Das Geschäftsjahr 2016

Ohne Gerechtigkeit kein Wettbewerb

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat das Jahr 2016 mit einem üppigen Plus abgeschlossen: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) meldete in seinen vorläufigen Rechnungsergebnissen 1,4 Milliarden Euro an Überschüssen der Krankenkassen. Auch die SBK erwirtschaftete ein Plus von rund 23 Millionen Euro. Die Finanzreserven des Gesundheitsfonds stiegen auf mehr als 25 Milliarden Euro. Auf den ersten Blick stimmt dieses Ergebnis positiv: Die GKV ist offenbar finanziell gut ausgestattet. Doch der Schein trügt: Die Milliarden im Gesundheitsfonds kommen nicht bei allen Krankenkassen gleichermaßen an. Laut BMG konnten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) einen Überschuss von rund 935 Millionen Euro erzielen, während allen Betriebskrankenkassen (BKKen) gemeinsam nur rund 29 Millionen Euro blieb. Die Ersatzkassen konnten immerhin noch ein Plus 321 Millionen Euro erreichen. Die Innungskrankenkassen (IKKen) wiesen sogar ein Defizit von 33 Millionen Euro aus. 2016 war übrigens nicht das erste Jahr, in dem die Ergebnisse so unterschiedlich ausfielen, sondern setzte die Reihe der Vorjahre fort. Hier zeigt sich, dass die höchst unterschiedlichen Ergebnisse System haben: Der Kassenfinanzausgleich führt zu der äußerst unausgewogenen Verteilung der Mittel.

Diese Schieflage schadet langfristig unseren Versicherten: Sie zahlen ihre Beiträge an den Gesundheitsfonds, die SBK erhält aber systematisch zu wenig Gelder daraus für ihre Versorgung. Die SBK hat in den vergangenen Jahren die Lücken aus ihrem Vermögen ausgeglichen, um Leistungen und Service auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten. Dennoch mussten wir 2016 unseren Zusatzbeitrag auf 1,3 Prozent anheben. Wie der SBK ging es vielen anderen Krankenkassen. Das bestehende System fördert durch seine Ungerechtigkeit einen Wettbewerb um den Preis. Dabei sollten Leistungen und Services im Vordergrund stehen. In der GKV muss es um den Kunden gehen, nicht um Milliarden.