um zentrale Terminbuchungen für GKV-Versicherte. Hier plant der Gesetzgeber derzeit, die Terminservicestelle der 116117 künftig weiterzuentwickeln, inklusive Einbindung in die elektronische Patientenakte. Die SBK setzt sich als erste deutsche Krankenkasse bereits heute intensiv mit der dahinterliegenden Patient Journey auseinander, um technisch und strukturell auf die künftigen Anforderungen vorbereitet zu sein.
„Wir freuen uns sehr, als erste Krankenkasse den Zertifizierungsprozess für die Schnittstelle 116117 erfolgreich durchlaufen zu haben. Uns geht es dabei nicht nur kurzfristig darum die Terminvermittlung für unsere Versicherten zu verbessern, sondern vielmehr ist dies eine technische und regulatorische Blaupause für eine weitergehende Vision: eine zentrale Terminbuchung in einem digital gestützten Primärversorgungssystem,“ sagt Dr. Gertrud Demmler, Vorständin der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse.
Die Terminbuchung in der Meine SBK-App
Egal ob mit oder ohne Vermittlungscode, die Versicherten werden intuitiv durch den Buchungsprozess geführt und finden Termine. Auch die Buchung für Familienangehörige unter 15 Jahren ist möglich.
Mit Zweifaktor-Authentifizierung, hinterlegter E-Mail-Adresse und einer klar geregelten Einwilligung zur Datenverarbeitung ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den verarbeiteten Daten gewährleistet.
„Politische Prozesse brauchen Zeit. Wir nutzen sie. Denn gute Digitalisierung im Gesundheitswesen entsteht nicht am Reißbrett, sondern durch nutzerzentriertes Entwickeln, Erproben und Lernen. Während die Rahmenbedingungen für das Primärversorgungssystem noch gesetzt werden, bauen wir – gemeinsam mit unseren Versicherten – bereits heute die Strukturen dafür. So wollen wir frühzeitig verstehen, wie unsere Versicherten mit diesen neuen Versorgungswegen umgehen, welche Informationen und Kompetenzen sie benötigen und wie wir sie bestmöglich dabei unterstützen können. Wenn die Terminbuchung 2028 vollständig in der ePA möglich sein soll, wollen wir längst wissen, was wirklich funktioniert."
Hintergrund: 116117-Terminservice der KBV
Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen – besser bekannt unter der Rufnummer 116117 – unterstützen gesetzlich Versicherte dabei, schneller notwendige Arzttermine zu erhalten. Vermittelt werden Termine bei haus-, fachärztlichen und psychotherapeutischen Praxen sowie in der Kinder- und Jugendmedizin. Vertragsarztpraxen stellen hierfür Termine nach den Vorgaben der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung bereit.
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