Häufige Fragen zur Hautkrebsvorsorge

Antworten auf häufige Fragen zur Hautkrebsvorsorge – damit Sie gut informiert entscheiden können.

Sie haben sich noch nicht entschieden, ob Sie an der Hautkrebsvorsorge teilnehmen möchten oder Sie haben noch Fragen? Wir beantworten an dieser Stelle häufig gestelle Fragen zu dieser Vorsorgeuntersuchung. So können Sie gut informiert selbst entscheiden, ob Sie an der Hautkrebsvorsorge teilnehmen möchten oder nicht.

Sonnenstrahlung gilt als Hauptverursacher von Hautkrebs. Dementsprechend haben vor allem Menschen mit hellem Hauttyp oder vielen Muttermalen ein erhöhtes Risiko. Wichtig ist es deshalb, sich vor der Sonnenstrahlung zu schützen: Verwenden Sie generell Sonnencreme, wenn Sie sich in der Sonne aufhalten. Meiden Sie die intensive Mittagssonne. Halten Sie sich vorwiegend im Schatten auf und bedecken Sie die Haut möglichst mit Kleidung. Meiden Sie zudem den Besuch von Bräunungsstudios, da auch diese Strahlung für die Haut schädlich ist.

Menschen mit sehr hellem Hautton und Personen, die sich häufig in der Sonne aufhalten sowie ältere Menschen haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Frauen haben generell ein geringeres Risiko als Männer. Für Männer gilt das höchste Risiko ab einem Alter von 65 Jahren.

Fast jeder Mensch hat Muttermale. Die meisten dieser braunen Flecken sind völlig harmlos. Manchmal verändern sie allerdings ihre Form, Farbe oder Größe oder es kommen neue, ungewöhnlich aussehende Flecken hinzu. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das bei Ihnen der Fall ist.

Untersuchen Sie sich regelmäßig selbst und suchen Sie Ihre Haut am besten einmal im Monat systematisch nach Veränderungen ab. Wie die Selbstuntersuchung in vier Schritten ganz einfach durchgeführt werden kann, erfahren Sie auf der Webseite der Deutschen Krebshilfe www.hautkrebs-screening.de.

Dabei achten Sie bitte auf folgende Kriterien:

  • A wie Asymmetrie: Die beiden Hälften des Muttermals sehen ungleich aus.
  • B wie Begrenzung: Verdächtig können zungenförmige Ausläufer und Einbuchtungen, unscharfe Grenzen und eine raue Oberfläche sein. Gutartige Muttermale sind in der Regel rund oder oval.
  • C wie Color (Farbe): Melanome sind typischerweise unregelmäßig und uneinheitlich gefärbt.
  • D wie Durchmesser und Dynamik: Verdächtig sind Hautveränderungen, die eine bestimmte Größe überschreiten (2-6 mm) und sich mit einer gewissen Geschwindigkeit in Farbe, Größe und Form verändern.
  • E wie Erhabenheit: Anzeichen können sein ein herausragendes Muttermal (> 1 mm) und eine raue, schuppende Oberfläche.

Ihr Arzt kann alle Muttermale identifizieren, die verdächtig erscheinen und potenziell zu Hautkrebs führen können. Auf diese Weise lässt sich ein möglicher Hautkrebs so früh wie möglich entdecken - immer mit dem Ziel, ihn frühzeitig behandeln zu können. Dabei geht es vor allem um Basalzellkrebs und Stachelzellkrebs (beides weißer Hautkrebs) sowie das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs).

Studien zeigen, dass durch Früherkennung Hautkrebs häufiger entdeckt wird. Es wurde aber noch nicht bewiesen, dass aufgrund der Früherkennung weniger Menschen an Basalzellkrebs, Stachelzellkrebs oder an einem Melanom erkranken bzw. mehr Menschen gerettet werden können. Der Nutzen des Screenings hängt außerdem vom individuellen Hautkrebsrisiko ab.

Durch Früherkennung lässt sich die Schwere der Erkrankung mindern. Das Hautkrebsscreening kann zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Aussage darüber treffen, ob eine Hautveränderung oder gegebenenfalls Hautkrebs vorliegt. Allerdings kann das Screening nicht voraussagen oder verhindern, an Hautkrebs zu erkranken. Es geht ausschließlich um die frühzeitige Erkennung.

Das Hautkrebsscreening ist kein Eingriff. Der Arzt begutachtet lediglich die Hautoberfläche. Ein Nachteil kann aber sein, dass eine Hautstelle als möglicherweise verdächtig diagnostiziert wird. Das kann zu Unsicherheit und psychischem Stress führen und gegebenenfalls zu weiteren Untersuchungen. Oft erweist sich die betroffene Hautstelle dann als harmlos. Ermittelt der Arzt eine Hautveränderung, die zwar bösartig erscheint, aber nie gefährlich geworden wäre, nennt man dies eine Überdiagnose. Das bedeutet, es wäre nicht notwendig gewesen, den Sachverhalt zu entdecken. Wie oft ein falscher Verdacht gestellt wird, ist bisher unklar. Es kann allerdings auch ein Hautkrebs unentdeckt und damit unbehandelt bleiben, obwohl dies sinnvoll wäre.

Zunächst befragt Sie Ihr Arzt zu Ihrer Vorgeschichte. Waren Sie häufig in der Sonne oder im Sonnenstudio? Hatten Sie oft einen Sonnenbrand? Gibt es nahe Verwandte, die an Hautkrebs erkrankt sind? Anschließend sucht der Arzt Ihren ganzen Körper systematisch nach auffälligen Hautveränderungen ab – auch auf dem Kopf und an den Schleimhäuten. Er verlässt sich dabei auf sein geschultes Auge. Hierbei nutzt der Hautarzt ein Dermatoskop (Auflichtmikroskop), mit dem er die betreffende Hautstelle zusätzlich beleuchten kann. Als auffällig gelten vor allem eine dunkel gewordene Hautstelle, Muttermale, deren Rand sich verändert hat oder die eine bestimmte Größe haben. Der Arzt bespricht nach der Untersuchung mit Ihnen das Ergebnis des Screenings und berät Sie zu empfohlenen Verhaltensweisen, zum Beispiel über den maßvollen Umgang mit der Sonne.

Die Hautuntersuchung ist nicht schmerzhaft. Aber manchen Menschen ist es unangenehm, sich vollständig zu entkleiden.

Bei der Videodermatoskopie werden die Bilder der einzelnen Pigmentmale im Computer gespeichert. Sie dient vor allem zur Kontrolle und Verlaufsbeobachtung auffälliger Hautstellen. So wird dokumentiert, wie sich die Haustellen verändern.

Der Gemeinsame Bundesausschuss aus Ärzten, Kliniken und Krankenkassen (G-BA) hat die Videodermatoskopie nicht in den gesetzlichen Leistungskatalog aufgenommen, weil ein Vorteil gegenüber der Standarduntersuchung bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Die Videodermatoskopie bleibt eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird daher vom Versicherten selbst bezahlt.

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