Studieren im Ausland – richtig krankenversichert?

Wie Studenten im Auslandssemester optimal krankenversichert sind und warum Ausland nicht gleich Ausland ist

Deutsche Studierende werden immer mobiler und verbringen immer häufiger ein oder mehrere Semester im Ausland1. Bevor man seine Zelte in der Heimat aber abbricht, muss man sich um einige Dinge kümmern – den Krankenversicherungsschutz im Ausland zum Beispiel. Was es hierbei zu beachten gilt, erklärt Michael Zaubzer von der Auslandsberatung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK.

Für ein oder zwei Semester in eine fremde Kultur eintauchen, ein anderes Studiensystem kennenlernen und seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern – das klingt spannend, ist im Vorfeld aber mit Aufwand verbunden. Neben der Unterkunft vor Ort und der Abschiedsfeier mit Freunden muss man sich auch mit dem Thema Krankenversicherung auseinandersetzen – denn wer möchte schon auf Krankenhauskosten sitzen bleiben oder für einen Arztbesuch selbst bezahlen? Je nachdem, ob man in einen EU- oder Nicht-EU-Staat reist, müssen unterschiedliche Dinge beachtet werden. Welche dies genau sind, erklärt die SBK an zwei Beispielen: Spanien und den USA, zwei Ländern, die bei deutschen Studenten besonders hoch im Kurs stehen. 

Spanien – cuídate!

Beim Studium in einem EU-Staat wie Spanien werden Studenten so gestellt als seien sie Mitglied einer Krankenkasse im betreffenden Land. „Ein in Spanien studierender Deutscher hat Anspruch auf die dort üblichen Leistungen der Krankenversicherung, die er mit der sog. EHIC, die auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte integriert ist, in Anspruch nehmen kann“, erklärt Michael Zaubzer. In einigen Fällen sei es jedoch möglich, dass ein Arzt diese Karte nicht akzeptiert und die Behandlung wie bei einem Privatpatienten abrechnet. Dann müsse der Patient in Vorleistung gehen und erhielte anschließend den Betrag erstattet, der auch in Deutschland angefallen wäre. Sollte zwischen dem Rechnungs- und dem Erstattungsbetrag eine Differenz liegen, weil der Arzt etwa mehr als in Deutschland üblich abrechnet, trägt der Student diese Kosten selbst – außer er hat eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Diese Regelungen gelten übrigens in allen EU-Staaten.

USA – stay healthy!

Da die USA ein Land ist, mit dem kein Krankenversicherungsabkommen besteht, darf eine europäische Krankenkasse keine dort erbrachten medizinischen Leistungen übernehmen. Als Deutscher ist man dort also ohne den Schutz seiner deutschen Krankenversicherung unterwegs. Zudem macht das amerikanische Haftungsrecht schon eine kleine Untersuchung sehr kostspielig: Um etwaige Vorerkrankungen auszuschließen, wird jeder Patient, den ein Arzt nicht kennt, vor einer Behandlung einer kompletten Untersuchung unterzogen. Wer nicht auf seinen Behandlungskosten sitzen bleiben möchte, muss für den USA-Aufenthalt eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen und sich so absichern. „Das kann aber teuer werden“, warnt der Experte. „Viele Versicherungen verlangen bei Reisen in die USA einen Prämienaufschlag von 100 Prozent. Um hier die bestmögliche Lösung zu finden, ist es enorm wichtig, sich von einem Fachmann intensiv beraten zu lassen.“

Gut beraten bei der SBK

Die SBK unterstützt ihre Versicherten mit einer individuellen und umfassenden Beratung vor einem Auslandsaufenthalt – und hilft nicht nur bei Fragen, die die Krankenversicherung betreffen: „Wir finden in einem persönlichen Gespräch heraus, welchen Bedarf der Versicherte genau hat und schnüren basierend auf seinem Reiseziel und seiner persönlichen Situation ein individuelles Paket, das einen umfassenden Schutz im Ausland garantiert“, erklärt der SBK Auslands-Experte Zaubzer und ergänzt: „In diesem Paket kann auch eine private Zusatzversicherung für die Reise oder eine Haftpflichtversicherung sinnvoll sein.“ Zudem erhalten Studierende, die bei der SBK versichert sind, im kostenlosen Reisegesundheitsbrief der SBK Tipps zu notwendigen Impfungen, Länderinfos und aktuelle Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.

 

1Quelle: Statistisches Bundesamt: Deutsche Studierende im Ausland, 2014

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