Kinderbetreuungskosten

Wollen Arbeitgeber sich an den Kinderbetreuungskosten ihrer Arbeitnehmer beteiligen, gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Wir geben Ihnen einen Überblick über Möglichkeiten, Einschränkungen und Bedingungen.

Arbeitgeberzuschuss zur alltäglichen Unterbringung

Steuerfrei für den Arbeitnehmer sind nach § 3 Nummer 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zusätzliche Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers bei einer Tagesmutter oder in Kindergärten, Kindertagesstätten oder Kinderkrippen.

Steuerfrei sind:

  • Arbeitgeberleistungen einschließlich Verpflegungskosten.
  • Eine Obergrenze gibt es nicht, anerkannt werden tatsächlich entstandene, nachgewiesene Kinderbetreuungskosten.
  • Die Steuerfreiheit gilt auch, wenn der nicht beim Arbeitgeber beschäftigte Elternteil die Ausgaben trägt.
  • Die zweckentsprechende Verwendung von Barzuwendungen ist nachzuweisen; die Nachweise sind im Original als Beleg zum Lohnkonto zu nehmen.
  • Eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich; denkbar wäre aber z.B. künftige Gehaltserhöhungen als steuerfreie Kinderbetreuungszuschüsse zu zahlen.

Nicht steuerfrei sind:

  • Die alleinige Betreuung im Haushalt z.B. durch Kinderpflegerinnen oder Familienangehörige.
  • Arbeitgeberleistungen für den Unterricht eines Kindes
  • Arbeitgeberleistungen für die Beförderung des Kindes zwischen Wohnung und Kindergarten.

Arbeitgeberzuschüsse zur kurzfristigen Betreuung

Zusätzlich steuerfrei sind nach § 3 Nummer 34a EStG auch Arbeitgeberleistungen zur kurzfristigen Betreuung von Kindern bis 14 Jahren bis zu einem Maximalbetrag von 600,- Euro pro Kalenderjahr. Die Betreuung muss aus zwingenden und beruflich veranlassten Gründen notwendig sein (z.B. Auswärtstätigkeit oder Entsendung zu einer Fortbildung). Die Betreuung kann auch im privaten Haushalt des Arbeitnehmers stattfinden.

Beispiel: Eine alleinerziehende Arbeitnehmerin aus Köln mit einem vierjährigen Kind wird von ihrem Arbeitgeber zu einer zweitägigen Fortbildung nach Hamburg entsandt. Der Arbeitgeber kann den finanziellen Aufwand für die Betreuung des Kindes während der Abwesenheit der Mutter steuerfrei  gegen Vorlage der Rechnung erstatten.

Unser Tipp: Beteiligt sich der Arbeitgeber nicht an den Betreuungskosten, können Eltern im Rahmen ihrer Steuererklärung zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000,- Euro je Kind, als Sonderausgaben geltend machen. Dafür müssen dem Finanzamt auf Anforderung Rechnungen bzw. Überweisungsnachweise vorgelegt werden können.