Datenfalle Fitnesstracker?

Siemens-Betriebskrankenkasse SBK gibt Tipps zum Datenschutz rund um Wearables

Fast ein Drittel der Internetnutzer weltweit verwendet nach einer aktuellen Studie der GfK1 sogenannte Wearables – ob als Uhr, Armband, Clip oder App auf dem Smartphone. Sie nutzen die kleinen Helfer, um sich ihr persönliches Bewegungsverhalten bewusst zu machen und das individuelle Training zu unterstützen. Allein in Deutschland nutzen 28 Prozent der Bundesbürger beim Joggen, Walken oder auf dem Weg zur Arbeit eine Gesundheits-App, ein Fitness-Armband oder eine Smartwatch. „Gleichzeitig erleben wir, dass Nutzer teilweise sorglos mit den gesammelten Daten um-gehen und Vitalwerte schon mal in sozialen Netzwerken teilen“, sagt Sabrina Ilgner, Ver-antwortliche in der Arbeitsgruppe Digitale Kundenschnittstelle der SBK. „Diese Daten sind die Währung der Zukunft. Jeder Nutzer sollte sich daher auch Fragen zur Datensicherheit stellen.“ 

Prävention für Gesundheit – und Datenschutz

Die Deutschen liegen bei der Nutzung von Wearables im internationalen Vergleich ganz weit vorn, so die GfK-Studie. Vor allem bei Männern liegen sie im Trend: 30 Prozent der männlichen Befragten greifen regelmäßig zu Fitnesstrackern. Bei den Frauen sind es immerhin 25 Prozent. Für über die Hälfte ist dabei der wichtigste Grund, Gesundheit und Fitness zu überwachen, erst an zweiter Stelle steht der Wunsch, sich damit zu mehr Sportaktivitäten zu motivieren. Vital- und Bewegungsdaten, wie sie in Wearables gesammelt werden, können künftig auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von Krankheiten und der medizinischen Versorgung, zum Beispiel von Chroniker, spielen. Sie können helfen, Patienten individuell zu informieren, gezielt zu beraten sowie sie medizinisch besser zu betreuen – wenn die Daten etwa gemeinsam mit dem Arzt aus-gewertet werden. Dieses Potenzial zeigt, wie wichtig es ist, sich als Nutzer von Wearables aktiv mit dem Thema Datensicherheit auseinanderzusetzen. „Diese Daten sind äußerst sensibel“, er-klärt Sabrina Ilgner von der SBK. „Wichtig ist, dass der Patient oder Nutzer über die volle Souveränität seiner Daten verfügt. Ob er sie an Dritte weitergeben möchte, sollte jeder Nutzer selbst entscheiden können. Speicherung und Auswertung der Daten sollten so transparent wie möglich gestaltet sein.“

Das sollten Nutzer beachten

Diese Transparenz lassen Wearables oft vermissen, sagen unter anderem die Datenschutzbehörden von Bund und Ländern. Wer sie dennoch nutzen will, dem legt die Digitalexpertin der SBK folgende Empfehlungen ans Herz:

Verwenden Sie nicht für alle Apps und Konten dasselbe Passwort. 

Schalten Sie die Bluetooth-Funktion aus, wenn sie nicht gebraucht wird. 

Nutzen Sie keine Dienste, Apps und Services, die keine Datenschutzerklärung haben.

Verwenden Sie immer die neueste Version einer App oder eines Services.

Wenn möglich, installieren Sie ein Verschlüsselungsprogramm.

Solidargemeinschaft nicht aushöhlen

Der Nutzer entscheidet allein, wem er Zugriff auf seine Daten geben möchte – das betrifft auch die Krankenkasse. Allerdings: Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom  würde ein Drittel der befragten Nutzerinnen und Nutzer ihre Gesundheitsdaten an Krankenkassen weitergeben, etwa um im Gegenzug Vorzüge zu erhalten. Einige private Krankenversicherer arbeiten bereits an Tarifen, die vergünstige Konditionen für fitnessaffine Kunden vorsehen, wenn diese regelmäßig ihre Daten zur Verfügung stellen. „Mit der SBK wird es dieses Konstrukt nicht geben“, stellt Sabrina Ilgner klar. „Als gesetzliche Krankenversicherung versichern wir Menschen ohne vorherige Risikoprüfung und unabhängig von Alter, Geschlecht oder Krankheit. Wir fördern Prävention und einen gesunden Lebensstil unserer Mitglieder, machen das aber nicht zur Voraussetzung für den Versicherungsschutz der SBK. Wir stehen voll hinter dem Solidarsystem.“

  

1 http://www.gfk.com/de/insights/press-release/jeder-vierte-deutsche-internetnutzer-setzt-auf-gesundheits-apps-oder-fitness-tracker/

2 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Gesundheits-Apps-Jeder-dritte-Smartphone-Nutzer-wuerde-Daten-an-die-Krankenkasse-weiterleiten.html

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