FAQs zum Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Beitragszuschlag für Versicherte ohne Kinder.

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung beläuft sich im Jahr 2021 auf 3,05 Prozent. Er wird mit jeweils 1,525 Prozent zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.

Der Beitragszuschlag beträgt 0,25 % der beitragspflichtigen Einnahmen, sodass der Pflegeversicherungsbeitrag für Versicherte ohne Kinder damit aktuell (2021) insgesamt 3,3 % beträgt. Der Beitragszuschlag wird vom Versicherten allein getragen und gilt für kinderlose Versicherte nach Vollendung des 23. Lebensjahres.

Grund für den Beitragzuschlag ist, dass in Haushalten mit Kindern die Pflege viel häufiger selbst übernommen wird. Familien beanspruchen ambulante Pflegeangebote also weniger. Somit tragen Eltern bereits einen Teil zur Entlastung des Sozialsystems bei.

Zum 01.01.2022erfolgt eine Anhebung des Beitragszuschlags für Pflegeversicherte ohne Kindervon 0,25 % auf 0,35 %.

Vom Beitragszuschlag befreit sind Sie, wenn Sie zu folgenden Personenkreisen gehören:

  • Personen, die vor dem 01.01.1940 geboren sind
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II
  • Wehr- und Zivildienstleistende

Es werden leibliche Kinder, Stiefkinder, Pflegekinder und Adoptivkinder berücksichtigt. Dabei spielt das Alter des Kindes keine Rolle.

Ihre Elternschaft weisen Sie der sogenannten beitragsabführenden Stelle nach, das ist beispielsweise Ihr Arbeitgeber. Wenn Sie als freiwilliges Mitglied oder als Student bei uns versichert sind, dann weisen Sie Ihre Elternschaft direkt bei uns nach. Dazu senden Sie uns einfach die Kopie der Geburtsurkunde Ihres Kindes. Wenn Sie mehrere Kinder haben ist es ausreichend, Ihre Elternschaft nur einmal nachzuweisen.

Als Nachweis gelten generell alle Urkunden, auch Kopien , die die Elternschaft zuverlässig belegen.

Nachweis leibliche/adoptierte Kinder:

  • Geburtsurkunde
  • Abstammungsurkunde
  • Auszug aus dem Geburtenbuch des Standesamtes
  • Auszug aus dem Familienbuch bzw. Familienstammbuch
  • Steuerliche Lebensbescheinigung des Einwohnermeldeamtes
  • Urkunde über die Anerkennung bzw. Feststellung der Vaterschaft
  • Adoptionsurkunde
  • Kindergeldbescheinigung der Agentur für Arbeit – Familienkasse
  • Elterngeldbescheid
  • Bescheinigung über den Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Nachweis der Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetzes (BerzGG)
  • Lohnsteuerkarte bzw. Steuerbescheid, wenn darin ein Kinderfreibetrag erkennbar ist
  • Feststellungsbescheid des Rentenversicherungsträgers, in dem Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten ausgewiesen sind
  • Sterbeurkunde des Kindes

Nachweis Stiefkinder:

  • Heiratsurkunde und eine Meldebescheinigung des Einwohnermeldeamtes oder einer sonstigen Behörde aus der hervorgeht, dass das Kind als wohnhaft im Haushalt des Stiefvaters bzw. der Stiefmutter gemeldet ist oder war
  • Feststellungsbescheid des Rentenversicherungsträgers, in dem Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten ausgewiesen sind
  • Lohnsteuerkarte bzw. Steuerbescheid, wenn darin ein Kinderfreibetrag erkennbar ist

Nachweis Pflegekinder:

  • Meldebescheinigung des Einwohnermeldeamtes oder einer sonstigen Behörde aus der hervorgeht, dass das Kind im Haushalt der Pflegeeltern lebt oder gelebt hat und einen Nachweis des Jugendamtes über „Vollzeitpflege“ nach § 27 in Verb. mit § 33 SGB VIII
  • Feststellungsbescheid des Rentenversicherungsträgers, in dem Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten ausgewiesen sind
  • Lohnsteuerkarte bzw. Steuerbescheid, wenn darin ein Kinderfreibetrag erkennbar ist

Wenn die Elternschaft einmal vorliegt, bleibt sie lebenslänglich wirksam. Sie brauchen sie folglich nur einmal nachweisen.

Die Elternschaft beginnt mit der Geburt des Kindes, bei Adoptiveltern im Monat der Adoption. Sobald Sie also Vater oder Mutter geworden sind, sollten Sie dies innerhalb von drei Monaten nachweisen. So zahlen Sie rückwirkend ab der Geburt bzw. Adoption keinen Beitragszuschlag mehr. Bei einer Adoption tritt an die Stelle der Geburt des Kindes die Zustellung des Beschlusses des Familiengerichts.

Wenn Sie Ihre Elternschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt nachweisen, fällt der Beitragszuschlag erst ab dem darauf folgenden Monat weg.