Mit Rehabilitation Krankheit und Pflege verhindern

Rund 17.000 Kunden der SBK haben in 2015 Reha- und Vorsorgemaßnahmen in Anspruch genommen. Das ist ein Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein bei den stationären Kuren hat die SBK acht Prozent mehr je Versicherten investiert als noch 2014 (GKV-Schnitt 1,3 Prozent). „Insbesondere wenn wir durch eine Reha Pflegebedürftigkeit verhindern können, bedeutet das für die Betroffenen ein echtes Plus an Lebensqualität“, sagt SBK-Vorstand Dr. Gertrud Demmler und begegnet damit dem Vorwurf, Kassen würden zunehmend an Reha-Maßnahmen sparen und das präventive Potenzial nicht nutzen.

 

Wirtschaftlichkeit ja, aber mit Augenmaß

Die Ausgaben der SBK für Vorsorge- und Reha-Maßnahmen sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – für ambulante Reha-Maßnahmen je Versicherten um über zehn Prozent (GKV-Schnitt: 4,6%). Auch für ambulante Vorsorge investierte die SBK fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr, trotz gegenläufigem Trend in der GKV (-24,7%). „Die SBK investiert bewusst in diesen Bereich“, sagt Vorstand Gertrud Demmler. „Denn in der Gesamtschau hat die Qualität der Maßnahme wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit: Am Ende ist es wirtschaftlich, wenn ein Versicherter schneller und fitter wieder nach Hause kommt.“

Dem Vorwurf, bei Reha würde häufig der Rotstift angesetzt, um den Beitragssatz in Schach zu halten, widerspricht Gertrud Demmler: „Wirtschaftlichkeit ist bei den steigenden Gesundheitsausgaben eine wichtige Maxime. Aber: Trotz der überdurchschnittlichen Ausgaben der SBK in diesem Bereich machen Reha- und Vorsorgemaßnahmen nur 0,5 Prozent unserer Leistungsausgaben aus. Das hat bei der SBK keine unmittelbare Relevanz für den Beitragssatz. Im Einzelfall wird unser Kundenberater deshalb stets die richtige Entscheidung für den Versicherten treffen.“

Potenzial von Reha zur Vermeidung von Pflege

50 Prozent der SBK-Versicherten waren bei der Vorsorge- und Reha-Maßnahmen über 70 Jahre. In diesen Fällen trägt eine Reha mittelfristig häufig dazu bei, Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zu verzögern. Demmler: „Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass ältere Kunden häufig in den eigenen vier Wänden bleiben möchten und stationäre Aufenthalte eher als Belastung wahrnehmen. Für diese Kunden wären ambulante oder besser mobile geriatrische Reha-Maßnahmen eine gute Alternative. Gerade bei letzteren haben wir eine echte Versorgungslücke – es fehlt an mobilen Anbietern.“

Nach einem aktuellen Vorschlag der Union soll die Finanzierung von Reha-Maßnahmen für Pflegebedürftige künftig von der Pflegeversicherung getragen werden, nicht mehr von der Krankenversicherung. Dr. Demmler: „Sinnvoll ist aus meiner Sicht, wenn derjenige die Reha zahlt, der von der Reha-Maßnahme profitiert. Bei Reha für Pflegebedürftige ist das die Pflegeversicherung. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wenn es uns mit dem Grundsatz ‚Reha vor Pflege‘ ernst ist, dann sollte die Pflegeversicherung auch dann die Kosten übernehmen, wenn es gelungen ist, durch eine Reha-Maßnahmen Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.“

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