Auf einem Tisch liegt ein Block darauf Geld, Taschenrechner, Kugelschreiber

Rentner und Versorgungsbezieher

Alle Informationen rund um Ihren Beitrag, wenn Sie in Rente sind oder Versorgungsbezüge erhalten

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Sie können sich als Rentner bei uns krankenversichern, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben eine Rente beantragt oder erhalten eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, zum Beispiel eine Altersrente, Hinterbliebenenrente oder Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Dies gilt nicht, wenn Sie ausschließlich eine Pension als ehemaliger Beamter oder eine private Rente bekommen.

  • Sie waren in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens zu mindestens 90 Prozent gesetzlich krankenversichert. Die Art der Versicherung, zum Beispiel Pflichtversicherung, freiwillige Versicherung oder Familienversicherung, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist nur, dass Sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren. Ob Sie diese Voraussetzungen erfüllen, prüfen wir automatisch – sobald wir von Ihrem Rentenantrag erfahren. Dazu brauchen Sie nichts weiter zu tun als im Rentenantrag Ihre Vorversicherungszeit vollständig anzugeben.

  • Ab 1.8.2017 werden außerdem drei Jahre für jedes Kind bei der Vorversicherungszeit berücksichtigt. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder bis zum Tag der Rentenantragsstellung geboren wurden und es sich um leibliche Kinder, Adoptivkinder, Stiefkinder oder Pflegekinder handelt.

Wenn Sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können Sie sich bei uns freiwillig versichern. Sprechen Sie dazu bitte Ihren persönlichen Kundenberater an. 

Ihre Vorteile bei der SBK:

Ihr Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung

Als Rentner zahlen Sie den gleichen Beitragssatz zur Krankenversicherung von 15,9 % wie andere Versicherte auch. Dieser Beitragssatz setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % und dem Zusatzbeitrag von 1,3 %. Auch in der Pflegeversicherung zahlen Sie den gleichen Beitragssatz wie andere Versicherte auch. Dieser liegt bei 3,05 %.

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung errechnen sich nach Ihren individuellen Einkommensverhältnissen. Dabei werden folgende Einnahmearten berücksichtigt:

  • Gesetzliche Renten der deutschen Rentenversicherung und landwirtschaftliche Altersrenten,
  • Auslandsrenten,
  • Versorgungsbezüge (insbesondere betriebliche Altersvorsorge),
  • Bezüge aus Kapitalleistungen und Kapitalabfindungen sowie
  • Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit (Arbeitseinkommen).
Einnahmeart Beitragssatz Krankenversicherung Beitragssatz Zusatzbeitrag Beitragssatz Pflegeversicherung
Gesetzliche Rente der deutschen Rentenversicherung  14,6 %  1,3 % 3,05 %*
Auslandsrente und landwirtschaftliche Altersrente 7,3 % 0,65 % 3,05 %*
Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen 14,6 % 1,3 %     3,05 %*

*Für kinderlose Mitglieder erhöht sich der Beitragssatz nach Ablauf des Monats, in dem sie das 23. Lebensjahr vollenden, um 0,25 Beitragssatzpunkte auf 3,30 %.      

Insgesamt werden höchstens aus dem Betrag der so genannten Beitragsbemessungsgrenze Beiträge berechnet. Diese Grenze liegt bei monatlich 4.687,50 € (2020).

Für freiwillig versicherte Rentner gibt es eine besondere Mindesteinnahmegrenze. Diese liegt bei 1.061,67 € (2020) monatlich. Daraus werden die Beiträge mindestens berechnet, auch wenn Ihr tatsächliches Einkommen darunter liegt.

Zuschuss des Rentenversicherungsträgers

Der Rentenversicherungsträger beteiligt sich am Krankenversicherungsbeitrag aus gesetzlichen Renten mit 7,3 % und am Zusatzbeitrag mit 0,65 %.

Beiträge aus Auslandsrenten, Versorgungsbezügen und Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit tragen Sie allein.

Besonderheiten bei der Beitragsbemessung von Versorgungsbezügen

Neben der gesetzlichen Rente, dem Arbeitsentgelt, dem Einkommen aus selbständiger Tätigkeit und dem Arbeitslosengeld sind auch Versorgungsbezüge beitragspflichtig.

Beim Vertragsabschluss der betrieblichen Altersversorgung warben viele Arbeitgeber mit der Beitragsfreiheit bei der Auszahlung dieser Versorgungsbezüge. Tatsächlich ist dies heute aufgrund von gesetzlichen Änderungen nicht mehr der Fall, weshalb viele Versorgungsempfänger erst bei Auszahlung der Leistung erfahren, dass Beiträge anfallen.

Im folgenden erhalten Sie einen Überblick über die aktuell geltenden Regelungen.

Definition Versorgungsbezüge

Versorgungsbezüge sind Leistungen zur Altersversorgung, die sich aus dem früheren Beschäftigungsverhältnis ergeben. Sie sind der Rente vergleichbare Einnahmen, soweit sie wegen einer Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung erzielt werden.

Hierzu gehören:

Für Verträge mit Riester-Förderung gilt eine Ausnahme. Hat sich der Arbeitnehmer für die Riester-Förderung entschieden, unterliegt die Leistung nicht der Beitragspflicht.

Hat ein Arbeitnehmer nach dem Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis selbst Beiträge ohne Beteiligung des Arbeitgebers für seinen Altersvorsorgevertrag entrichtet, unterliegt dieser privat gezahlte Teil der Leistung ebenfalls nicht der Beitragspflicht.

Vom Arbeitnehmer selbst abgeschlossene private Lebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen stellen generell keine Versorgungsbezüge dar.

Monatliche Freigrenze

Liegt die Summe von Versorgungsbezügen (Bruttobetrag) und gegebenenfalls Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit (Arbeitseinkommen) unter der gesetzlich vorgeschriebenen monatlichen Freigrenze in Höhe von 159,25 € (2020), bleiben beide Einnahmen beitragsfrei.

Beispiel 1:
Ab dem 01.05.2020 wird eine monatliche Rente aus der Ärzteversorgung in Höhe von 150,- € gezahlt. Da die Rente aus der Ärzteversorgung die Geringfügigkeitsgrenze von 159,25 € nicht übersteigt, sind keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Summe dieser Einnahmen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet, unterliegen alle diese Einnahmen der Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Beispiel 2:
Wie Beispiel 1, allerdings wird ab dem 01.07.2020 auch Arbeitseinkommen aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit in Höhe von monatlich 500,- € erzielt. Ab dem 01.07.2020 liegen die Einnahmen mit 650,- € über der Geringfügigkeitsgrenze von 159,25 €. Aus diesem Grund sind ab dem 01.07.2020 Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung aus den kompletten Versorgungsbezügen in Höhe von 650,- € zu berechnen.

Neuregelung ab 2020: abzugsfähiger Freibetrag

Beiträge aus Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen sind nur zu entrichten, wenn sie insgesamt die Freigrenze von (2020) 159,25 € monatlich übersteigen.

Darüber hinaus gilt ab dem 01.01.2020 ausschließlich für Betriebsrenten bei der Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags zusätzlich ein Freibetrag in gleicher Höhe (2020: 159,25 €).

Übersteigt die Summe der Einnahmen die Freigrenze, dann wird dieser Freibetrag von der Betriebsrente abgezogen. Aus dem verbleibenden Betrag wird dann der Krankenversicherungsbeitrag berechnet. In der Pflegeversicherung unterliegen die kompletten Einnahmen – ohne Abzug eines Freibetrags – der Beitragspflicht.

Beispiel 3:
Ab dem 01.05.2020 wird eine monatliche Rente aus der Ärzteversorgung in Höhe von 150,- € gezahlt. Ab dem 01.07.2020 wird zusätzlich eine Betriebsrente in Höhe von monatlich 500,- € ausgezahlt. In der Zeit vom 01.05.2020 bis 30.06.2020 sind für die Rente aus der Ärzteversorgung keine Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen, da diese unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt. Ab 01.07.2020 liegen die Einnahmen mit 650,- € über der Geringfügigkeitsgrenze. Daher ist die Rente aus der Ärzteversorgung ab dem 01.07.2020 komplett beitragspflichtig in der Krankenversicherung. Von der Betriebsrente ist für die Berechnung des Krankenversicherungsbeitrags ein Freibetrag in Höhe von 159,25 € abzuziehen. Somit sind aus der Betriebsrente nur 340,75 € beitragspflichtig in der Krankenversicherung. In der Pflegeversicherung sind ab dem 01.07.2020 hingegen aus dem Gesamtbetrag der Versorgungsbezüge in Höhe von 650,- € Beiträge zu zahlen.

Besonderheiten bei Einmalzahlungen (Kapitalleistungen/-abfindung)

Einmalige Auszahlungen von Versorgungsbezügen sind 10 Jahre – also 120 Monate – beitragspflichtig. So wird die Vergleichbarkeit mit einer laufenden Zahlung hergestellt. Die Beitragspflicht endet mit dem Ablauf von 10 Jahren.

Beispiel:
Eine Betriebsrente wird als Kapitalleistung in Höhe von 30.000,- € am 13.03.2020 ausgezahlt. Dabei sind vom 01.04.2020 bis 31.03.2030 grundsätzlich monatlich 250,- € (30.000,- €/120 Monate) – abzüglich des Freibetrages – beitragspflichtig.

Besonderheiten bei Ratenzahlungen

Werden Kapitalleistungen nicht in einer Summe, sondern in mehreren Jahresraten ausgezahlt, wird die Gesamtsumme der Raten ab der 1. Ratenauszahlung berücksichtigt und ebenfalls auf 10 Jahre verteilt.

Beginn der Beitragspflicht von Versorgungsbezügen

Die Beitragspflicht beginnt mit dem Folgemonat der Auszahlung.

Bestandsschutzregelungen

Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass aus Versorgungsbezügen seit 01.01.2004 Beiträge zu zahlen sind. Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 2008 entschieden, dass ein Bestandsschutz in den Fällen nicht zum Tragen kommt, in denen der Altersvorsorgevertrag vor dem 01.01.2004 abgeschlossen wurde (Beschluss des BVerfG vom 7. April 2008 – AZ.: 1 BvR 1924/07). Daher haben wir als Krankenkasse hier keinen Handlungsspielraum.

Die SBK setzt sich seit Jahren politisch für eine gesetzliche Regelung zur Minderung der Beiträge aus Versorgungsbezügen für ihre Versicherten ein. Seit 2020 gibt es eine echte Entlastung bei den Beiträgen aus Betriebsrenten durch die Einführung eines Freibetrags.

Beitragszahlung

Für die gesetzliche Rente berechnet der Rentenversicherungsträger den monatlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag selbst und führt ihn direkt an uns ab. Die Zahlstelle Ihrer Firmenpension berechnet die Beiträge in der Regel ebenfalls selbst und überweist sie direkt an uns.

Bei kleineren Stellen ist es möglich, dass Ihnen die volle Firmenpension ausgezahlt wird und Sie die Beiträge selbst an uns zahlen. Auch die Beiträge aus Einnahmen einer selbstständigen Tätigkeit zahlen Sie selbst. Dazu haben Sie die Wahl zwischen zwei einfachen Wegen:

Sie können Ihre Beiträge ganz einfach per Bankeinzug begleichen. Dazu erteilen Sie uns in der Online-Geschäftsstelle Meine SBK eine Einzugsermächtigung. Dann buchen wir Ihre Beiträge immer pünktlich von Ihrem Konto ab. Alternativ können Sie uns eine Einzugsermächtigung per SEPA-Lastschrift-Mandat erteilen.

Formular SEPA Lastschrift-Mandat PDF, 112 KB

Oder Sie überweisen Ihre Beiträge selbst. Beachten Sie dabei aber bitte, dass Ihre Beiträge spätestens am 15. des Folgemonats auf unserem Konto gutgeschrieben sein müssen. Die Beiträge für Januar sind beispielsweise spätestens am 15. Februar fällig.

Bitte überweisen Sie Ihre Beiträge an die SBK, HypoVereinsbank, IBAN: DE58 7902 0076 0027 9131 99, BIC: HYVEDEMM455

Besonderheiten für Waisenrentner

Beziehen Sie eine Waisenrente, sind Sie aufgrund dieser Rente versicherungspflichtig in der Krankenversicherung der Rentner – ohne eine Vorversicherungszeit erfüllen zu müssen. Üben Sie neben dem Rentenbezug eine Beschäftigung aus, machen eine berufliche Ausbildung oder beziehen Leistungen der Agentur für Arbeit, sind Sie hingegen als Arbeitnehmer, Auszubildender oder Arbeitslosengeldbezieher versichert.

Wenn Sie studieren, sind Sie bis zu Ihrem 25. Geburtstag beitragsfrei als Waisenrentner versichert. Haben Sie Wehr-, Zivil- oder Freiwilligendienst geleistet, verlängert sich diese beitragsfreie Versicherung um die Dienstzeit für maximal 12 Monate.

Anschließend werden Sie in der Krankenversicherung der Studenten versichert, wenn Sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Grundsätzlich sind aus Ihrer Waisenrente nun Beiträge zu zahlen. Ist Ihr Beitragsanteil aus der Rente aber geringer als Ihre Beiträge für die studentische Krankenversicherung, ist die Waisenrente weiterhin beitragsfrei. Übersteigen die Beiträge aus der Rente die Beiträge für die Krankenversicherung der Studenten, zahlen Sie für beides Beiträge. Ihren Beitragsanteil aus der Waisenrente können Sie sich – bis zur Höhe des Beitrags für die Krankenversicherung der Studenten – auf Antrag erstatten lassen.

Lassen Sie sich individuell beraten

Die Krankenversicherung der Rentner – ein ebenso wichtiges wie komplexes Thema. Deshalb sprechen Sie  Ihren persönlichen Kundenberater gerne an. Denn bei dieser Gelegenheit lassen sich offene Fragen und weitere Details am besten klären.

Ausführliche Informationen zum Thema Krankenversicherung der Rentner finden Sie auch auf den Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung Bund: Merkblatt Krankenversicherung der Rentner (DRV Bund)

Mehr zum Thema:

Online-Geschäftsstelle Meine SBK

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