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Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Stellenwert. Die Beiträge sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.

Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können zusammen oft eine bessere Rendite erzielen als über eine privat abgeschlossene Rentenversicherung.

Gefördert wird die betriebliche Altersversorgung dadurch, dass es möglich ist, steuerfreie Einzahlungen vorzunehmen.

Neuregelungen ab 1. Januar 2018

Am 1. Januar 2018 treten wichtige Neuregelungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Mit dem Gesetz wird ein neuer, vom Arbeitgeber zu zahlender Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung der Arbeitnehmer eingeführt – allerdings mit Übergangsregelungen.

Arbeitnehmer können Beiträge zu einer betrieblichen Altersrente – z.B. für eine Direktversicherung – durch eine Entgeltumwandlung finanzieren. Bis zur Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung bleiben diese Beiträge frei von Sozialversicherungsbeiträgen (4 Prozent BBG RV 2018 = 3.120 Euro). Auch der Arbeitgeber spart dabei, denn von dem umgewandelten Entgelt zahlt auch er keine Beiträge.

Der neue Zuschuss des Arbeitgebers greift bei allen Formen von Entgeltumwandlungen für die betriebliche Altersversorgung der Arbeitnehmer. Er beträgt 15 Prozent des umgewandelten Betrages. Mit der Neuregelung wird erreicht, dass Arbeitgeber ihre Ersparnis aus der Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung künftig an ihre Arbeitnehmer weitergeben.

Allerdings ist der Zuschuss auf den Betrag begrenzt, den der Arbeitgeber tatsächlich an Sozialversicherungsbeiträgen einspart. Der Zuschuss ist – so lautet der neue § 1a Absatz 1a BetrAVG – vom Arbeitgeber nur zu leisten, „soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart“. Insbesondere bei höher verdienenden Arbeitnehmern oberhalb der Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung ist dies zu beachten. Wandelt z.B. ein Ingenieur mit einem monatlichen Bruttogehalt von 6.900 Euro davon 300 Euro monatlich in Beiträge für eine Altersrente um, so spart weder er noch sein Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge. Denn das verbleibende Gehalt liegt immer noch über der BBG RV (2018 = 6.500 Euro monatlich). Ein Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung kommt in diesem Fall daher nicht in Betracht.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht vor, dass der Zuschuss für die unterschiedlichen Formen von Entgeltumwandlungen stufenweise in Kraft tritt. Beim ebenfalls mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz neu eingeführten Sozialpartnermodell greift er bereits ab dem 1. Januar 2018. Bei neuen sonstigen Verträgen kommt er ab dem 1. Januar 2019 und bei allen schon existierenden Betriebsrenten mit Entgeltumwandlung erst ab dem 1. Januar 2022 zur Anwendung.

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Betriebliche Altersversorgung auch für Minijobber

Die Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersversorgung sollen verbessert werden.

Bei dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), das der Bundesrat am 07.07.2017 beschlossen hat, gilt es aus Arbeitgebersicht insbesondere auch einen Blick auf die steuerrechtlichen Neuregelungen zu richten.

Erhöhung des steuerfreien Volumens

Der steuerfreie Höchstbetrag in der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung (bAV) für Zahlungen des Arbeitgebers an Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen soll ab 2018 von vier Prozent auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der allgemeinen Rentenversicherung - RV (West) angehoben werden. Der in der Sozialversicherung beitragsfreie Höchstbetrag bleibt unverändert bei vier Prozent. Im Gegenzug wird der zusätzliche Höchstbetrag von 1.800 Euro aufgehoben. Es erfolgt also eine Zusammenfassung des steuerfreien Höchstbetrags zu einem einheitlichen prozentualen Betrag.

Hinweis: Die 20 % Pauschalbesteuerungsmöglichkeit für alte (vor dem 01.01.2005 abgeschlossene) Direktversicherungen bleibt bestehen. Diese Beiträge werden allerdings grundsätzlich auf den neuen steuerfreien Rahmen von acht Prozent angerechnet.

Verbesserte Regelungen bei Abfindungen

Für die Verwendung einer Abfindung zugunsten einer bAV-Anwartschaft steht künftig ein zusätzlicher steuerfreier Höchstbetrag zur Verfügung. Dieser beträgt vier Prozent der RV-BBG vervielfältigt mit der Anzahl der Kalenderjahre, in denen das Dienstverhältnis bestanden hat, höchstens 10 Jahre. Dies gilt unabhängig davon, ob bereits eine bAV steuerfrei gefördert wurde oder nicht.

Nachholung der Steuerbefreiung

Für Kalenderjahre, in denen im Inland bei ruhendem Dienstverhältnis kein steuerpflichtiger Arbeitslohn bezogen wird (z.B. Zeiten einer Entsendung ins Ausland, Elternzeit, Sabbatjahr), können Beiträge steuerbegünstigt nachgezahlt werden. Die Nachholung gilt für jeweils bis zu acht Prozent der RV-BGG (West) im Jahr der Nachzahlung und für maximal zehn Kalenderjahre.

Neuer Förderbetrag für Arbeitgeber

Ab 2018 wird ein bAV-Förderbetrag für Mitarbeiter mit geringerem Verdienst eingeführt. Zahlt der Arbeitgeber zusätzlich zum geschuldeten Lohn und zusätzlich zu evtl. bisherigen Arbeitgeberbeiträgen im Kalenderjahr mindestens 240 Euro an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung, so kann er hiervon 30 Prozent (also 72 Euro) von der Lohnsteuer einbehalten. Beiträge aus einer Entgeltumwandlung sind nicht begünstigt. Die Förderung ist möglich bis zu einer Einzahlung von 480 Euro. Die Höchstförderung beträgt also 144 Euro (30 Prozent von 480 Euro).

Der bAV-Förderbetrag kann vom Arbeitgeber für Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden, deren Entgelt in Abhängigkeit vom Lohnzahlungszeitraum folgende Beträge nicht übersteigt:

  • pro Tag 73,34 Euro,
  • pro Woche 513,34 Euro,
  • pro Monat 2.200 Euro oder
  • pro Jahr 24.600 Euro.

Maßgeblich sind hierbei die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Beitragsleistung.

Anhebung der Riester-Förderung

Die Grundzulage der Riester-Förderung soll ab dem Beitragsjahr 2018 von 154 Euro auf 175 Euro jährlich angehoben werden. Die Kinderzulage bleibt mit 300 Euro für nach dem 31.12.2007 geborene Kinder unverändert.

Hinweis: Folgende Regelungen galten nur bis zum 31.12.2017.

Beiträge des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung sind steuerfrei. Voraussetzung ist, dass eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistung in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans vorgesehen ist - also keine Einmalleistung erfolgt.

Steuerfrei sind Beiträge, soweit sie vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen. Da die Beitragsbemessungsgrenze 2017 auf 76.200,- Euro angehoben wurde, sind ab 2017 3.048 Euro steuerfrei (2016 = 2.976 Euro).

Zusätzlich sind weitere 1.800 Euro steuerfrei, wenn die Beiträge auf Grund einer Versorgungszusage geleistet werden, die nach dem 31. Dezember 2004 erteilt wurde. In der Summe können 2017 4.848 Euro steuerfrei bleiben (2016 = 4.776 Euro).

  • Die Steuerfreiheit gilt nur bei einem ersten Dienstverhältnis
  • Für die Steuerfreiheit ist es unerheblich, ob die Einzahlungen arbeitgeberfinanziert sind oder aus einer Entgeltumwandlung stammen.

Bei dem Freibetrag von vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung handelt es sich um einen Freibetrag. Wenn ein höheres Arbeitsentgelt umgewandelt, ist nur der übersteigende Betrag beitragspflichtig.