sbk.org Arbeitgeberservice Leistungserbringende Karriere Unternehmen Presse & Politik Suche
EnglishLogin
Übersicht Themen Themen Primärversorgung Versorgung Digitalisierung Finanzierung Qualität Nachhaltigkeit Politische Positionen Expertinnen & Experten Kontakt zu Presse & Politik
EnglishSuche
Kontakt Menü Übersicht Themen Politische Positionen Expertinnen & Experten Kontakt zu Presse & Politik Themen Primärversorgung Versorgung Digitalisierung Finanzierung Qualität Nachhaltigkeit sbk.org Arbeitgeberservice Leistungserbringende Karriere Unternehmen Presse & Politik English

Was ist eigentlich ein Primärarzt?

Erklärstück: Deutschland steht vor der Einführung eines Primärversorgungssystems. Woher kommt der Name und was sind die Ursprünge dieses Systems? (02.06.2026)

#Primärversorgung #SBKerklärt #Versorgung

Unser Gesundheitswesen soll reformiert werden. Im Mittelpunkt der Reformideen steht das Vorhaben, ein sogenanntes Primärversorgungssystem einzuführen. Die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse klärt auf, was darunter zu verstehen ist und beantwortet Fragen wie: Was ist eigentlich ein Primärarzt? Warum sprechen wir von Primärversorgung? Wie gehen wir zukünftig zum Arzt?

Ein Mann sitzt im Behandlungszimmer und ein Arzt platziert Elektroden eines EKG-Geräts auf seinen Unterarmen.

Was ist eigentlich ein Primärarzt?

In Deutschland gibt es im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern bisher kein fest definiertes Primärversorgungssystem. Einzig die seit 2004 existierenden Hausarztverträge (HzV) funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie die Systeme im Ausland. Dabei handelt es sich um Verträge zwischen Krankenkassen und Ärzteschaft, denen Versicherte beitreten können und sich damit verpflichten bei Problemen immer zuerst ihre Hausarztpraxis aufzusuchen.

Trotzdem sprechen wir auch hierzulande von Primärversorgung und Primärärzten – und zwar immer dann, wenn es um die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen geht. Das sind in unserem aktuellen System vor allem Hausärztinnen und Hausärzte, also Fachärzt*innen für Allgemeinmedizin und hausärztliche Internisten sowie Kinder- und Jugendärzt*innen.

Aber auch Frauen-, Augen- und Zahnärzt*innen werden häufig zu den Erstversorgenden gezählt. Denn sie haben einen ganz eigenständigen Grundversorgungsauftrag: Menschen gehen mit spezifischen Anliegen zu ihnen – zum Beispiel, wenn sie schwanger sind, eine augenärztliche Kontrolluntersuchung benötigen oder Zahnschmerzen haben.

Gibt es auch Sekundär- und Tertiär-Ärzte?

Nein, nicht direkt. Aber es gibt im deutschen Gesundheitswesen eine so genannte Sekundär- und Tertiärversorgung. Mit der Sekundärversorgung ist insbesondere die ambulante Behandlung durch niedergelassene Fachärzt*innen gemeint. Bei der Tertiärversorgung handelt es sich um eine hochspezialisierte Versorgung, die sowohl ambulant in Praxen als auch stationär im Krankenhaus erfolgen kann.

Wichtig zu wissen: In Deutschland ist für den Besuch einer Facharztpraxis keine Überweisung vorgeschrieben. Ausnahmen gelten lediglich für einzelne Facharztgruppen wie beispielsweise Radiolog*innen oder Strahlentherapeut*innen. Diese können nur nach Beauftragung durch eine andere behandelnde Arztpraxis in Anspruch genommen werden. Eine Überweisung kann also ausgestellt werden, muss aber nicht. Seit 2019 kann ein so genannter Dringlichkeitscode auf dieser Überweisung der Facharztpraxis anzeigen, wie dringend die Weiterbehandlung ist.

Was ist das Primärversorgungssystem?

Das Primärversorgungssystem ist eine Weiterentwicklung des Primärarztsystems. Während das Primärarztsystem die Hausarztpraxis als verbindliche erste Anlaufstelle für Patient*innen in den Fokus stellt, bezieht das Primärversorgungssystem auch weitere Stellen mit ein: Dazu können hausärztliche und fachärztliche Praxen ebenso wie nichtärztliche Pflegeberufe oder sogar digitale Anwendungen gehören. Sie haben die wichtige Aufgabe, die Versorgung zu organisieren. Ganz wichtig wird hier eine lückenlose digitale Vernetzung von Primärversorgenden, Facharztpraxen und Kliniken sein. Denn nur mit ihr ist eine gute Zusammenarbeit zwischen allen an der Behandlung Beteiligten möglich.

Wie gehen wir zukünftig zum Arzt?

Noch stehen die Details nicht fest. Die Gesetzgebung zur Einführung eines Primärversorgungssystem soll spätestens bis Ende des Jahres starten.

Geplant ist, dass Hilfesuchende zunächst unkompliziert eine Ersteinschätzung erhalten. Diese kann entweder telefonisch, digital oder auch bei einer primärversorgenden Praxis stattfinden. Welche das dann sind und ob das noch mit dem heutigen Verständnis eines Primärarztes oder einer Primärärztin übereinstimmt, ist noch nicht klar. Es wird diskutiert, ob beispielsweise chronisch erkrankte Menschen den jeweils für ihre Erkrankung relevanten Fachmediziner als Primärversorgenden wählen können. So könnten beispielsweise Dialysepatient*innen, die regelmäßig in ihrer Dialysepraxis sind, diese auch als primärversorgende Praxis wählen.
 

Das Primärversorgungssystem – einfach besser versorgt

Lange Wartezeiten und unübersichtliche Versorgungsstrukturen erschweren vielen Versicherten den Zugang zur passenden medizinischen Versorgung. Ein starkes Primärversorgungssystem bietet Orientierung: Es zeigt den Weg, sorgt für klare Abläufe und stellt sicher, dass Versicherte genau die Hilfe erhalten, die sie brauchen – schnell, einfach und zuverlässig. Dabei begleitet die Kasse sie als verlässlicher Partner durch das gesamte System.

So funktioniert es konkret:

  • Zugang erleichtern durch gezielte Ersteinschätzung
  • Termine vergeben nach medizinischer Dringlichkeit und Notwendigkeit, damit Hilfe rechtzeitig ankommt
  • Medizinisches Fachpersonal stärken und besser vernetzen, damit Patientinnen und Patienten schneller die passende Hilfe erhalten 
  • Digitale Angebote nahtlos in die Versorgung einbinden
     
  • Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte dürfen, unter Angabe der Quelle SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, veröffentlicht werden.

    Ich bin Ihre persönliche Ansprechpartnerin und freue mich auf Ihre Presseanfragen.

    Tel.: 089 62700-710

    Mobil: 0160 95332422

    E-Mail: franziska.herrmann@sbk.org

    LinkedIn

    Das könnte Sie auch interessieren:

    Pressemitteilung: Die SBK zeigt am Beispiel Hauterkrankungen, wie eine gezieltere Versorgung gelingen kann. Eine repräsentative Befragung zeigt: Viele sind offen für neue Versorgungsformen. (31.03.2026)

    Eine Patientin sitzt auf einer Liege im Behandlungsraum und bespricht mit einer Ärztin ihre Behandlungsergebnisse.

    Pressemitteilung: SBK formuliert Erfolgsfaktoren für ein funktionierendes Primärversorgungssystem (27.01.2026)

    Repräsentative Umfrage zum Primärversorgungssystem zeigt: Für die Akzeptanz braucht es vertrauenswürdige Konzepte und mehr Aufklärung (19.11.2025)

    Folgen Sie uns auf

    Instagram
    Facebook
    TikTok
    YouTube
    LinkedIn
    XING
    kununu
    Cookie Einstellungen Datenschutz Impressum Genderhinweis Barrierefreiheit Leichte Sprache Gebärdensprache

    Wir verwenden erforderliche Cookies, die für den Betrieb der Webseite notwendig sind, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Zusätzliche Cookies und Technologien werden nur verwendet, wenn Sie Ihnen zustimmen. Diese Cookies und Technologien werden für statistische Zwecke und für weitere Funktionen auf der Webseite genutzt:

  • Erforderliche Cookies
  • Statistik-Cookies
  • Externe Dienste
  • Mit Klick auf "Alle zulassen" akzeptieren Sie diese und auch die Weitergabe Ihrer Daten an Drittanbieter. Weitere Informationen, auch zur Datenverarbeitung durch Drittanbieter, finden Sie in den Einstellungen sowie in unseren Datenschutzhinweisen. Sie können die Verwendung von Cookies ablehnen oder jederzeit über Ihre Einstellungen anpassen.

    Alle zulassen Nur erforderliche Einstellungen ändern
    ID zum Anfordern von Einwilligungen
    Datenschutzhinweisen
    Alle zulassen Einstellungen ändern