Arbeiten im Ausland

Sozialversicherung während eines Auslandseinsatzes – die SBK unterstützt

Neben großen, international agierenden Unternehmen schicken auch immer mehr mittelständische Betriebe ihre Mitarbeiter zum Arbeiten ins Ausland – ein Vorgang, der im Vorfeld genaue Planung braucht, um das Fortbestehen von Sozialversicherungsleistungen zu sichern. Was es vor einem „Auslandseinsatz“ für Angestellte und Unternehmen im Hinblick auf die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung der entsandten Mitarbeiter zu beachten gilt, weiß Michael Zaubzer, Auslandsexperte bei der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK. Mit seinem Team berät er Unternehmen bei 10.000 bis 16.000 Entsendungen pro Jahr.

Was ist eine Entsendung?

Eine Entsendung liegt vor, wenn sich ein Arbeitnehmer auf Anweisung seines Arbeitgebers für eine befristete Zeit ins Ausland begibt, um dort für seinen Arbeitgeber einer Beschäftigung nach-zugehen. Bei einer Entsendung bleibt ein Arbeitnehmer in Deutschland weiterhin sozialversicherungspflichtig, wenn der Auslandsaufenthalt eine bestimmte Dauer – bei Entsendungen in EU-Staaten grundsätzlich 24 Monate, bei Nicht-EU-Ländern bis zu fünf Jahre – nicht überschreitet. „Unter diesen Voraussetzungen kann ein Mitarbeiter auch während seines Auslandsaufenthalts weiter in Deutschland versichert bleiben“, erklärt Experte Zaubzer und ergänzt: „Dann spricht man von der „Ausstrahlung“ deutschen Sozialversicherungsrechts. Voraussetzungen dafür sind das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses im Inland und eine im Voraus zeitlich begrenzte Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland.“ Liegt hingegen eine dauerhafte Auslandstätigkeit vor oder besteht ein Arbeitsverhältnis zu einer ausländischen Tochtergesellschaft, ist der Arbeitnehmer ausschließlich bei der ausländischen Sozialversicherung beitragspflichtig und leistungsberechtigt. 

Ausstrahlung des deutschen Sozialversicherungsrechts

Eine Ausstrahlung ist in der Regel über die zuständige Krankenkasse zu beantragen. Diese, so Zaubzer, sei eine einseitige Regelung des Sozialgesetzbuches. Das bedeutet, dass bei Entsendungen ins vertragslose Ausland eine zusätzliche Sozialversicherungspflicht im Ausland gelten kann. „Daher empfiehlt es sich, den Umgang mit der doppelten Beitragspflicht im Entsendevertrag zu regeln“, laut Zaubzer.

Entsendung innerhalb der EU

Bei Entsendungen in andere EU-Staaten bleibt grundsätzlich die Sozialversicherung für den Mitarbeiter unverändert bestehen. Bei der Krankenkasse ist dann für die ersten 24  Monate ein Antrag auf Anwendung der VO (EG) 883/2004 zu stellen. „Nach einer Überprüfung bestätigen wir die Entsendung und stellen die Entsendebescheinigung A1 zur Verfügung“, erklärt der SBK-Experte. 

Entsendung außerhalb der EU

Bei Entsendungen in Nicht-EU-Länder muss geklärt werden, ob bilaterale Sozialversicherungsabkommen mit dem entsprechenden Land bestehen. Die Abkommen regeln den Verbleib des Arbeitnehmers jedoch nicht immer in allen Sozialversicherungszweigen und es ist ratsam, sich über ihre Reichweite im Einzelnen genau zu informieren. 

Entsendung ins vertragslose Ausland

Wird ein Mitarbeiter in ein Land geschickt, das mit der Bundesrepublik keine bilateralen Regelungen zur Sozialversicherung abgeschlossen hat, kommt es im Regelfall zu einer doppelten Beitragszahlung. „In diesen Fällen können wir von Fall zu Fall Hilfestellung geben, wie die beste Vorgehensweise ist, um den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber so wenig wie möglich zu belasten“, so Zaubzer.

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