Betriebsrente: Entlastung bei Krankenkassenbeiträgen

Bezieher einer Betriebsrente zahlen ab 1. Januar 2020 geringere Krankenversicherungsbeiträge

Seit dem 01.01.2004 zahlen Versicherte auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung den vollen Beitragssatz. Zusätzlich wurde die Beitragspflicht für Direktversicherungen eingeführt. Diese Änderungen wurden in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Auch wir von der SBK haben uns seit Jahren für eine gesetzliche Regelung zur Minderung der Beiträge aus Versorgungsbezügen eingesetzt.

Zum 01.01.2020 tritt nun das GKV-Betriebsrentenfreibetragsgesetz in Kraft. Das ist für viele Bezieher von Leistungen aus betrieblicher Altersvorsorge ein Grund zur Freude, weil sich daraus eine Beitragsentlastung in der Krankenversicherung ergibt. Wir freuen uns mit Ihnen, dass diese gesetzliche Änderung wirksam wird. Das bedeutet aber auch, dass sowohl bei den Krankenkassen als auch bei den Zahlstellen der Betriebsrenten technische Anpassungen notwendig sind, bevor der Freibetrag tatsächlich abgezogen wird. Nähere Informationen dazu können Sie auf dieser Seite nachlesen.

Neuregelung ab 2020: abzugsfähiger Freibetrag

Auch ab dem 01.01.2020 sind für Pflichtversicherte Beiträge aus Versorgungsbezügen nur zu entrichten, wenn sie insgesamt die Freigrenze in Höhe von 159,25 € (2020) monatlich übersteigen.

Darüber hinaus gilt ab dem 01.01.2020 für Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (Firmenrenten und Direktversicherung) bei der Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags zusätzlich ein Freibetrag in gleicher Höhe 159,25 € (2020).

In der Pflegeversicherung sind die kompletten Einnahmen weiterhin beitragspflichtig – ohne Abzug eines Freibetrags.

Die gute Nachricht für Sie: Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Sobald alle Voraussetzungen gegeben sind, kommen wir oder die Zahlstelle der Betriebsrenten auf Sie zu und erstatten Ihnen die zu viel gezahlten Beiträge rückwirkend ab dem 01.01.2020. Dazu gibt es inzwischen erste Ausblicke zur zeitlichen Umsetzung: Wer nur eine oder mehrere laufende Betriebsrente(n) erhält, aus der die Beiträge von der Zahlstelle direkt einbehalten werden, der erhält seine Erstattung in den meisten Fällen bereits im ersten Halbjahr. Wer nur Kapitalleistungen ausgezahlt bekommen hat und daraus die Beiträge selbst an die SBK abführt, der bekommt seine Erstattung voraussichtlich im September 2020. Komplexer ist die Umsetzung bei Mischbeziehern, die sowohl laufende Bezüge haben, aus denen die Zahlstelle die Beiträge einbehält, als auch Einmalzahlungen, für die über 10 Jahre selbst die Beiträge an die SBK zu zahlen sind. Hier wird es voraussichtlich Ende des Jahres werden, bis eine technische Umsetzung und Erstattung erfolgen kann.

Wie hoch ist die monatliche Entlastung zur Krankenversicherung?

Durch den neuen Freibetrag verringern sich die beitragspflichtigen Einnahmen um 159,25 €. Daraus ergibt sich eine monatliche Entlastung in Höhe von 25,32 €, unabhängig davon, wie hoch die monatliche Firmenrente ist.

Wenn die Summe der beitragspflichtigen Einnahmen (gesetzliche Renten, Auslandsrenten, Versorgungsbezüge, Arbeitseinkommen) höher ist als die monatliche Beitragsbemessungsgrenze (4.687,50 € im Jahr 2020), reduziert sich die monatliche Entlastung durch den Freibetrag. Liegen die monatlichen Einnahmen über 4.846,75 € (Beitragsbemessungsgrenze plus Freibetrag), hat der neue Freibetrag keine Auswirkungen auf die Beitragshöhe.

Beispiel 1:

Beispiel 2:

Beispiel 3:

Der Freibetrag in Höhe von 159,25 € (2020) kann insgesamt nur einmal berücksichtigt werden.

Beispiel 4:

Für wen gilt der Freibetrag nicht?

Der Freibetrag gilt nicht für:

Die Freigrenze (2020: 159,25 €) wird für alle Arten von Versorgungsbezügen bei Pflichtversicherten, jedoch nicht bei einer freiwilligen Versicherung angewendet.

Mehr zum Thema

Ausführliche Informationen zu Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen aus Versorgungsbezügen können Sie auf der Seite Rentner und Versorgungsbezieher nachlesen.