Der Unterschied liegt in der Beratung
Qualitätsunterschiede zwischen Krankenkassen müssen für Versicherte viel deutlicher werden. Ein Großteil der Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung mag gleich sein. Bei Beratung, Bearbeitungszeiten und Genehmigungsquoten gibt es jedoch große Unterschiede. Nur sind diese kaum sichtbar. Wir veröffentlichen seit zehn Jahren diese und andere wichtige Kennzahlen und setzen uns dafür ein, dass alle Krankenkassen diese Zahlen offenlegen. Nur so können Versicherte die für sie richtige Krankenkasse finden.
Mit gutem Beispiel voran
2016 sind wir als erste Krankenkasse mit einem Qualitätsbericht gestartet und haben wichtige Qualitätskennzahlen wie die Anzahl der Beschwerden und Widersprüche veröffentlicht. Heute sind wir viele Schritte weiter. Der vorliegende Bericht zeigt, wie wir uns Qualitätsberichterstattung vorstellen. Er ist eine Blaupause für andere Krankenkassen und unsere Diskussionsgrundlage im politischen Diskurs. Denn es nützt nichts, wenn nur wir allein regelmäßig diese Kennzahlen veröffentlichen. Entscheidend ist, dass alle mitmachen und sich an einheitlichen Kriterien orientieren. Nur so lassen sich die Zahlen vergleichen.
Einen Standard etablieren und Versicherte einbeziehen
Unsere SBK-Qualitätsoffensive hat bereits einiges bewirkt. Wir sehen jedes Jahr mehr Krankenkassen, die unserem Beispiel folgen und freiwillig Qualitätskennzahlen veröffentlichen. Der GKV-Spitzenverband hat eine gemeinsame Empfehlung mit 45 Qualitätskriterien erarbeitet. Wir haben daran mitgearbeitet. Unser Bericht folgt diesem Standard und enthält darüber hinaus weitere wichtige Ergebnisse.
Für ein umfassendes Bild braucht es mehr als Zahlen
Das zweite zentrale Standbein, um Qualität zu messen, sind die Erfahrungen der Versicherten. Ihre Erlebnisse mit einer Krankenkasse, einer Klinik oder während einer Behandlung zeigen, was Zahlen allein nicht erfassen. Wir holen dieses Feedback für unsere Arbeit als Krankenkasse unter anderem durch unsere jährliche Versichertenbefragung ein. So können wir uns und unsere Qualität weiter verbessern.
Transparenz als Motivationsquelle
Mehr Transparenz und Offenheit motivieren uns alle, besser zu werden. Es schmerzt im ersten Augenblick, wenn andere eine bessere Qualität zeigen oder man selbst im Vergleich zum Vorjahr schlechter abschneidet. Aber hat man dieses Gefühl erstmal überwunden, entsteht etwas Wertvolles: mehr Ehrlichkeit, bessere Beratung, kürzere Wartezeiten. Genau das wünsche ich mir für alle Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen: dass wir Transparenz nicht als Bedrohung wahrnehmen, sondern als Chance.
Herzliche Grüße
Dr. Gertrud Demmler, Vorständin SBK Siemens-Betriebskrankenkasse
