Krankenversicherung und Steuererklärung

Was Ihnen bei Ihrer Steuererklärung Vorteile bringt

Das Bürgerentlastungsgesetz ermöglicht den Krankenkassen seit 2010 die elektronische Datenübermittlung an die Finanzbehörden. Mit der Meldung über Ihre gezahlten und erstatteten Beiträge, Bonus- und Prämienzahlungen sowie zu Entgeltersatzleistungen sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Sie in Ihrer Steuererklärung alle Zahlungen geltend machen können. Denn das Finanzamt erkennt nur elektronisch übermittelte Daten an.

Hier können Sie sich rund um die Meldungen an die Finanzbehörden informieren. Wenn Sie weitere Fragen haben, melden Sie bitte bei Ihrem persönlichen Kundenberater – gerne über unser Kontaktformular. Wir rufen Sie schnellstmöglich zurück, um Ihre Fragen zu klären.

Informationen zur Meldung an das Finanzamt

Folgende Daten melden wir an das Finanzamt:

In Ihrer Steuererklärung erkennt das Finanzamt ausschließlich maschinell übermittelte Daten an. Daher ist unsere Datenübermittlung die Voraussetzung dafür, dass Sie alle Beträge in der Steuererklärung geltend machen können.

Zeiträume der Meldung

Wir melden im Januar eines jeden Jahres die gezahlten und erstatteten Beträge des Vorjahres.

Beispiel: Im Januar 2021 werden alle gezahlten und erstatteten Beträge des Zeitraums vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 an die Finanzbehörden gemeldet.

Mit Beitragsguthaben verrechnete Beiträge in der Meldung

Aufgrund der Anforderung durch die Finanzbehörden melden alle Krankenkassen ab Oktober 2021 Beitragsguthaben, die aus einer Beitragskorrektur kommen und die mit jahresübergreifenden Beiträgen verrechnet wurden. In den Meldungen wird die Verrechnung mit "Erstattete Beiträge" und "Gezahlte Beiträge" abgebildet.

Bitte wenden Sie sich an Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater, an einen Lohnsteuerhilfeverein oder das Finanzamt wenn Sie wissen möchten, wie sich dieser neue Sachverhalt auf Ihre Steuererklärung auswirkt.

Zeitpunkt der Meldung

Wir versenden die Meldungen immer in der zweiten Januarwoche an Ihr Finanzamt. Sie erhalten im Nachgang einen steuerrechtlichen Nachweis über Ihre gemeldeten Beiträge, Prämien und Entgeltersatzleistungen. Damit haben Sie immer den Überblick, welche Daten dem Finanzamt vorliegen.

Unser Tipp: Sind Sie schon bei Meine SBK angemeldet? In Meine SBK haben Sie die Möglichkeit, jederzeit ganz einfach Ihre Post von der SBK abzurufen. Mehr zu Meine SBK und wie Sie sich registrieren können erfahren Sie hier.

Eintragung der gemeldeten Beträge in der Steuererklärung

Um die Beiträge für die Krankenversicherung absetzen zu können, muss dies in der Regel in der Steuererklärung in der Anlage "Vorsorgeaufwand" eingetragen werden.

Bitte beachten Sie: Wir dürfen keine steuerrechtlichen Auskünfte erteilen. Bitte wenden Sie sich zur Klärung von Fragen in diesem Fall an Ihren Steuerberater oder Ihre Steuerberaterin, das Finanzamt oder einen Lohnsteuerhilfeverein.

Steuerliche Informationen zum SBK-Bonusprogramm

Beim SBK-Bonusprogramm haben Sie seit dem Jahr 2018 die Wahl, wie Sie Ihren Bonus bekommen möchten:

Ob die SBK Ihren Bonus an das Finanzamt melden muss oder nicht, hängt von der Bonusvariante ab, die Sie wählen. Wir geben Ihnen hier einen Überblick: 

Bonusvariante Meldung durch SBK an das FinanzamtAngabe in Ihrer Steuererklärung
GeldbonusJaJa
GesundheitsbonusNeinNein

Ablauf der Meldung beim SBK-Bonusprogramm

Häufige Fragen rund um das Meldeverfahren an die Finanzbehörden

Die Datenübermittlung erfolgt über eine elektronische Meldung an die ZfA (Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen). Von hier aus werden Ihre Daten zur Prüfung an das Bundeszentralamt für Steuern gegeben und nachfolgend an die Finanzbehörden weitergeleitet.

Grundsätzlich werden nur die Beiträge an das Finanzamt gemeldet, die Sie selbst an die SBK entrichtet haben. 

Dies können folgende Beitragsarten sein:

  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung – ohne Krankengeldanspruch
  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung – mit Krankengeldanspruch
  • Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkasse
  • Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Beiträge, die durch andere Stellen, wie zum Beispiel dem Arbeitgeber oder von Zahlstellen, abgeführt werden, sind nicht durch uns zu melden. Diese werden von den jeweiligen Stellen separat an das Finanzamt übermittelt.

Meldung zu Bonuszahlungen von Familienangehörigen

Sollte für einen familienversicherten Angehörigen im Rahmen des Bonusprogramms eine Auszahlung erfolgen, ist die Erstattung dem oder der Hauptversicherten zuzuordnen, aufgrund dessen oder deren Mitgliedschaft die Familienversicherung besteht. Wichtig zu wissen: Dies gilt auch dann, wenn wir die Erstattung zum Beispiel direkt auf das Konto des familienversicherten Angehörigen vorgenommen haben.

Ihr Familienangehöriger wird unterjährig pflichtversichert

Nimmt ein familienversicherter Angehöriger während eines Jahres eine Beschäftigung auf, dann erfolgt die Meldung zum Status des Zeitpunkts, an dem der Bonus ausgezahlt wurde. Beispiel: Ein über den Vater familienversichertes Kind erhält am 2. Februar 2019 eine Bonuszahlung in Höhe von 50,- €. Am 1. August 2019 nimmt das Kind eine Tätigkeit als Azubi auf und wird pflichtversichert. Die Meldung an die Finanzbehörden über die Bonuszahlung erfolgt über den Vater, da zum Zeitpunkt des Geldflusses die Familienversicherung bestand.

Grundsätzlich werden alle Ihre Zahlungen und Erstattungen über Beiträge, die innerhalb eines Kalenderjahres geflossen sind, an das Finanzamt gemeldet. Überweisen Sie Beiträge im Voraus, werden die gezahlten Beiträge gemessen an Ihrer aktuellen Beitragshöhe zeitlich für die Zukunft aufgeteilt an das Finanzamt gemeldet. Wichtig zu wissen: Das Finanzamt erkennt nur das 3-fache eines Jahresbeitrags an.

Unser Tipp: Wenn Sie eine Vorauszahlung beabsichtigen, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir unterstützen Sie bei der Ermittlung einer sinnvollen Vorauszahlung, damit Sie keine "Überzahlung" der 3 Jahre vornehmen. 

Wenn Sie zum Beispiel aufgrund des Betriebsprüfungsergebnisses Ihres Arbeitgebers von der SBK eine Erstattung über Vorsorgeaufwendungen wie der

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

erhalten haben, sind diese im Rahmen des sogenannten MZ30-Verfahrens an das Finanzamt zu melden. Hierbei handelt es sich um eine Kontrollmeldung an die Finanzbehörden.

Bis zum Steuerjahr 2018 haben Krankenkassen für Kunden, die ihre Beiträge selbst bezahlen, nur dann Beiträge und Prämien an die Finanzbehörden gemeldet, wenn dazu von den Kunden eine Einwilligung zur Datenübermittlung vorlag. Ab dem Steuerjahr 2019 ist die SBK wie alle Krankenkassen verpflichtet, für alle Kunden Beiträge und Prämien elektronisch an die Finanzbehörden zu melden – auch ohne die Einwilligung des Kunden zur Datenübermittlung.

Grundlage dafür ist das zweite Gesetz zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Verordnung (EU) 2016/679 und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/680, das am 20. November 2019 verabschiedet wurde. 

Wichtig zu wissen: Die Steuerbehörden teilen den Krankenkassen auf deren Anfrage in einem maschinellen Verfahren fehlende Steuer-IDs mit, sodass die Meldungen an die Finanzbehörden übermittelt werden können.

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