Inhalte dieser Seite:
Knappe Ressourcen effizienter nutzen
Unser Gesundheitswesen steht am Scheideweg: In vielen Bereichen fehlen Fachkräfte, die Kosten der Versorgung steigen immer schneller und die Gesellschaft altert. Die zentrale Frage lautet daher: Wie können wir auch in Zukunft gewährleisten, dass unsere Versicherten einen sicheren Zugang zum System erhalten und dort gut versorgt werden?
Die Erderwärmung und sich verändernde Umweltbedingungen verschärfen den Druck auf das System. Zum einen nimmt die Krankheitslast in der Bevölkerung durch den Klimawandel zu. Zum anderen braucht auch das Gesundheitswesen erhebliche finanzielle Mittel, um Klimaschutz und Hitzeanpassung umzusetzen.
Klar ist: Wir werden künftig effizienter mit knapper werdenden Ressourcen umgehen müssen. Zu unserem Selbstverständnis als engagierte Krankenkasse gehört, diesen Transformationsprozess im Sinne unserer Versicherten mitzugestalten.
Dafür haben wir Vorschläge erarbeitet, die wir in die politische Debatte einbringen. Wir sprechen auf Kongressen, beteiligen uns an zahlreichen Arbeitsgruppen der Selbstverwaltung und suchen das Gespräch mit Politikerinnen und Politikern. Auch in der Presse machen wir unsere Positionen öffentlich.
Einen tiefen Einblick in unser politisches Engagement geben unser
Politische Arbeit in der SBK
Wir verstehen uns als Krankenkasse, die Zukunft aktiv gestaltet. Deshalb suchen wir den Dialog mit Politikerinnen und Politikern und bringen die Perspektive der Versicherten sowie der Kranken- und Pflegekassen in die politische Debatte ein.
Auch in der Selbstverwaltung engagieren wir uns: Wir arbeiten in zahlreichen Gremien und Arbeitsgruppen mit und sind mit relevanten Organisationen, etwa dem GKV-Spitzenverband und seinen Arbeitsgruppen, eng vernetzt.
Sehr wichtig ist uns auch unser Engagement in der Arbeitsgruppe „BKK Green Health“. Dort arbeiten wir gemeinsam mit anderen Betriebskrankenkassen an verschiedenen Themen auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Gesundheitswesen.
In unserer politischen Arbeit halten wir uns stets an Anti-Korruptionsvorschriften.
Fünf Vorschläge für ein nachhaltigeres Gesundheitswesen
Vorschlag 1: Mehr Transparenz = gezieltere Versorgung
Unser Gesundheitssystem beruht auf der Logik: Wo viele Mittel eingesetzt werden, fließt auch viel Geld. Damit werden Anreize gesetzt, viele und aufwendige Behandlungsverfahren durchzuführen. Das ist teuer, bindet Personal und schadet der Umwelt.
Daher gilt es, statt auf Menge auf eine nachhaltigere „Qualitätslogik“ zu setzen. Finanzielle Mittel sollten stärker dort eingesetzt werden, wo nachweislich qualitativ hochwertige Versorgung geleistet wird. Damit das gelingen kann, muss Qualität anhand relevanter Indikatoren gemessen werden. Beispielsweise indem Patientinnen und Patienten befragt werden. Die Messergebnisse werden dann öffentlich gemacht. So könnten Gelder auch nach qualitativen Kriterien gesteuert werden.

Die SBK setzt sich schon seit Jahren für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Denn sie ist Treiber für den Wandel – weg von der Menge, hin zu Qualität und einer echten Ausrichtung am Menschen.
Vorschlag 2: Menschen entlasten
Die wertvollste Ressource im Gesundheitswesen sind die Menschen, die dort arbeiten. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Hebammen oder Medizinische Fachangestellte sind in der Versorgung unersetzlich. Ihre Zeit und Expertise brauchen wir für die Patientinnen und Patienten, nicht für Formulare. Dafür braucht es weniger Bürokratie und die Möglichkeit, digital effektiv zu kommunizieren.
Aktuell diskutiert die Politik intensiv über ein Primärversorgungssystem. Die Idee: Patientinnen und Patienten werden über eine primäre Anlaufstelle wie die Hausarztpraxis oder eine digitale Ersteinschätzung gezielt in die passende Versorgung gelenkt. Gut ausgestaltet, könnte dies das medizinische Personal deutlich entlasten. Deshalb unterstützen wir den Ansatz und machen konkrete Vorschläge für die Umsetzung.
Wir setzen uns für einen digitalen Einstieg in die Patientenreise ein, den vor allem die digitale Ersteinschätzung leisten kann. Auch Videosprechstunden, Vorsorgetests für zu Hause und medizinische Apps schützen die knappen Ressourcen in den Praxen und sichern Versicherten einen bedarfsgerechten, zeitnahen und diskriminierungsfreien Zugang zur Versorgung. Entscheidend ist, dass digitale und analoge Angebote sinnvoll verzahnt werden: Das Personal in Praxen und Kliniken muss wissen, was die digitalen Helfer diagnostizieren, therapieren und empfehlen.
Vielversprechend ist außerdem eine bessere Aufgabenverteilung zwischen Ärztinnen und Ärzten und medizinischen Fachkräften. Pflegekräfte und gut ausgebildetes Fachpersonal in den Praxen können mehr Verantwortung übernehmen. Zusammen sichern diese Maßnahmen die Versorgung der Versicherten, gerade auch in ländlichen Regionen, und geben dem Personal die Zeit zurück, für die es gebraucht wird: für die Patientinnen und Patienten.
Vorschlag 3: Gesundheit stärken
Gesundheit zu fördern ist gelebte Nachhaltigkeit. Mehr gesunde Jahre schenken Menschen eine höhere Lebensqualität. Gleichzeitig entlastet wirksame Prävention die knappen Ressourcen des Gesundheitswesens. Weniger Behandlungen bedeuten auch weniger Medikamente, Müll oder Anfahrten und somit einen Beitrag zum Umweltschutz.
Wir bieten unseren Versicherten ein breites Präventionsangebot (siehe auch Seite
Dafür arbeiten wir mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren zusammen. Denn um Menschen gesund zu halten, müssen unterschiedliche Gesellschaftsbereiche zusammenwirken. Dazu gehören beispielsweise Kommunen, die Schwimmbäder finanzieren und für ausreichend Radwege und Grünflächen sorgen.
Besonders großes Potenzial liegt in der datengestützten Prävention: Auf Basis von Daten können Risikofaktoren identifiziert und Versicherte daraufhin gezielt angesprochen werden. Solche anlassbezogenen Ansprachen motivieren erfahrungsgemäß wirksamer als Präventionsangebote, die nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden. Deshalb fordern wir Erleichterungen für die Datennutzung für Prävention und gehen mit ersten Projekten voran.

Vorschlag 4: Einen nachhaltigen Handlungsrahmen schaffen
Nach dem Sozialgesetzbuch sind Krankenkassen zum wirtschaftlichen und sparsamen Handeln verpflichtet. Wir setzen uns dafür ein, dass das Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsgebot durch Nachhaltigkeitsaspekte ergänzt wird.
Die meisten Krankenkassen betrachten schon lange nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen. Für dieses verantwortungsvolle Vorgehen sollte auch ein sicherer rechtlicher Rahmen geschaffen werden.
Vorschlag 5: Digitalisierung ausbauen
Eine wichtige Schlüsselrolle für ein nachhaltiges Gesundheitswesen nimmt die Digitalisierung ein.
Fünf Gründe, warum Digitalisierung die nachhaltige Transformation im Gesundheitswesen unterstützt

Digitalisierung zum Nutzen der Menschen

Wir richten unsere Digitalisierungsprozesse konsequent am Nutzen für unsere Versicherten aus. Deshalb binden wir zum Beispiel unsere Tester-Community von Beginn an in die Entwicklung ein. In ausführlichen Gesprächen erfahren wir direkt zu Beginn des Entwicklungsprozesses, welche Anforderungen die Community-Mitglieder an Angebote wie den TI-Messenger oder die Online-Terminbuchung haben. Im weiteren Verlauf ist die gesamte Community eingeladen, Produkte online zu testen und uns Feedback zu geben.
Die Meine SBK-App ist der zentrale Zugang zur digitalen Welt der SBK. Dort finden Versicherte digitale Versorgungsangebote, laden Dokumente hoch, rufen ihre Online-Post ab, nutzen unser digitales Bonusprogramm und buchen ihre Arzttermine online. Mit dem SBK Account genügt ein einziger Login, um weitere digitale Services wie die ePA oder die E-Rezept-Funktion zu nutzen.
Auch im Austausch mit Leistungserbringern wie Arztpraxen, Zahnarztpraxen oder Apotheken engagieren wir uns für einen digitalen Austausch. 2025 haben wir beispielsweise die Erklärungen zur Teilnahme an besonderen Versorgungen digitalisiert. Auch die Datenschutzerklärung können Versicherte nun digital abgeben. So eine Erklärung hat zwischen 5 und 30 Seiten. Dank der Digitalisierung sparen wir somit sehr viel Papier. Da keine Dokumente mehr gescannt werden müssen, gewinnen wir bei uns und in den Praxen außerdem wertvolle Zeit. Andere Krankenkassen haben bereits angekündigt, unseren Prozess übernehmen zu wollen.
Die weiteren Themen unseres Nachhaltigkeitsberichts:

So steuern wir Nachhaltigkeit

Wir setzen uns ein für ein gesundes Leben von der Kindheit bist ins hohe Alter

Unser Beitrag zu Klima- und Umweltschutz

Wir möchte eine Arbeitgeberin sein, in der alle ihr Potenzial ausschöpfen





