HPV-Impfung – je früher, desto besser

Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK empfiehlt Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs vor dem ersten Geschlechtsverkehr und warnt vor mangelnder Information

Seit dem 14. Februar 2015 können sich Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren auf Kassenkosten gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen. Zuvor galt die Empfehlung, die Immunisierung zwischen dem zwölften und 17. Lebensjahr durchzuführen. Angesichts der neuen Altersgrenze warnt die SBK vor Lücken in der Kommunikation.

Neue Zahlen der SBK zeigen, dass ein Großteil der Frauenarztbesuche ab dem 15. Lebensjahr stattfindet – einem Alter, in dem viele Mädchen bereits sexuell aktiv sind und von einer HPV-Impfung nicht mehr in vollem Umfang profitieren können. Denn den größten Nutzen hat die Impfung bei Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.1 Aber auch die Aufklärung über die Schutz-Empfehlung beim Haus- oder Kinderarzt ist lückenhaft. „Aktuell nehmen nur 13 Prozent der bei uns versicherten Kinder im Alter von neun und zehn Jahren die U11-Untersuchung wahr. Die J1 für Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren nehmen lediglich 14 Prozent in Anspruch. Da Ärzte bei beiden Vorsorgeuntersuchungen auch auf die HPV-Impfung hinweisen, befürchten wir, dass die Aufklärung der jungen Mädchen nicht früh genug passiert“, erklärt Lydia Bodner, Vorsorge-Expertin bei der SBK und ergänzt: „Daher ist es wichtig, dass auch die Eltern in diesem Punkt Verantwortung übernehmen und ihre Töchter rechtzeitig auf die Schutzimpfung hinweisen.“

Gebärmutterhalskrebs: seltene Folge einer häufigen Infektion

Die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs sind humane Papillomviren, kurz HPV, von denen einige den Gebärmutterhals, die Scheide und den äußeren Genitalbereich befallen. Bei den HP-Viren unterscheidet man Niedrig-Risiko-Typen und Hoch-Risiko-Typen. Während durch erstere harmlose Genitalwarzen entstehen können, können letztere zu Veränderungen an Zellen führen, die sich später gegebenenfalls zu Krebs entwickeln. Die HPV werden, meist bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen – und das sehr häufig: Etwa 80 Prozent aller sexuell aktiver Menschen haben mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion. Von den betroffenen Frauen bleiben etwa 10 Prozent dauerhaft infiziert und können Zellveränderungen am Gebärmutterhals entwickeln.2 Das Tückische: Nur sehr selten wird eine solche Infektion von Symptomen begleitet und kann so unbemerkt bleiben. Umso wichtiger ist es, eine HPV-Impfung schon in jungen Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr wahrzunehmen und so einer Infektion vorzubeugen. Dabei sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Impfung die Früherkennung nicht ersetzen kann, da sie nur vor bestimmten HPV-Typen schützt.

 

1Quelle: RKI „Epidemiologisches Bulletin Nr. 35, 2014

2Quelle: www.onmeda.de

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