Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Stellenwert. Die Beiträge sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.

Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können zusammen oft eine bessere Rendite erzielen als über eine privat abgeschlossene Rentenversicherung. Gefördert wird die betriebliche Altersversorgung dadurch, dass es möglich ist, steuerfreie Einzahlungen vorzunehmen.

Arbeitnehmer können Beiträge zu einer betrieblichen Altersrente – z.B. für eine Direktversicherung – durch eine Entgeltumwandlung finanzieren. Bis zur Höhe von vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung  – 2021 = 3.408 Euro (2020 = 3.312 Euro) – bleiben diese Beiträge frei von Sozialversicherungsbeiträgen. Auch der Arbeitgeber spart dabei, denn von dem umgewandelten Entgelt zahlt auch er keine Beiträge.

Förderbetrag für Arbeitgeber

Arbeitgeber werden vom Staat gefördert, wenn sie in die betriebliche Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter (mit einem monatlichen Arbeitslohn von höchstens 2.575 Euro) zusätzliche Einzahlungen leisten. Der Förderbetrag beträgt 30 % des zusätzlichen Arbeitgeberbeitrags, höchstens von 960 Euro, sodass eine Förderung von 288 Euro erreicht werden kann (30 % von 960 Euro). Der Arbeitgeberbeitrag ist nach § 100 Abs. 6 EStG steuerfrei.

Anhebung des steuerfreien Volumens

Der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung für die Durchführungswege Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung beträgt gem. § 3 Nr. 63 EStG 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West). Als Folge der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung für 2021 auf 85.200 Euro ergibt sich pro Mitarbeiter ab 2021 bundesweit ein steuerfreies Volumen in Höhe von 6.816 Euro (8 % von 85.200 Euro).

Blick zur Sozialversicherung: Die Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge ist weiterhin nur auf 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) beschränkt.

Beispiel: Arbeitgeber A zahlt 2021 für den Arbeitnehmer B Beiträge in Höhe von 6.000 Euro an eine kapitalgedeckte Pensionskasse. Der Beitrag ist in voller Höhe steuerfrei, da er geringer ist als 6.816 Euro. Er ist aber lediglich in Höhe 3.408 Euro beitragsfrei (= 4% von 85.200 Euro) und in Höhe von 2.592 Euro beitragspflichtig (6.000 Euro - 3.408 Euro). 

Anrechnung pauschal versteuerter Beiträge

Damit es nicht zu einer doppelten steuerlichen Förderung kommt, sind auf den steuerfreien Höchstbetrag Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung anzurechnen, die nach § 40b EStG pauschal besteuert werden. 

Beispiel: Arbeitgeber C zahlt 2021 für Mitarbeiter D Beiträge in Höhe von 6.000 Euro an eine kapitalgedeckte Pensionskasse. Ferner zahlt er seit dem Jahr 2000 jährlich Beiträge an eine Direktversicherung in Höhe von 240 Euro, die pauschal mit 20 % versteuert werden. Der steuerfreie Höchstbetrag von 6.816 Euro vermindert sich um den pauschal besteuerten Direktversicherungsbeitrag von 240 Euro. Das steuerfreie Volumen beträgt damit noch 6.576 Euro (6.816 Euro abzüglich 240 Euro). Eingezahlt wurden in die Pensionskasse 6.000 Euro, die insgesamt steuerfrei bleiben.

Steuerfreiheit und Pauschalierung bei umlagefinanzierten Pensionskassen 

Zuwendungen aus einem ersten Dienstverhältnis an eine umlagefinanzierte Pensionskasse wie z.B. eine Zusatzversorgungskasse sind ggf. steuerfrei oder pauschalierungsfähig. Nach § 3 Nr. 56 EStG sind 2021 Einzahlungen bis zu 3 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) vorrangig steuerfrei. Der übersteigende Betrag kann mit 20 % pauschaliert werden. 

Beispiel: In die umlagefinanzierte Pensionskasse werden jährlich 3.000 Euro eingezahlt. Das steuerfreie Volumen beträgt 2.556 Euro (= 3 % der Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung West 85.200 Euro). Somit bleibt 2021 noch Raum für eine Lohnsteuerpauschalierung in Höhe von 444 Euro.

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