Quartalsberichte

Offenheit und Transparenz sind für die SBK nicht nur Versprechen – wir leben sie. Deshalb veröffentlichen wir seit 2011 neben unserem jährlichen Geschäftsbericht auch Quartalsberichte.

4. Quartal 2017

Der vorläufige Jahresabschluss der SBK

Das vorläufige Jahresergebnis von +16 Mio. Euro der SBK spiegelt die allgemeine Tendenz in der GKV wider: Die gute Wirtschafts- und Beschäftigungslage führt zu einer positiven Entwicklung auf der Einnahmenseite. Dem steht ein moderater Anstieg der Ausgaben gegenüber. Die Leistungsausgaben der SBK steigen um rund 3,0% je Versicherter. Ein Grund hierfür sind neue Therapieformen in der stationären Versorgung sowie die Änderungen, die durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz für die Patienten angestoßen wurden. Die Finanzwirkung der weiteren Gesetze ist im Abschluss 2017 noch nicht vollständig spürbar. 

Verwaltungsleistungen

„Starke Leistung. Ganz persönlich“ – diesem Credo bleibt die SBK auch 2017 treu. 1.559 Mitarbeiter und 172 Azubis betreuten in 2017 über eine Million SBK-Kunden. Die Experten konnten SBK-Versicherte mehr als 2,5 Mio. Mal telefonisch beraten, über 36.000 Pflegebedürftigen konkret weiterhelfen. Rund 240.000 Patienten konnten sich bei ihrer Behandlung im Krankenhaus auf die SBK verlassen. Über 488.000 Betroffene hat die SBK mit Heil- und Hilfsmitteln versorgt, sie mit 36.000 Kuren und Reha-Maßnahmen beim Gesundwerden unterstützt. Um gesund zu bleiben, haben knapp 270.000 Kunden das SBK-Gesundheitskonto genutzt.

Die Entwicklung in der GKV

Auch insgesamt profitieren die gesetzlichen Krankenkassen von der guten Konjunkturlage. Allerdings lohnt ein Blick auf die Verteilung der Überschüsse: Es zeigt sich, dass einige Kassen deutlich mehr von den Überschüssen profitieren als andere (siehe Grafik). Deutlich wird auch: Gutes Ausgaben-Management ist nicht der Grund für die erzielten Überschüsse. Die Entwicklung bei den Verwaltungsausgaben – die jede Kasse zumindest teilweise selbst steuern kann – stützt diese These ebenfalls nicht.
Das Ergebnis hat vielmehr mit der Einnahmenseite zu tun. Zum einen profitiert von den Neuzugängen in der GKV vor allem eine Kassenart. Die neuen Mitglieder nehmen erheblich weniger Leistungen in Anspruch als erwartet. Die Zuweisungen übersteigen die tatsächlichen Ausgaben deutlich. Zum anderen bewirkt das fehlerhaftes Verteilungssystem des Morbi-RSA weiterhin, dass einzelne Kassen Überschüsse anhäufen können (und damit ihre Zusatzbeiträge stützen können), während andere Kassen zunehmend unter Druck geraten. 

Dringender Reformbedarf

Die positive Entwicklung überdeckt den dringenden Reformbedarf des Finanzverteilungssystems. Ohne diese Reform werden Über- und Unterdeckungen weiter zunehmen, die Schere der Zusatzbeiträge weiter auseinander gehen. Mittelfristig wird dies auch für die Versicherten spürbar, etwa durch weitere Marktkonzentration und weniger Wettbewerb um gute Versorgung und guten Service. Ziel muss daher eine schnell und überschaubar wirkende RSA‐Reform, die die Spreizung der Deckungsquoten‐Schere reduziert.