Erfolgsrechnung der SBK-Pflegekasse

Zahlen 2016

Die SBK-Pflegekasse hatte 2016 ein Volumen von 260,9 Mio. EUR. Rund 54.574 Pflegefälle (2015: 54.000) unterstützte die SBK im ambulanten und stationären Bereich mit Leistungsausgaben von rund 136,5 Mio. EUR. Die Zahlungen in den Ausgleichsfonds beliefen sich auf 179,1 Mio. EUR, davon entfielen 19,4 Mio. EUR auf den 2015 eingerichteten Pflegevorsorgefonds. Die Verwaltungs- und Verfahrenskosten betrugen 17 Mio. EUR.

Lotsen durch den Pflegedschungel: Interview mit Sylvia Sommer, Pflegeberaterin in München

Sylvia Sommer, Pflegeberaterin in München

Seit dem 1.1.2016 hat jeder Versicherte einen gesetzlich verbürgten Anspruch auf eine Pflegeberatung innerhalb von zwei Wochen – auf Wunsch auch im häuslichen Umfeld. Die SBK hat als eine der ersten Kassen flächendeckend Pflegeberater ausgebildet. Die ausgebildete Krankenschwester und SBK-Pflegeberaterin Sylvia Sommer erzählt, wie sie Kunden durch den komplexen Pflegebereich lotst –nicht erst seit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II.

Wo liegen für Sie die Herausforderungen bei Ihrer Arbeit?

Sommer: Die Bandbreite der Kunden im Lebenszyklus zu erleben. Wir beraten Eltern mit Säuglingen, Klein- und Schulkindern, Menschen mit akuter und chronischer Erkrankung, behinderte Menschen und deren Angehörige in jedem Lebensalter, Menschen in der letzten Lebensphase und unsere große Gruppe der Senioren. Jeder für sich hat schon eine andere Art von problematischer Situation, die es zu bewältigen gilt. Meine Aufgabe ist es, immer wieder neutral zu bleiben und mich den individuellen Situationen zu stellen.

Wie beurteilen Sie die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Pflegeversicherung?

Sommer: Wenn wir die aktuelle Situation der Pflegeversicherung Pflegeversicherung anschauen, dann hat sich zunächst durch die Einführung der „eingeschränkten Alltagskompetenz“ einiges getan in den letzten Jahren. Und es sind, wie jetzt mit dem neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit und den daraus resultierenden Pflegegraden, weitere Verbesserungen gekommen. Natürlich passt nicht immer jedes Angebot zur Situation. Ein großes Problem sind die Hilfestellungen für Kinder, weil hier oft Versorgungsangebote fehlen oder überhaupt nicht passen. Zusätzlich ist spürbar, dass die ambulante Pflegesituation in eine Schieflage gerät: Es fehlen ambulante Pflegekräfte mit einer guten Ausbildung und es fehlen ehrenamtliche Helfer in der Nachbarschaftshilfe oder in hauswirtschaftlichen Diensten.

Können Sie dem Versicherten auch sofort hilfreiche Maßnahmen anbieten?

Sommer: Ja, dazu fällt mir immer ein guter Tipp ein. Wir stellen zunächst meist einen Antrag an die Pflegeversicherung. Natürlich gibt es auch die Situation, wo ein Kunde diese Antragstellung als den richtigen Weg sieht und nun enttäuscht wird, weil er die Voraussetzungen noch nicht erfüllt – dann bieten wir ihm eben eine andere Möglichkeit an.

Wie arbeiten Kunden- und Pflegeberater bei der SBK zusammen?

Sommer: Bei der SBK arbeiten wir im Rahmen des Fallmanagements Hand in Hand. Kurze Wege innerhalb der SBK ermöglichen dabei einen unkomplizierten und schnellen Austausch im Sinne des Kunden.