Die „Pille danach“: Für über 90% der Frauen ein einmaliges, echtes Notfallmedikament

Nach der Entscheidung der EU-Kommission, die sogenannte „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht zu entlassen, will der Gesetzgeber in Deutschland zwei Präparate im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens freigeben. Zahlen über die bisherige Verordnungspraxis, über das Alter der Patientinnen und die Häufigkeit der Anwendung stellt die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK zur Verfügung. 


Gemäß Zahlen der SBK wurde die „Pille danach“ in den vergangenen Jahren in konstanter Häufigkeit verordnet. 2012 verschrieben Gynäkologen das Verhütungsmittel 1.241 SBK-Versicherten, 2013 erhielten 1.272 Patientinnen ein Rezept. Für 2014 liegen bislang nur Zahlen für die ersten drei Quartale vor, mit 1.111 Verordnungen scheint die Anzahl allerdings auch im vergangenen Jahr konstant geblieben zu sein.

Die Versicherten, die auf die „Pille danach“ zurückgreifen, sind im Durchschnitt 18 Jahre alt. Das Notfallkontrazeptivum ist für die große Mehrheit der Frauen tatsächlich ein Medikament für den Notfall: Über 90% der Anwenderinnen griffen 2013 nur einmal im Jahr zu der Pille. Nur 104 Versicherte ließen sich das Verhütungsmittel mehr als einmal verschreiben, 89 davon nahmen es zweimal im Jahr 2013 ein.

Am häufigsten verschrieben wurden im Jahr 2014 laut SBK-Daten Präparate der Marke Ellaone. Spitzenreiter war in den ersten drei Quartalen mit 546 Verschreibungen das Präparat Ellaone 30mg. 455 Mal verordneten Ärzte Pidina 1,5 mg. Beide Präparate sollen nach dem Willen des Gesetzgebers in Kürze rezeptfrei in Apotheken erhältlich sein. 

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