Unerwünschte Urlaubssouvenirs

Strandurlaub in Spanien ist unbedenklich? Nein, sagt die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK und stellt die häufigsten Urlaubskrankheiten und wie man ihnen begegnet vor.

Jedes Jahr verbringen Millionen Deutsche ihren Urlaub im Ausland. Dabei sind besonders Fernreisen bei den Deutschen so beliebt wie nie zuvor. Obwohl den meisten Abenteuertouristen die Gefahr einer Tropenkrankheit durchaus bewusst ist, kehren immer wieder Reisende krank aus dem Urlaub zurück. Doch auch bei Reisezielen in Europa wird die Gesundheitsvorsorge häufig vernachlässigt. Welche Möglichkeiten es gibt, sich im Urlaub bestmöglich vor Krankheit zu schützen, weiß die SBK.

SBK-Auslandsexperte Michael Zaubzer rät: „Eine Garantie auf gesunden Urlaub gibt es selbstverständlich nicht. Vielmehr ist den Urlaubern zu raten, durch die richtige Impfung einer Krankheit vorzubeugen. Dabei sollten auch die Gefahren im europäischen Ausland nicht unterschätzt werden – denn Krankheiten holt man sich nicht nur auf Fernreisen.“ Die Gefahr unliebsamer „Souvenirs“ sollte jedem Urlauber bewusst sein.

Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge

Wer sich im Urlaub bestmöglich vor eventuellen Krankheiten schützen möchte, sollte sich schon bei der Reiseplanung ausführlich über die lokalen Krankheitsbilder informieren. Je nach Urlaubsziel unterscheiden sich die Erreger und die damit einhergehenden Risiken. Deshalb ist der richtige Impfschutz vor der Reise sehr wichtig. Allerdings reicht eine Impfung allein oft nicht aus. Die wichtigsten Hygieneregeln sollte jeder Urlauber auf Fernreisen aber auch in manchen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Spanien und auf Zypern, beachten: Vor Ort Wasser generell nur abgepackt oder abgekocht trinken, da viele Krankheiten über Fäkalkeime in Leitungswasser oder auch Lebensmitteln übertragen werden. Auch beim Zähneputzen gilt es, Leitungswasser zu vermeiden.

Die häufigsten Urlaubskrankheiten

  • Orientbeule

Vielen Urlaubern unbekannt ist die Infektionskrankheit „Orientbeule“. Sie tritt neben Südamerika oder Ostafrika auch an den Stränden Spaniens, Italiens oder der Türkei auf. Doch auch in Deutschland gibt es in den letzten Jahren vermehrt Fälle bei Mensch und Tier. Die Krankheit wird durch den Stich der Sandmücke übertragen. Dagegen hilft lange beziehungsweise mit Anti-Mücken-Sprays imprägnierte Kleidung. Doch schon ein Spaziergang barfuß an Stränden, an dem sich beispielsweise viele Hunde aufhalten, kann für eine Infektion genügen. Daher ist festes Schuhwerk auch am Strand von Vorteil. Von der Krankheit betroffen sind besonders die inneren Organe, die Haut oder die Schleimhäute, die nach und nach angegriffen werden. Das kann jedoch längere Zeit unbemerkt bleiben. Wird die Haut befallen, bilden sich Geschwüre, die schwere Narben hinterlassen können und der Orientbeule ihren Namen geben. Bei Organbefall breiten sich die Parasiten vor allem in Milz und Leber aus und verursachen schweres Fieber, Anämie oder Diarrhoe.

  • Bilharziose

Für Reisende, die sich nicht im Meer sondern lieber in Süßwassergewässern erfrischen, ist in Afrika, Südamerika, der Karibik, dem Nahen Osten oder Asien besondere Vorsicht geboten. Denn in stehenden Gewässern lauern  sogenannte Pärchenegel, circa zwei Zentimeter lange Saugwürmer, die vor allem durch die Haut an den Füßen in den Körper gelangen. Durch ihre Larven wird die parasitäre Wurmkrankheit Bilharziose übertragen. Über die Venen verbreiten sich die Larven der Egel in den inneren Organen. Dauerhaft können sie schwere Nieren-, Blasenschäden oder Leberzirrhose hervorrufen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollte der Urlauber daher nicht in stehenden Gewässern baden. Eine Impfung gehen Bilharziose gibt es bis heute nicht.

  •  Gelbfieber

Ähnlich wie bei der Orientbeule ist auch hier die Mücke der Hauptüberträger. Sie tritt besonders in Afrika oder Südamerika auf und führt unter anderem zu Fieber, Übelkeit oder Gliederschmerzen. Bei bis zu 15 Prozent der Erkrankten wird die Leber nachhaltig geschädigt, was in seltenen Fällen zum Tod führen kann. Allerdings gibt es hierbei zur Prävention passende Impfungen, die in manchen Ländern sogar verpflichtend sind. Ansonsten gilt auch hier: Mit Anti-Mücken-Schutz imprägnierte Kleidung tragen, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern.

  •  Dengue-Fieber

Laut der WHO erkranken weltweit über 100 Millionen Menschen jährlich an Dengue-Fieber, das durch tag- und nachtaktive Stechmücken übertragen wird. Die Tropenkrankheit ist eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Die Symptome ähneln häufig denen einer normalen Grippe, können aber schnell in sehr hohes Fieber mit starken Gliederschmerzen umschlagen und auch zum Tod führen. Da es keine effizienten Behandlungsformen und Impfungen gibt, ist ausreichender Schutz vor Stichen durch lange Kleidung in Asien, Lateinamerika und Afrika sehr wichtig.

Auslandsberatung der SBK

Die SBK-Experten informieren auch individuell über Besonderheiten und Vorsorgemaßnahmen im Ausland. Unter der Telefonnummer 0800 0 725 725 709 0 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands) oder E-Mail: auslandsberatung@sbk.org stehen die Experten Rede und Antwort.

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