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Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Stellenwert. Die Beiträge sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.

Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können zusammen oft eine bessere Rendite erzielen als über eine privat abgeschlossene Rentenversicherung. Gefördert wird die betriebliche Altersversorgung durch steuerfreie Einzahlungen.

Arbeitnehmer können Beiträge zu einer betrieblichen Altersrente – z.B. für eine Direktversicherung – durch eine Entgeltumwandlung finanzieren. Bis zur Höhe von vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung  – 2022 = 3.384 Euro (2021 = 3.408 Euro) – bleiben diese Beiträge frei von Sozialversicherungsbeiträgen. Auch der Arbeitgeber spart dabei, denn von dem umgewandelten Entgelt zahlt auch er keine Beiträge.

Arbeitgeberzuschuss zur Altersversorgung bei Entgeltumwandlungen

Anfang 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wurde ein gesetzlich verpflichtender Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersversorgung eingeführt. Das gilt, wenn Arbeitnehmer Teile ihres Entgelts im Rahmen von Entgeltumwandlungsvereinbarungen in den Durchführungswegen Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds umwandeln und in die jeweilige betriebliche Altersversorgung einzahlen.

Ab dem 1. Januar 2022 greift die Zuschusspflicht der Arbeitgeber auch für Vereinbarungen, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen worden sind. 

Wie hoch ist der Zuschuss?

Die gesetzliche Arbeitgeberbeteiligung beträgt grundsätzlich 15 % vom Entgeltumwandlungsbetrag. Der Zuschuss ist nur dann zu gewähren, wenn sich durch die Entgeltumwandlung eine Ersparnis von Arbeitgeberbeiträgen in der Sozialversicherung ergibt. Kommt es zu keiner Beitragsersparnis, ist kein Zuschuss zu zahlen.

Die vollen 15 % sind nur dann zu gewähren, wenn der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung seines Arbeitnehmers in der Sozialversicherung mindestens 15 % spart – bezogen auf den Entgeltumwandlungsbetrag.

Zahlungen an eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds sind bis zu maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung West jährlich beitragsfrei. Im Jahr 2022 sind es maximal 3.384 Euro (4 % von 84.600 Euro) bzw. anteilig monatlich bis zu 282 Euro. Der reduzierte Betrag für 2022 liegt an der negativen Lohnzuwachsrate aufgrund der Corona-Pandemie.

Beispiel: Ein Arbeitgeber beschäftigt folgende Arbeitnehmer, die bereits seit 2015 mit einer Direktversicherung für ihr Alter vorsorgen (Entgeltumwandlungsbetrag = 100 Euro monatlich). 

Für den Arbeitgeber besteht in diesen Bestandsfällen vom 1. Januar 2022 an eine grundsätzliche Zuschussverpflichtung. Wie hoch diese mindestens auszufallen hat, prüfen Sie wie folgt:

Arbeitnehmer / EntgeltArbeitnehmer A - 4.000 €Arbeitnehmer A - 6.000 €Arbeitnehmer A - 7.500 €
KV/PV-Brutto (nach Entgeltumwandlung)3.900 Euro4.837,50 Euro4.837,50 Euro
RV/ALV-Brutto (nach Entgeltumwandlung)3.900 Euro5.900 Euro7.050 €
Gesamtersparnis Arbeitgeber19,975 %10,5 %0 %
Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss15 %10,5 %0 %
Höhe Arbeitgeberzuschuss15 €10,50 €0 €

Was ist zu tun? Oftmals besthet in vielen Unternehmen bereits ein Zuschussmodell. In diesen Fällen ist zu prüfen, ob die bestehenden Regelungen die gesetzliche Verpflichtung bereits erfüllen oder angepasst werden müssen. 

Förderbetrag für Arbeitgeber

Arbeitgeber werden vom Staat gefördert, wenn sie in die betriebliche Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter (mit einem monatlichen Arbeitslohn von höchstens 2.575 Euro) zusätzliche Einzahlungen leisten. Der Förderbetrag beträgt 30 % des zusätzlichen Arbeitgeberbeitrags, höchstens von 960 Euro, sodass eine Förderung von 288 Euro erreicht werden kann (30 % von 960 Euro). Der Arbeitgeberbeitrag ist nach § 100 Abs. 6 EStG steuerfrei.

Reduzierung des steuerfreien Volumens

Der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung für die Durchführungswege Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung beträgt gem. § 3 Nr. 63 EStG 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung West. Als Folge der reduzierten Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung für 2022 (bedingt durch die negative Lohnzuwachsrate aufgrund der Corona-Pandemie) auf 84.600 Euro ergibt sich pro Mitarbeiter ab 2022 bundesweit ein steuerfreies Volumen in Höhe von 6.768 € (2021 = 6.816 Euro).

Blick zur Sozialversicherung: Die Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge ist weiterhin nur auf 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West beschränkt.

Beispiel 2021: Arbeitgeber A zahlt 2021 für den Arbeitnehmer B Beiträge in Höhe von 6.000 Euro an eine kapitalgedeckte Pensionskasse. Der Beitrag ist in voller Höhe steuerfrei, da er geringer ist als 6.816 Euro. Er ist aber lediglich in Höhe 3.408 Euro beitragsfrei zur Sozialversicherung(= 4% von 85.200 Euro) und in Höhe von 2.592 Euro beitragspflichtig (6.000 Euro - 3.408 Euro). 

Anrechnung pauschal versteuerter Beiträge

Damit es nicht zu einer doppelten steuerlichen Förderung kommt, sind auf den steuerfreien Höchstbetrag Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung anzurechnen, die nach § 40b EStG pauschal besteuert werden. 

Beispiel: Arbeitgeber C zahlt 2021 für Mitarbeiter D Beiträge in Höhe von 6.000 Euro an eine kapitalgedeckte Pensionskasse. Zusätzlich zahlt er seit dem Jahr 2001 jährlich Beiträge an eine Direktversicherung in Höhe von 240 Euro, die pauschal mit 20 % versteuert werden. Der steuerfreie Höchstbetrag von 6.816 Euro vermindert sich um den pauschal besteuerten Direktversicherungsbeitrag von 240 Euro. Das steuerfreie Volumen beträgt damit noch 6.576 Euro (6.816 Euro abzüglich 240 Euro). Eingezahlt wurden in die Pensionskasse 6.000 Euro, die insgesamt steuerfrei bleiben.

Steuerfreiheit und Pauschalierung bei umlagefinanzierten Pensionskassen 

Zuwendungen aus einem ersten Dienstverhältnis an eine umlagefinanzierte Pensionskasse wie z.B. eine Zusatzversorgungskasse sind ggf. steuerfrei oder pauschalierungsfähig. Nach § 3 Nr. 56 EStG sind 2021 Einzahlungen bis zu 3 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) vorrangig steuerfrei. Der übersteigende Betrag kann mit 20 % pauschaliert werden. 

Beispiel: In die umlagefinanzierte Pensionskasse werden jährlich 3.000 Euro eingezahlt. Das steuerfreie Volumen beträgt 2.556 Euro (= 3 % der Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung West 85.200 Euro). Somit bleibt 2021 noch Raum für eine Lohnsteuerpauschalierung in Höhe von 444 Euro.

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