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Umlageversicherung U1/U2

Im Rahmen der Umlageversicherung wird Arbeitgebern ein Teil der Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit (U1) und in voller Höhe bei Mutterschaft (U2) erstattet.

Geregelt wird dieser Ausgleich seit 01.01.2006 im Aufwendungsausgleichsgesetzes (AAG). Es löste das aus dem Jahr 1969 stammende Lohnfortzahlungsgesetz ab.

Abhängig von Ihrer Betriebsgröße nehmen Sie als Arbeitgeber am sogenannten U1-Umlageverfahren teil. Das hat für Sie den Vorteil, dass Ihre Entgeltfortzahlungskosten nicht ausufern. Gleich zu Jahresbeginn kommen unter Umständen wieder einige Aufgaben auf Sie zu.

Damit Sie sich einen schnellen Überblick zum Umlageverfahren verschaffen können, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen übersichtlich als Download zusammengestellt.

SBK-Kundeninfo Umlageversicherung PDF, 519 KB

Haben Sie 2019 durchschnittlich nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigt, sind Sie 2020 umlagepflichtig zur Umlage U1. Wie Sie die Gesamt-Arbeitnehmerzahl errechnen, erfahren Sie weiter unten („Für den Krankheitsfall: Die Umlageversicherung U1“).

Umlageversicherung Umlagesätze 2020
U1 - PremiumtarifErstattung 70 %2,80 %
U1 - BasistarifErstattung 50 %1,50 %
U2Erstattung 100 %0,35 %
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Rosa Frommelt, SBK-Kundenberaterin in München

"So sind auch kleinere Betriebe gut abgesichert, wenn Mitarbeiter krank werden.“

1. Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit wegen einer Infektion mit dem Coronavirus - Erstattungsanspruch nach dem AAG

Ist ein Arbeitnehmer infolge einer Infektion mit dem Coronavirus arbeitsunfähig erkrankt, gelten die allgemeinen Regelungen zur Arbeitsunfähigkeit wie bei anderen Erkrankungen auch. Es besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bis zur Dauer von sechs Wochen (§ 3 Abs. 1 EFZG).

In diesen Fällen werden den am U1-Verfahren teilnehmenden Arbeitgebern die an arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer fortgezahlten Arbeitsentgelte nach dem AAG erstattet.

Sofern der Anspruch auf Entgeltfortzahlung nicht (mehr) besteht - beispielsweise wegen anrechenbarer Vorerkrankungen -  kommt gegebenenfalls eine Zahlung von Krankengeld der zuständigen Krankenkasse in Frage.

2. Entgeltfortzahlung bei Tätigkeitsverbot oder Quarantäne ohne krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit

Das Gesundheitsamt (in manchen Regionen auch Versorgungsamt) kann Krankheits- oder Ansteckungsverdächtigen die Ausübung bestimmter Tätigkeiten ganz oder teilweise versagen. Ebenso kann das Gesundheitsamt unter bestimmten Voraussetzungen für eine bestimmte Zeit ein sofortiges Verbot der Tätigkeit erteilen oder eine Quarantäne anordnen. Steht ein Arbeitnehmer nur in Verdacht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein und wird deshalb von der zuständigen Behörde aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) unter zeitweise Quarantäne gestellt, so erhält er keine Entgeltfortzahlung nach dem EFZG, da er nicht arbeitsunfähig erkrankt ist.

Ein Entgeltanspruch kann sich allerdings aus § 616 BGB (Vorübergehnde Verhinderung) ergeben, wenn und soweit die Anwendbarkeit dieser Vorschrift nicht arbeits- oder tarifvertraglich ausgeschlossen ist.

Findet § 616 BGB keine Anwendung, so erwirbt der Arbeitnehmer wegen seines Verdienstausfalles aufgrund der Quarantäne einen Entschädigungsanspruch nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) gegen die zuständige Behörde.

In diesen Fällen wird vom zuständigen Gesundheitsamt eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt, mit der die Anordnung der Quarantäne dokumentiert wird. Diese Bescheinigung ist bei den örtlichen Versorgungsbehörden zum Ausgleich des Verdienstausfalls vorzulegen.

Für die ersten sechs Wochen wird die Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalles (Nettoarbeitsentgelt) gewährt und danach in Höhe des Betrages des Krankengeldes. Bei Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber für die ersten sechs Wochen die Entschädigung für die zuständige Behörde aus und erhält den geleisteten Betrag auf Antrag von dieser zurück (§ 56 Abs. 5 IfSG).
Die für den Antrag zuständige Landesbehörde ergibt sich aus den Zuständigkeitsverordnungen der einzelnen Bundesländer zum IfSG. In den übrigen Fällen muss die Entschädigung selbst bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Entschädigungszahlungen nach dem IfSG sind nicht über das Ausgleichsverfahren nach dem AAG erstattungsfähig.

Hinweis: Welche Behörde für Sie zuständig ist, richtet sich nach Landesrecht. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts können Sie das Gesundheitsamt nach Postleitzahl suchen.

3. Entgeltfortzahlung bei Tätigkeitsverbot oder Quarantäne und gleichzeitig bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit

Erkrankt ein Arbeitnehmer während der Quarantäne bzw. des Tätigkeitsverbots, besteht von diesem Zeitpunkt an Arbeitsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit ist daher trotz Quarantäne bzw. beruflichem Tätigkeitsverbot eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen. Dann konkurriert jedoch der Entgeltfortzahlungsanspruch mit dem Entschädigungsanspruch des Arbeitnehmers infolge des Tätigkeitsverbotes nach § 56 Abs. 1 IfSG. Das infektionsschutzrechtliche Beschäftigungsverbot geht der Erkrankung des Arbeitnehmers vor. In diesen Fällen fehlt es am Entgeltfortzahlungsanspruch nach dem EFZG, weil die Erkrankung nicht alleinige Ursache für den Ausfall der Arbeitsleistung war. Der Entschädigungsanspruch des arbeitsunfähig erkrankten Berechtigten bleibt im Falle der Erkrankung bestehen (§ 56 Abs. 7 IfSG).

Ein Erstattungsanspruch von Arbeitgeberaufwendungen nach dem AAG besteht in diesen Fällen nicht.

Zur Teilnahme an der U1 sind alle Arbeitgeber verpflichtet, die regelmäßig nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Die Teilnahme/Nichtteilnahme kann sich grundsätzlich nur mit dem Ablauf eines Kalenderjahres ändern. Abzuführen ist die Umlage für jeden Mitarbeiter, auch wenn ausschließlich Aushilfen beschäftigt werden.

Sie führen erstmals Beiträge zur Umlageversicherung U1 an die SBK ab?

Dann können Sie zwischen dem Premiumtarif (70 % Erstattung) und dem Basistarif (50 % Erstattung) ab Beginn der Umlagepflicht wählen - vorausgesetzt Ihr Antrag geht bis zum Ende des Monats, in dem erstmalig Umlagebeiträge abzuführen sind, bei der SBK ein.

Für den Wechsel zwischen dem Premium- und Basistarif gilt die Ausschlussfrist. Das heißt, Sie müssen die SBK bis zum 31.01.2020 schriftlich informieren. Der gewählte Tarif gilt dann rückwirkend ab 01.01.2020.

Ihre Wahl gilt mindestens ein Kalenderjahr und verlängert sich automatisch um weitere zwölf Monate, wenn Sie nicht bis zum 31. Januar des Folgejahres einen anderen Tarif wählen.

Wie errechnet sich die Betriebsgröße?

Mitzuzählen sind Voll- und Teilzeitbeschäftigte nach einem bestimmten Gewichtungsprinzip. Mitzuzählen sind Beschäftigte, die wöchentlich

  • nicht mehr als 10 Stunden arbeiten: mit dem Faktor 0,25
  • nicht mehr als 20 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 0,50
  • nicht mehr als 30 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 0,75
  • mehr als 30 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 1,00

Nicht mitzuzählen sind Auszubildende, Mitarbeiter in Elternzeit, Heimarbeiter, Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, Schwerbehinderte, Vorruhestandsgeldbezieher sowie Familienangehörige in der Landwirtschaft.

Was passiert, wenn der Betrieb nicht das gesamte Jahr bestand?

In diesem Fall besteht die Umlagepflicht nur, wenn während der überwiegenden Zahl der Kalendermonate nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigt waren.

Aus welchem Betrag wird der Umlagebeitrag errechnet?

Er bemisst sich nach dem rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt jedes Beschäftigten, je Mitarbeiter höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2020: West 6.900, Ost 6.450 Euro; 2019: West 6.700 Euro, Ost 6.150 Euro). Einmalzahlungen bleiben unberücksichtigt.

Umlagezahlung während Kurzarbeit

Während Kurzarbeit sind die Umlagen zu den Umlageverfahren U1 und U2 ausschließlich von dem Ist-Entgelt zu berechnen. Das Kurzarbeitergeld wird nicht nur Berechnung der Umlagen herangezogen. Des Weiteren findet auch keine Berechnung eines fiktiven Entgelts statt.

Zum Ist-Entgelt zählen neben dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt (Kurzlohn) beispielsweise auch die Feiertagsvergütung nach § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), die Entgeltfortzahlung nach § 3 EFZG und der Mutterschutzlohn nach § 18 MuSchG, die während des Kurzarbeitszeitraums vom Arbeitgeber gezahlt werden.

Erstattungshöhe: Was wird erstattet?

Je nach Wahl des Umlagetarifes werden 70 % bzw. 50 % des fortgezahlten Bruttoarbeitsentgeltes erstattet.

Da von Einmalzahlungen keine Umlagebeiträge abzuführen sind, können sie bei den Erstattungen ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Der Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag ist mit dem Erstattungssatz (70 % bzw. 50 %) abgegolten.

Kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze
(Bruttoarbeitsentgelt) 2020
Erstattung 70 %
(Premiumtarif)
Erstattung 50 %
(Basistarif)
230 Euro (West)161 Euro 115 Euro
215 Euro (Ost)150,50 Euro 107,50 Euro
Kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze
(Bruttoarbeitsentgelt) 2019
Erstattung 70 %
(Premiumtarif)
Erstattung 50 %
(Basistarif)
223,33 Euro (West)156,33 Euro 111,67 Euro
205 Euro (Ost)143,50 Euro 102,50 Euro

Die Umlage U2 ist seit dem 01.01.2006 von allen Arbeitgebern zu bezahlen - unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten. Sie muss für jeden Mitarbeiter gezahlt werden, auch wenn keine Frauen beschäftigt werden. Männer sind von der Umlage U2 also nicht ausgenommen.

Aus welchem Betrag wird der Umlagebeitrag errechnet?

Er bemisst sich nach dem rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt jedes Beschäftigten, je Mitarbeiter höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2020: West 6.900, Ost 6.450 Euro; 2019: West 6.700 Euro, Ost 6.150 Euro). Einmalzahlungen bleiben unberücksichtigt.

Umlagezahlung während Kurzarbeit

Während Kurzarbeit sind die Umlagen zu den Umlageverfahren U1 und U2 ausschließlich von dem Ist-Entgelt zu berechnen. Das Kurzarbeitergeld wird nicht nur Berechnung der Umlagen herangezogen. Des Weiteren findet auch keine Berechnung eines fiktiven Entgelts statt.

Zum Ist-Entgelt zählen neben dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt (Kurzlohn) beispielsweise auch die Feiertagsvergütung nach § 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), die Entgeltfortzahlung nach § 3 EFZG und der Mutterschutzlohn nach § 18 MuSchG, die während des Kurzarbeitszeitraums vom Arbeitgeber gezahlt werden.

Erstattungshöhe: Was wird erstattet?

  • 100 % des nach § 14 Abs. 1 MuSchG gezahlten Zuschusses zum Mutterschaftsgeld.
  • 100 % des bei Beschäftigungsverbot weitergezahlten Bruttoarbeitsentgelts inklusive der vom Arbeitgeber getragenen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie zur Arbeitsförderung (2020 = 19,975 %; 2019 = 20,025 %).

Wann kann der Umlagetarif gewechselt werden?

Wenn Sie bereits Umlagebeiträge an uns abführen, können Sie den Umlagetarif bis zum 31.01. eines Jahres wählen. Die Wahl muss schriftlich erfolgen. Sie sind an den gewählten Tarif bis zum Ende des Kalenderjahres gebunden. Sollten sie den Tarif wechseln wollen, haben Sie uns bis zum 31.01. des Folgejahres schriftlich zu informieren.

Sollten Sie nach Unterbrechung des Beitragskontos wieder einen Versicherten bei der SBK anmelden, so gilt der damals gewählte Tarif. Eine Wahlmöglichkeit besteht allerdings, sollten Sie erst im nächsten Kalenderjahr wieder einen Versicherten bei der SBK anmelden.

Führen Sie erstmals Umlagebeiträge an uns ab, können Sie sich bis zum Ende des Monats in dem erstmals Beiträge fällig werden, für einen Umlagetarif entscheiden. Die Wahl gilt dann für das gesamte Kalenderjahr. Eine Wahlmöglichkeit haben Sie dann wieder bis zum 31.01. des Folgejahres.

An wen sind die Umlagebeiträge zu bezahlen?

Die Beiträge sind an die Krankenkasse abzuführen, bei der der jeweilige Mitarbeiter versichert ist (Umlagekasse).

Wie sind die Umlagebeiträge abzuführen?

Die Beiträge für die Umlagen U1 und U2 müssen in die entsprechenden Felder des Beitragsnachweises eingetragen werden und gemeinsam mit den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen in einer Summe überwiesen werden. Sollten Sie uns ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt haben, buchen wir den Betrag mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag ab.

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