Duale Studiengänge

Teilnehmer an dualen Studiengängen sind während der Praxis- und Studienphasen seit 01.01.2012 in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung als Beschäftigte versicherungspflichtig.

Versicherungsrechtliche Beurteilung dualer Studiengänge

Vom Bundessozialgericht wurde entscheiden, dass bei bestimmten dualen Studiengängen keine Versicherungspflicht mehr besteht. Zum 01.01.2012 machte man diese Entscheidung rückgängig.

Alle Teilnehmer an sämtlichen Formen von dualen Studiengängen sind während der Praxis- und  Studienphasen ab 01.01.2012 in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung als Beschäftigte (wieder) versicherungspflichtig. Sie werden den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt.

Das Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Dezember 2009 beschäftigte Sie und uns eine ganze Weile. So musste in jedem Einzelfall aufwändig geprüft werden, ob eine versicherungspflichtige oder versicherungsfreie Beschäftigung vorlag. Obwohl seinerzeit bereits klar war, dass es hier wieder zu einer Änderung kommen würde, wurde das Urteil erst später revidiert.

Folge: Alle Arbeitnehmer, die ein duales Studium absolvieren sind seit 01.01.2012 bei ihrer Krankenkasse mit der Beitragsgruppe 1111 und dem Personengruppenschlüssel 102 (Auszubildende) anzumelden. Für die Vergangenheit blieb es bei der damals getroffenen versicherungsrechtlichen Beurteilung.

Wichtig: Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist nicht möglich.

Bei einem dualen Studiengang handelt es sich um ein Studium, das Theorie (Hochschule) und Praxis (Betrieb) vereint. Hierbei kooperiert die Hochschule oder Berufsakademie mit einem Unternehmen.

Es gibt folgende Formen von dualen Studiengängen:

Ausbildungsintegrierter Studiengang

Hierbei wird neben dem Studium auch ein anerkannter Berufsabschluss erworben

Berufsintegrierte oder Berufsbegleitende Studiengänge

Der Studierende steht bereits voll im Berufsleben, hat bereits einen Berufsabschluss erworben und beginnt ein Studium.

Praxisintegrierte duale Studiengänge

Diese Studiengänge sind durch einen hohen praktischen Bezug und eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Hochschule gekennzeichnet. Es besteht hierbei eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Betrieb und der Hochschule. Der Abschluss wird an der Hochschule gemacht.

In den Praxisphasen, in denen die Studierenden in der Regel wie Arbeitnehmer mitarbeiten und im Betrieb eingegliedert sind, läuft der Unfallversicherungsschutz über den Arbeitgeber, also beispielsweise über die zuständige Berufsgenossenschaft. Ob es sich dabei um einen praxisintegrierten oder ausbildungsintegrierten Studiengang handelt, spielt keine Rolle.

Teilnehmer von dualen Studiengängen erhalten in der Regel auch während der Schulphasen Arbeitsentgelt. Das in dieser Zeit gewährte Arbeitsentgelt ist nicht beitragspflichtig zur Unfallversicherung.

Eine weitere Auswirkung ergibt sich im Meldeverfahren. So sind Arbeitsentgelte, die in der Schul- bzw. Studienphase gezahlt werden, nicht zur Unfallversicherung zu melden.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) begründet dies mit der Tatsache, dass während der Studienphasen an der Fachhochschule oder Hochschule keine Eingliederung in den Betrieb mehr vorliegt. In dieser Zeit wird der Versicherungsschutz über die Unfallkasse im Bundesland der Hochschule sichergestellt.

Tipp: In Einzelfällen kann es durchaus Ausnahmen geben. Haben Sie Zweifel, wenden Sie sich bitte an die Unfallkasse des Bundeslandes, die für die jeweilige Hochschule zuständig ist.