Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Stellenwert. Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei.

Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können zusammen eine bessere Rendite erzielen als über eine privat abgeschlossene Rentenversicherung.

Gefördert wird die betriebliche Altersversorgung dadurch, dass es möglich ist, steuerfreie Einzahlungen vorzunehmen.

Geplante Änderungen

Das Europäische Parlament hat im Frühjahr 2014 eine Richtlinie über Mindestvorschriften zur Erhöhung der Mobilität von Arbeitnehmern durch Verbesserung des Erwerbs und der Wahrung von Zusatzrentenansprüchen verabschiedet. Der nationale Gesetzgeber will die EU-Vorgaben mit Wirkung ab 1. Januar 2018 ins Betriebsrentengesetz (BetrAVG) stellen.

Neben einer Absenkung der Unverfallbarkeitsfristen* für Versorgungsanwartschaften, die bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis entstehen, vom 25. auf das 21. Lebensjahr dürfen Sie mit einigen weiteren Neuerungen rechnen:

  • Unverfallbare Anwartschaften sind heute in der Regel statisch. Ihr Wert wächst vom Zeitpunkt des Ausscheidens bis zum späteren Eintritt des Versorgungsfalls nicht mit. Um eine Gleichbehandlung zwischen ausgeschiedenen und weiterbeschäftigten Arbeitnehmern bei der Berechnung späterer Versorgungsleistungen zu erreichen, soll die Anwartschaft ausgeschiedener Arbeitnehmer dynamisiert werden, möglicherweise sogar durch Anpassung an den Verbraucherpreisindex Deutschland.
  • Erworbene Anwartschaften aus betrieblichen Versorgungsleistungen können vom Arbeitgeber heute auch ohne Zustimmung des Arbeitnehmers abgefunden werden. Nach Vorgabe der EU-Richtlinie soll künftig eine Abfindung nur erfolgen, wenn der Arbeitnehmer zustimmt.
  • Das BetrAVG sieht zwar schon jetzt Auskunftspflichten vor, sie sollen aber erweitert werden. So müssen vorzeitig ausgeschiedene Versorgungsberechtigte beispielsweise in Zukunft auch darüber informiert werden, wie hoch ihre Anwartschaft ist und bei Erreichen der Altersgrenze voraussichtlich sein wird.
  • Zudem soll – unabhängig von der EU-Richtlinie – die Rentenanpassung bei Pensionskassen optimiert werden, z. B. durch die Weitergabe der von der Pensionskasse erwirtschafteten Überschussanteile an den Versorgungsberechtigten.“

* Unverfallbarkeit bedeutet, dass die aus dem Entgelt angesparte Altersversorgung nicht mehr (vollständig) verfallen kann. Hierzu gibt und gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Anforderungen an Lebensalter und Betriebszugehörigkeit.

Wie immer es hier auch weiter geht - wir halten Sie auf dem Laufenden.

Kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung

Beiträge des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung sind steuerfrei. Voraussetzung ist, dass eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistung in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans vorgesehen ist - also keine Einmalleistung erfolgt.

Steuerfrei sind Beiträge, soweit sie vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen. Da die Beitragsbemessungsgrenze 2016 auf 74.400,- Euro angehoben wurde, sind ab 2016 2.976,- Euro steuerfrei (2015 = 2.904,- Euro).

Zusätzlich sind weitere 1.800,- Euro steuerfrei, wenn die Beiträge auf Grund einer Versorgungszusage geleistet werden, die nach dem 31. Dezember 2004 erteilt wurde. In der Summe können 2016 4.776,- Euro steuerfrei bleiben (2015 = 4.704,- Euro).

  • Die Steuerfreiheit gilt nur bei einem ersten Dienstverhältnis
  • Für die Steuerfreiheit ist es unerheblich, ob die Einzahlungen arbeitgeberfinanziert sind oder aus einer Entgeltumwandlung stammen.

Bei dem Freibetrag von vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung handelt es sich um einen Freibetrag. Wenn ein höheres Arbeitsentgelt umgewandelt, ist nur der übersteigende Betrag beitragspflichtig.

Umlagefinanzierte Pensionskassen

Laufende Zuwendungen des Arbeitgebers aus dem ersten Dienstverhältnis an eine Pensionskasse zum Aufbau einer nicht kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung, bei der eine Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans vorgesehen ist, sind gemäß § 3 Nummer 56 EStG steuerfrei, soweit diese Zuwendungen eine bestimmte Grenze nicht übersteigen.