Krankenversicherung in der Elternzeit

Je nach Versichertenstatus gelten während der Elternzeit unterschiedliche Regelungen

Dank Elterngeld nutzen immer mehr Mütter und Väter die Elternzeit, um die Entwicklung ihres Kindes in den besonders ereignisreichen ersten Lebensjahren hautnah mitzuerleben. Eltern haben während der Auszeit vom Beruf aber nicht nur mehr Zeit für den Nachwuchs – auch auf ihre Beitragszahlungen für die gesetzliche Krankenversicherung hat die Elternzeit Einfluss. Meist müssen nämlich gar keine Beiträge entrichtet werden oder die Kosten fallen zumindest niedriger aus. Ob und wie viel gezahlt werden muss, ist individuell unterschiedlich, abhängig von der eigenen Versicherung und teilweise auch von der des Ehepartners. Die Art der Versicherung spielt außerdem auch eine Rolle bei der Absicherung des Kindes: Während es in der gesetzlichen Versicherung meist kostenfrei mitversichert ist, können auf privat krankenversicherte Eltern zusätzliche Kosten zukommen.

Lesen Sie hier die Regelungen im Einzelnen und erfahren Sie, unter welchen Voraussetzungen Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei versichert werden können.

Arbeitnehmer mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 4.950 Euro brutto sind gesetzlich pflichtversichert und während einer Elternzeit beitragsfrei krankenversichert. Diese Regelung gilt übrigens auch für Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Wer als Arbeitnehmer mehr als 4.950 Euro im Monat oder 59.400 Euro im Jahr verdient, ist nicht mehr versicherungspflichtig, kann sich aber freiwillig gesetzlich versichern. Ist der Ehe- oder eingetragene Lebenspartner gesetzlich versichert, fallen während der Elternzeit ebenfalls keine Beiträge an.

Bei freiwillig Versicherten, die keinen gesetzlich versicherten Ehepartner haben, hängt die Beitragshöhe vom Familieneinkommen ab. Bei Verheirateten wird das eigene Einkommen mit dem des privat versicherten Partners addiert. Daraus wird dann der Beitrag errechnet. Elterngeld zählt zwar nicht zum Einkommen, ist dafür aber steuerpflichtiges Einkommen wie Kapitalerträge oder Mieteinnahmen.

Auch für unverheiratete freiwillig Versicherte ist eine beitragsfreie Versicherung nicht möglich. Die Beiträge während der Elternzeit richten sich hier ebenfalls nach dem steuerpflichtigen Einkommen, das während der Elternzeit besteht. Liegt neben dem Elterngeld kein Einkommen vor, zahlen Eltern einen Versicherungsbeitrag von rund 180 Euro im Monat.

Selbstständige können zwar keine Elternzeit anmelden, aber sich eine Auszeit für die Kinderbetreuung nehmen und Elterngeld beziehen. Wenn sie in dieser Zeit keine Einkünfte aus der Selbstständigkeit erzielen, haben sie die Möglichkeit, ihre Beiträge zu reduzieren. Dann gilt die Mindestbemessungsgrenze für andere freiwillig Versicherte. Der niedrigstmögliche Beitrag liegt dann bei rund 180 Euro (statt bei etwa 400 Euro, die während der selbstständigen Berufstätigkeit als Mindestbeitrag anfallen). Wenn das Gewerbe abgemeldet wird, können sich ehemals Selbstständige auch über ihren gesetzlich versicherten Ehepartner kostenfrei familienversichern.

Pflichtversicherte Studenten zahlen während des Bezugs von Elterngeld den Studenten-Beitrag für ihre Krankenversicherung, wenn sie weiterhin an ihrer Hochschule eingeschrieben sind. Wenn sie sich exmatrikulieren und einen gesetzlich versicherten Ehepartner haben, können sie sich über diesen beitragsfrei gesetzlich krankenversichern.

Während der Elternzeit bleiben Mutter oder Vater privat krankenversichert. Sie müssen dabei auch den bisherigen Arbeitgeberanteil übernehmen. Eine kostenfreie Familienversicherung über den gesetzlich versicherten Ehe- oder Lebenspartner ist hier nicht möglich.

Während der Elternzeit werden weiterhin Beiträge fällig. Eine Familienversicherung oder beitragsfreie Versicherung ist nicht möglich, solange noch ein Anspruch auf Beihilfe besteht. Während einer Beurlaubung, zum Beispiel im Anschluss an die Elternzeit, fällt der Beihilfeanspruch jedoch weg und verheiratete Eltern können sich grundsätzlich über ihren gesetzlich versicherten Ehepartner familienversichern.

In folgenden Fällen können Sie Ihr Kind kostenfrei in der Familienversicherung der SBK mitversichern:

  • Beide Elternteile gesetzlich versichert: Wenn Vater und Mutter gesetzlich versichert sind, können sie frei entscheiden, bei wem das Kind mitversichert wird – egal, ob sie bei derselben oder bei verschiedenen Kassen versichert sind.
  • Ein Elternteil gesetzlich, eines privat versichert: Wenn ein Elternteil gesetzlich und ein Elternteil privat versichert ist und weniger als 4.950 Euro brutto im Monat verdient, können Eltern ebenfalls frei entscheiden, ob das Kind kostenfrei in der gesetzlichen oder mit Mehrkosten in der privaten Versicherung mitversichert wird. Verdient der privat Versicherte mehr als 4.950 Euro monatlich, können Eltern nur dann frei entscheiden, wenn der gesetzlich Versicherte mehr als die privat versicherte Person verdient. Verdient jedoch der privat versicherte Elternteil mehr, ist eine kostenfreie Familienversicherung nicht möglich. In diesem Fall muss das Kind selbst gesetzlich oder privat versichert werden.
  • Beide Elternteile privat versichert: In diesem Fall können die Eltern frei entscheiden, bei wem das Kind in der privaten Krankenversicherung mitversichert wird. In der Regel ist dies jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Eine kostenfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung ist hier nicht möglich.

Gesetzliche Krankenkassen und damit auch wir müssen regelmäßig prüfen, ob die Voraussetzungen für eine kostenfreie Familienversicherung noch gegeben sind. Dafür füllen die Kunden einen Fragebogen aus, den sie von ihrer Kasse erhalten und schicken ihn an diese zurück.

Bei der SBK geht das auch ganz einfach per Online-Formular mit bereits mit Ihren Daten vorausgefüllten Feldern. Sie ergänzen nur noch einige fehlende Angaben. Ihr persönlicher Kundenberater informiert Sie und sendet Ihnen die nötigen Zugangsdaten, sobald das Formular für die kostenfreie Familienversicherung ausgefüllt werden kann - Sie brauchen sich keine Termine zu merken.

Den Familienfragebogen und viele weitere nützliche Services finden Sie auch in der Online-Geschäftsstelle Meine SBK, für die Sie sich ganz einfach registrieren können.