Beratung zu Palliativversorgung praxisnah gestalten

Anlässlich der morgigen Beratung zum Hospiz- und Palliativgesetz fordert die SBK, den Anspruch auf Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen praxisnah zu gestalten und eine bessere Vernetzung bestehender Angebote zu ermöglichen. „Unsere Erfahrung in der Beratung schwerkranker Menschen zeigt, dass an der Schnittstelle zwischen allgemeiner und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung häufig eine Lücke klafft“, sagt Dr. Gertrud Demmler, Vorstand der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK. „Hier braucht es eine bessere Verzahnung der Angebote.“

Beratungsanspruch praxisnah gestalten

Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht vor, dass Krankenkassen schwerstkranke Patienten nur mit schriftlicher Einwilligung beraten dürfen. Diese Forderung wird der Praxis in keinster Weise gerecht. „In der SBK werden Palliativpatienten durch qualifizierte Pflegefachberater begleitet. Unsere Erfahrungen belegen einen hohen Beratungsbedarf bei Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen. Mitunter wissen sie gar nicht, welche Versorgungsangebote es vor Ort für sie gibt“, sagt Vorstand Gertrud Demmler. „Es wäre aus unserer Sicht fatal, bürokratische Hürden bei einem Thema hochzuziehen, bei dem wir ein echtes Bedürfnis nach Information haben. Schwerstkranken muss es so einfach wie möglich gemacht werden, ihren Fachberater um Rat zu fragen.“ Die SBK fordert deshalb, die im Gesetz geforderte Schriftform als Voraussetzung für eine Beratung zu streichen.

Pflegende Angehörige berücksichtigen 

Im aktuellen Gesetzentwurf liegt der Fokus auf der Beratung der Palliativpatienten. Gertrud Demmler warnt: „Wir dürfen die Belastung der Angehörigen nicht vergessen. Häufig benötigen gerade die Angehörigen von Schwerstkranken eine besondere und separate Begleitung, um mit der akuten Krisensituation umgehen zu können. Unsere Erfahrungen zeigen, dass in vielen Fällen eine Betreuung oder psychologische Beratung, über den Tod des Patienten hinaus, eine große Hilfe sein kann.“ Die SBK fordert deshalb, auch den Anspruch der Angehörigen auf eine psychosoziale Beratung explizit im Gesetz zu verankern.

Lücke zwischen allgemeiner und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung schließen

Sind die Voraussetzungen für eine Versorgung durch die SAPV nicht gegeben, greift die AAPV, kurz für Allgemeine Ambulante Palliativversorgung. Die Betreuung erfolgt dann durch den Hausarzt oder ambulante Pflegedienste. Kassenchefin Demmler: „Die AAPV leistet eine wichtige Arbeit. Sie ist aber häufig nicht auf die Pflege schwerstkranker Schmerzpatienten eingestellt. So wäre zum Beispiel bei Patienten mit schweren Tumorwunden eine Versorgung durch interdisziplinäre, spezialisierte Teams wünschenswert. An dieser Stelle müssen wir an einer besseren Verzahnung der Angebote arbeiten, damit auch Patienten bestmöglich betreut werden, die sich noch nicht in der letzten Lebensphase befinden.“

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