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Unser Einsatz für ein zukunftsfestes Gesundheitssystem

Fünf Menschen, darunter Dr. Gertrud Demmler, dsikutieren auf der Bühne der WeACT Con

Unser Gesundheitssystem braucht grundlegende Reformen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Als gesetzliche Krankenkassen sind wir gut vernetzt. Aus dieser Position heraus können wir positive Impulse für eine nachhaltige Entwicklung des Gesundheitswesens geben. 

Foto: Dennis Reimann Fotografen

Inhalte dieser Seite:

Politische Arbeit in der SBK

Fünf Vorschläge für ein nachhaltigeres Gesundheitswesen

1. Mehr Transparenz wagen

2. Menschen entlasten

3. Gesundheit stärken

4. Rechtlichen Rahmen schaffen

5. Digitalisierung ausbauen

Zu den weiteren Themen des Nachhaltigkeitsberichts

Knappe Ressourcen effizienter nutzen

Unser Gesundheitswesen steht am Scheideweg: In vielen Bereichen fehlen Fachkräfte, die Kosten der Versorgung steigen immer schneller und die Gesellschaft altert. Die zentrale Frage lautet daher: Wie können wir auch in Zukunft gewährleisten, dass unsere Versicherten einen sicheren Zugang zum System erhalten und dort gut versorgt werden?

Die Erderwärmung und sich verändernde Umweltbedingungen verschärfen den Druck auf das System. Zum einen nimmt die Krankheitslast in der Bevölkerung durch den Klimawandel zu. Zum anderen braucht auch das Gesundheitswesen erhebliche finanzielle Mittel, um Klimaschutz und Hitzeanpassung umzusetzen.

Klar ist: Wir werden künftig effizienter mit knapper werdenden Ressourcen umgehen müssen. Zu unserem Selbstverständnis als engagierte Krankenkasse gehört, diesen Transformationsprozess im Sinne unserer Versicherten mitzugestalten.  

Dafür haben wir Vorschläge erarbeitet, die wir in die politische Debatte einbringen. Wir sprechen auf Kongressen, beteiligen uns an zahlreichen Arbeitsgruppen der Selbstverwaltung und suchen das Gespräch mit Politikerinnen und Politikern. Auch in der Presse machen wir unsere Positionen öffentlich.

Einen tiefen Einblick in unser politisches Engagement geben unser Pressebereich oder das LinkedIn-Profil von SBK-Vorständin Gertrud Demmler. 

Politische Arbeit in der SBK

Wir verstehen uns als Krankenkasse, die Zukunft aktiv gestaltet. Deshalb suchen wir den Dialog mit Politikerinnen und Politikern und bringen die Perspektive der Versicherten sowie der Kranken- und Pflegekassen in die politische Debatte ein.

Auch in der Selbstverwaltung engagieren wir uns: Wir arbeiten in zahlreichen Gremien und Arbeitsgruppen mit und sind mit relevanten Organisationen, etwa dem GKV-Spitzenverband und seinen Arbeitsgruppen, eng vernetzt.

Sehr wichtig ist uns auch unser Engagement in der Arbeitsgruppe „BKK Green Health“. Dort arbeiten wir gemeinsam mit anderen Betriebskrankenkassen an verschiedenen Themen auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Gesundheitswesen.

In unserer politischen Arbeit halten wir uns stets an Anti-Korruptionsvorschriften. 

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Fünf Vorschläge für ein nachhaltigeres Gesundheitswesen

Vorschlag 1: Mehr Transparenz = gezieltere Versorgung 

Unser Gesundheitssystem beruht auf der Logik: Wo viele Mittel eingesetzt werden, fließt auch viel Geld. Damit werden Anreize gesetzt, viele und aufwendige Behandlungsverfahren durchzuführen. Das ist teuer, bindet Personal und schadet der Umwelt.

Daher gilt es, statt auf Menge auf eine nachhaltigere „Qualitätslogik“ zu setzen. Finanzielle Mittel sollten stärker dort eingesetzt werden, wo nachweislich qualitativ hochwertige Versorgung geleistet wird. Damit das gelingen kann, muss Qualität anhand relevanter Indikatoren gemessen werden. Beispielsweise indem Patientinnen und Patienten befragt werden. Die Messergebnisse werden dann öffentlich gemacht. So könnten Gelder auch nach qualitativen Kriterien gesteuert werden.
 

Vater und Tochter am Laptop

Die SBK setzt sich schon seit Jahren für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Denn sie ist Treiber für den Wandel – weg von der Menge, hin zu Qualität und einer echten Ausrichtung am Menschen. 

Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Qualitätsbericht.

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Vorschlag 2: Menschen entlasten

Die wertvollste Ressource im Gesundheitswesen sind die Menschen, die dort arbeiten. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Hebammen oder Medizinische Fachangestellte sind in der Versorgung unersetzlich. Ihre Zeit und Expertise brauchen wir für die Patientinnen und Patienten, nicht für Formulare. Dafür braucht es weniger Bürokratie und die Möglichkeit, digital effektiv zu kommunizieren.

Aktuell diskutiert die Politik intensiv über ein Primärversorgungssystem. Die Idee: Patientinnen und Patienten werden über eine primäre Anlaufstelle wie die Hausarztpraxis oder eine digitale Ersteinschätzung gezielt in die passende Versorgung gelenkt. Gut ausgestaltet, könnte dies das medizinische Personal deutlich entlasten. Deshalb unterstützen wir den Ansatz und machen konkrete Vorschläge für die Umsetzung.

Wir setzen uns für einen digitalen Einstieg in die Patientenreise ein, den vor allem die digitale Ersteinschätzung leisten kann. Auch Videosprechstunden, Vorsorgetests für zu Hause und medizinische Apps schützen die knappen Ressourcen in den Praxen und sichern Versicherten einen bedarfsgerechten, zeitnahen und diskriminierungsfreien Zugang zur Versorgung. Entscheidend ist, dass digitale und analoge Angebote sinnvoll verzahnt werden: Das Personal in Praxen und Kliniken muss wissen, was die digitalen Helfer diagnostizieren, therapieren und empfehlen.

Vielversprechend ist außerdem eine bessere Aufgabenverteilung zwischen Ärztinnen und Ärzten und medizinischen Fachkräften. Pflegekräfte und gut ausgebildetes Fachpersonal in den Praxen können mehr Verantwortung übernehmen. Zusammen sichern diese Maßnahmen die Versorgung der Versicherten, gerade auch in ländlichen Regionen, und geben dem Personal die Zeit zurück, für die es gebraucht wird: für die Patientinnen und Patienten.

SBK Online-Hautcheck: Schnelle digitale Hilfe entlastet Versicherte und Praxen

Ob allergischer Ausschlag, geschwollener Insektenstich oder auffälliges Muttermal: Seit August 2025 können SBK-Versicherte Hautauffälligkeiten über den Online-Hautcheck digital von Hautärztinnen und Hautärzten beurteilen lassen. Dafür übermitteln sie Fotos und Angaben online. Die ärztliche Einschätzung erfolgt digital. Ist eine persönliche Untersuchung notwendig, kann anschließend eine Behandlung in einer Partner-Praxis erfolgen.
Die ersten Ergebnisse seit der Einführung zeigen, dass der digitale Versorgungsweg bei vielen Hautauffälligkeiten gut funktioniert: Mehr als 80 Prozent der Fälle konnten direkt digital geklärt werden. Häufig reichte ein E-Rezept oder die ärztliche Einschätzung, dass keine weitere persönliche Untersuchung notwendig ist – etwa bei einem unauffälligen Muttermal oder einem unkomplizierten Ausschlag.

Eine Frau sitzt in ihrer Wohnung auf einem Sessel und blickt auf den Laptop auf ihrem Schoß.

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Vorschlag 3: Gesundheit stärken

Gesundheit zu fördern ist gelebte Nachhaltigkeit. Mehr gesunde Jahre schenken Menschen eine höhere Lebensqualität. Gleichzeitig entlastet wirksame Prävention die knappen Ressourcen des Gesundheitswesens. Weniger Behandlungen bedeuten auch weniger Medikamente, Müll oder Anfahrten und somit einen Beitrag zum Umweltschutz.

Wir bieten unseren Versicherten ein breites Präventionsangebot (siehe auch Seite Versicherte stärken). Und wir setzen uns dafür ein, dass die Förderung der Gesundheit einen viel größeren Stellenwert in der Gesundheitsversorgung erhält.

Dafür arbeiten wir mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren zusammen. Denn um Menschen gesund zu halten, müssen unterschiedliche Gesellschaftsbereiche zusammenwirken. Dazu gehören beispielsweise Kommunen, die Schwimmbäder finanzieren und für ausreichend Radwege und Grünflächen sorgen.

Besonders großes Potenzial liegt in der datengestützten Prävention: Auf Basis von Daten können Risikofaktoren identifiziert und Versicherte daraufhin gezielt angesprochen werden. Solche anlassbezogenen Ansprachen motivieren erfahrungsgemäß wirksamer als Präventionsangebote, die nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden. Deshalb fordern wir Erleichterungen für die Datennutzung für Prävention und gehen mit ersten Projekten voran.

Junge Frau fährt mit dem Fahrrad durch die Statdt

Mein Nierenkompass: Pilotprojekt hilft chronische Nierenkrankheit schneller zu erkennen

Gemeinsam mit vielen weiteren Betriebskrankenkassen haben wir das Pilotprojekt „Mein Nierenkompass“ für die datenbasierte Früherkennung chronischer Nierenkrankheiten entwickelt. 

Das ist wichtig, denn eine chronische Nierenkrankheit bleibt lange unbemerkt. So verstreicht wertvolle Zeit, in der der Verlauf der Erkrankung noch positiv beeinflusst und der Weg zur Dialysebehandlung verhindert werden kann.

Wir nutzen unsere Daten, um mithilfe eines Prognosemodells Versicherte mit besonders hohem Risiko für eine chronische Nierenkrankheit zu identifizieren. Diese Versicherten laden wir ein, ihre Nierengesundheit mit einem Labortest für zu Hause zu überprüfen. 

Dank der gezielten Auswahl hat etwa jede und jeder Fünfte ein auffälliges Testergebnis. Ohne das Modell müssten wir rund 65 Versicherte anschreiben, um eine Person mit auffälligem Ergebnis zu erreichen.

Fällt der Test auffällig aus, erfolgt die weitere Diagnostik in der Hausarztpraxis. Bestätigt sich der Verdacht auf chronische Nierenkrankheit, begleiten wir die Versicherten in die passende Versorgung und unterstützen sie ein Jahr lang intensiv. Versicherte mit zum Testzeitpunkt unauffälligem Befund erhalten Informationen zu weiteren präventiven Maßnahmen und nach einem Jahr ein Angebot zur erneuten Testung.

Das Projekt ist im September 2026 bei uns und den weiteren Pilotkrankenkassen Bahn BKK und Novitas BKK gestartet.

Ehepaar in den 60ern sitzt gemeinsam auf dem Sofa und schaut in ein Handy

Sie möchten mehr wissen?

Einen tieferen Einblick in unsere Vorschläge für bessere Prävention finden Sie in diesem Interview mit SBK-Vorständin Gertrud Demmler. 

Hier geht es zum PDF-Download

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Vorschlag 4: Einen nachhaltigen Handlungsrahmen schaffen 

Nach dem Sozialgesetzbuch sind Krankenkassen zum wirtschaftlichen und sparsamen Handeln verpflichtet. Wir setzen uns dafür ein, dass das Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsgebot durch Nachhaltigkeitsaspekte ergänzt wird.

Die meisten Krankenkassen betrachten schon lange nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen. Für dieses verantwortungsvolle Vorgehen sollte auch ein sicherer rechtlicher Rahmen geschaffen werden.
 

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Vorschlag 5: Digitalisierung ausbauen

Eine wichtige Schlüsselrolle für ein nachhaltiges Gesundheitswesen nimmt die Digitalisierung ein.

Fünf Gründe, warum Digitalisierung die nachhaltige Transformation im Gesundheitswesen unterstützt

  • Ein digitaler und effizienter Informationsaustausch verbessert die medizinische Versorgung. Beispielsweise werden Doppeluntersuchungen reduziert. Basis dafür ist die elektronische Patientenakte (ePA). Sie wird von Arztpraxen, Kliniken und Apotheken befüllt. Die ePA erhält nach und nach immer mehr Funktionen, die den Versorgungsalltag erleichtern. 2026 kam zum Beispiel der Medikationsplan hinzu. Darin werden alle Arzneimittel, die Patientinnen und Patienten anwenden, mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen übersichtlich und verständlich dokumentiert. So haben alle Behandelnden den Überblick. Das hilft, unerwünschte Wechselwirkungen und doppelte Verschreibungen zu vermeiden.
  • Apps und digitale Angebote können helfen, dass Patientinnen und Patienten schneller die passende Therapie erhalten. Facharztpraxis, Hausarztpraxis oder Notaufnahme? Diese und ähnliche Fragen können in Zukunft durch eine digitale Ersteinschätzung beantwortet werden. Das entlastet Praxen, Patientinnen und Patienten.
  • Digitalisierung ebnet den Weg, um Qualität in der Versorgung zu messen. Beispielsweise erleichtern es Gesundheits-Apps, Daten zu erheben und auszutauschen.
  • Digitale Lösungen entlasten Menschen und schaffen Freiräume für Ärztinnen, Ärzte sowie Pflegekräfte. Ein Beispiel ist unser Online-Hautcheck: Patientinnen und Patienten erhalten auf Basis ihrer Hautfotos und weiterer Angaben in vielen Fällen direkt eine Diagnose. Ein Praxisbesuch ist damit oft nicht mehr nötig (siehe Infokasten Online-Hautcheck).
  • Online-Dokumente helfen beim Papiersparen.
  • Innovative Versorgung via App und Online-Kurs

    Unseren Versicherten bieten wir ein breites Präventions- und Versorgungsangebot. Mit Hilfe digitaler oder hybrider Angebote unterstützen wir beim Gesundwerden oder -bleiben. Mit dem digitalen Fatigue-Begleiter „Fimo“ bieten wir beispielsweise das erste zertifizierte Medizinprodukt zum Einsatz bei Long-COVID an. Viele Betroffene finden in ihrer Region keine Versorgung. Daher profitieren sie besonders von einem digitalen Angebot. 

    Das Angebot „FEMNA Care“ ist ein digitales Coaching für Zyklusbeschwerden und Wechseljahre. Für Männer in den mittleren Jahren gibt es das Angebot „Adon Care Plus“. Die Plattform ermöglicht einen einfachen digitalen Zugang, um Männer unkompliziert in ihrem Alltag mit wichtigen Gesundheitsthemen zu erreichen.

    Versicherte mit Rücken-, Kopf- oder anderen Schmerzen können über uns eine ganzheitliche Schmerztherapie via App nutzen.

    Mutter und Kind machen einen Online-Yogakurs zu Hause

    Digitalisierung zum Nutzen der Menschen

    Wir richten unsere Digitalisierungsprozesse konsequent am Nutzen für unsere Versicherten aus. Deshalb binden wir zum Beispiel unsere Tester-Community von Beginn an in die Entwicklung ein. In ausführlichen Gesprächen erfahren wir direkt zu Beginn des Entwicklungsprozesses, welche Anforderungen die Community-Mitglieder an Angebote wie den TI-Messenger oder die Online-Terminbuchung haben. Im weiteren Verlauf ist die gesamte Community eingeladen, Produkte online zu testen und uns Feedback zu geben.

    Die Meine SBK-App ist der zentrale Zugang zur digitalen Welt der SBK. Dort finden Versicherte digitale Versorgungsangebote, laden Dokumente hoch, rufen ihre Online-Post ab, nutzen unser digitales Bonusprogramm und buchen ihre Arzttermine online. Mit dem SBK Account genügt ein einziger Login, um weitere digitale Services wie die ePA oder die E-Rezept-Funktion zu nutzen.

    Auszeichnung Focus Money Top App 2024

    51,5% unserer Versicherten nutzten 2025 aktiv die Meine SBK-App

    Auch im Austausch mit Leistungserbringern wie Arztpraxen, Zahnarztpraxen oder Apotheken engagieren wir uns für einen digitalen Austausch. 2025 haben wir beispielsweise die Erklärungen zur Teilnahme an besonderen Versorgungen digitalisiert. Auch die Datenschutzerklärung können Versicherte nun digital abgeben. So eine Erklärung hat zwischen 5 und 30 Seiten. Dank der Digitalisierung sparen wir somit sehr viel Papier. Da keine Dokumente mehr gescannt werden müssen, gewinnen wir bei uns und in den Praxen außerdem wertvolle Zeit. Andere Krankenkassen haben bereits angekündigt, unseren Prozess übernehmen zu wollen. 

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    Die weiteren Themen unseres Nachhaltigkeitsberichts:

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